#020 Mitmach-Mittwoch : Organspende und Blutspende

#020 Mitmach-Mittwoch : Organspende und Blutspende

Heute möchten wir euch bei unserem Mitmach-Mittwoch über Organspende und Blutspende informieren. Diese beiden Themen sind sehr wichtige Themen, wo jeder von uns drüber nachdenken sollte.

Organspende

Warum sollte man sich über Organspende Gedanken machen?

In Deutschland hoffen mehr als 10.000 schwer kranke Menschen auf die Transplantation eines Organs. Für sie ist die Transplantation die einzige Möglichkeit, um zu überleben oder die Lebensqualität erheblich zu verbessern. Dies ist jedoch nur möglich, wenn Menschen bereit sind, ihre Organe nach dem Tod zu spenden.

Wann ist eine Organtransplantation notwendig?

Durch die Organtransplantationen gelingt es, schwer kranken Menschen zu helfen, deren eigene Organe versagen – etwa durch einen Unfall oder eine Krankheit. Die Transplantation ist häufig die einzige Therapie, die das Leben dieser Menschen noch retten kann oder deren Lebensqualität deutlich verbessert. Doch viele warten vergebens. Täglich sterben statistisch gesehen drei von ihnen, weil für sie nicht rechtzeitig ein passendes Organ verfügbar ist.

Wie kann ich mich für eine Organspende entscheiden?

Die meisten Menschen stehen eine Organspende positiv gegenüber, aber leider haben nur 35% einen Organspende Ausweis. Hat ein Mensch keinen Ausweis und würde für eine Spende in Frage kommen, können das die Angehörigen entscheiden. Wichtig ist das man über dieses Thema mit seinen nahe stehenden Angehörigen spricht und am besten einen Organspende Ausweis mit sich führt. In Deutschland muss ich mich aktiv für eine Organspende entscheiden, es gibt auch andere Länder, in denen ich mich aktiv dagegen entscheiden muss.

Kann ich nur spenden, wenn ich verstorben bin?

Nein, es gibt auch die sogenannte Lebend Spende, dieses ist nur möglich bei einer Niere oder bei einem Teil der Leber, aber hierfür gibt es strenge Regeln.

Wann darf ich eine Lebend Spende durchführen lassen?

Nach dem Transplantationsgesetz sind Lebend Spenden nur unter nahen Verwandten und einander persönlich eng verbundenen Personen zulässig.

Was kann ich an Organen spenden?

Eine Organspende im engeren Sinn betrifft solide menschliche Organe. Anders ist das bei der Gewebespende, in deren Rahmen Blutbestandteile, Augenhornhaut, Herzklappen, Knochengewebe, Knorpelgewebe, Gehörknöchelchen, Haut oder Sehnen entnommen werden.

Wer darf Organe spenden?

Eine Reihe von Faktoren bestimmen die Qualität eines Organs. Die beiden wichtigsten sind das Organalter und die gesundheitliche Vorgeschichte des Spenders. Die Eignung zur Transplantation wird im Einzelfall medizinisch geprüft.

Wann darf ich nicht spenden?

Nicht spenden darf man, wenn man an einem metastasierender Krebserkrankung, an einer aktiven und verbrauchenden Infektion, an bestimmten Erkrankungen oder an einer chronischen Organfunktionsstörung leidet.

Ein HIV Infektion ist keine absolute Kontraindikation für eine Transplantation mehr, da sich HIV-Infizierte als Spender für HIV-Infiziert Empfänger anbieten können. Dieses ist allerdings nicht überall erlaubt.

Einige Verbote beziehen sich auch nur auf bestimmte Organe, so darf man mit Hepatitis keine Leber spenden.

Ab wann kommt ein Mensch als Spender in Frage?

Organe werden den potenziellen Spender erst entnommen, wenn der Hirntod von zwei unabhängigen Ärzten und mehrere Tests bestätigt wurde. Allerdings gibt es auch noch Länder die den Hirntod nicht anerkennen und nur den Herztod als wirklichen Tod akzeptieren. In Deutschland ist die Entnahme nach Herztod verboten.

Wie wird der Hirntod festgestellt?

Der Hirntod kann bei Gehirnverletzungen durch klinische Untersuchungen festgestellt werden (Koma, Fehlen aller Hirnstammreflexe und Ausfall der Spontanatmung). Diese Beobachtungen müssen über einen gewissen Zeitraum hinweg – je nach Art des Hirnschadens etwa zwischen vier und 72 Stunden – nachgewiesen werden. Alternativ sind auch technische Untersuchungen zum Nachweis der Irreversibilität möglich und üblich: entweder ein Null-Linien-EEG über mindestens 30 Minuten oder der Nachweis der fehlenden Hirndurchblutung mittels Doppler-Sonographie.

Wer bekommt den dann als erstes das Organ?

Es gibt eine Spenderdatenbank, in der alle Daten des Empfängers gespeichert sind, die dann mit dem Spenderorgan abgeglichen werden. Neben der Kompatibilität wird auch noch z.B. nach Drinklichkeit und Erfolgsaussicht (zu Gewinn von Lebensjahren) geschaut.

Hier mal eine Statistik für Transplantationen in Deutschland.

Organ19962004201020122015
Niere19021974225017891520
Herz479355385318278
Leber5357791114919730
Lunge82221290339270
Pankreas91174155141101
Dünndarm51151
Totspendeningesamt30893508420535112900
Lebendspende139553756844690
Ingesamt32284061496143553590

So das sollen genug Infos zu Organspende sein schauen wir uns das zweite wichtige Thema an, Die Blutspende.


Blutspende

Was ist die Blutspende?

Als Blutspende bezeichnet man die freiwillige Abgabe einer gewissen Menge Blutes. Das Blut wird anschließend untersucht, aufbereitet und für medizinische, wissenschaftliche und pharmazeutische Zwecke verwendet. Die entnommene Menge liegt in der Regel bei einem halben Liter.

Welchen Arten von Blutspende gibt es?

Die geläufigste Blutspende ist die Vollblutspende, bei der aus einer Vene, meist in der Ellenbeuge, etwa 500 ml Blut entnommen werden. Das gespendete Blut wird haltbar gemacht (konserviert), untersucht und dann, wenn es geeignet ist, in verschiedene Blutprodukte aufgetrennt. Diese werden in einer Blutbank eingelagert. Eine Sonderform der Vollblutspende ist die Eigenblutspende. Dabei gibt man in einem Zeitraum von zwei bis sechs Wochen vor einer Operation bis zu viermal Blut ab, mit dem dann bei (oder nach) der Operation ein etwaiger Blutverlust ausgeglichen wird. Da es sich um das eigene Blut handelt, ist es optimal verträglich. Neben der Entnahme von Vollblut ist es auch möglich, nur einzelne Blutbestandteile – wie z. B. Erythrozyten (rote Blutkörperchen), Thrombozyten (Blutplättchen), Blutplasma oder sogar Stammzellen – aus dem Blut zu gewinnen.

Wer darf Blut spenden?

Blut spenden darf jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist, soweit keine gesundheitlichen Bedenken vorliegen. In Deutschland gilt für alle Spender ein Mindestgewicht von 50 kg.

Wie oft darf ich Blut spenden?

Zwischen zwei Blutspenden wird in der Regel eine Ruhezeit von drei Monaten empfohlen. Dabei dürfen Frauen insgesamt nur viermal, Männer insgesamt sechsmal im Jahr spenden.

Wann darf ich nicht spenden?

Es werden je nach Risikosituation dauerhafte und zeitweilige Ausschlussgründe unterschieden. Problematisch sind beispielsweise:

  • Aufgrund der erhöhten Übertragungsgefahr von Krankheiten wie HIV oder Hepatitis C:
    • Tätowierungen und Piercings innerhalb der letzten vier Monate
    • Intravenöse Drogenabhängigkeit wie z. B. von Heroin
  • Aufgrund der regionalen Häufung bestimmter Krankheiten:
    • Tropenaufenthalte innerhalb der letzten sechs Monate (Tropenkrankheiten).
    • Aufenthalt in Großbritannien zwischen 1980 und 1996 von über sechs Monaten
    • Wechselnde temporäre Einschränkungen bei Reisen ins Ausland existieren ebenfalls, wie zum Beispiel in Gebiete, die durch die Asiatische Tigermücke belastet sind.

Zeitweise zurückgestellt werden auch etwa Spender, die vorübergehend erkrankt sind, bestimmte Medikamente einnehmen, zu Gruppen mit gewissen (potentiellen) gesundheitlichen Problemen gehören, die zeitweiligen Eisenmangel haben.

Unabhängig von etwaigem Risikoverhalten sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz Männer, die Sex mit Männern haben, von der Blutspende ausgeschlossen.

Wie viele Menschen spenden in Deutschland?

Nach einer Auswertung des Deutschen Roten Kreuzes spenden gerade mal 3% der Deutschen Blut.

Wie viel Blut wird mir bei einer Spende entnommen?

Gerade mal 500 ml Blut wird einem Spender entnommen

Wie schnell regeneriert sich das Blut?

Der Blutverlust durch eine Blutspende wird nach der Entnahme in nachstehender Reihenfolge ausgeglichen:

  • Kreislaufregulation innerhalb von 20 Minuten
  • Flüssigkeitsausgleich innerhalb von 24 Stunden
  • Plasmaeiweißersatz innerhalb von zwei Tagen
  • Ersatz von Blutzellen innerhalb von zwei Wochen
  • Ausgleich des Eisenverlustes innerhalb von acht Wochen, bei Frauen auch länger.

So das war es mit unserem Bericht, wir hoffen wir konnten euch die beiden Themen etwas näher bringen und ihr denkt auch mal für euch darüber nach.

Ich (Svenja) geh Blutspenden und habe auch einen Organspendeausweis, da ich es sehr wichtig finde und anderen Menschen damit helfen kann.

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