Autorenvorstellung Alexander Grun

Autorenvorstellung Alexander Grun

Heute stellen wir euch den Autor Alexander Grun vor, er ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

Zu deiner Person:

 

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Mein Name ist Alexander Grun. Ich bin 29 Jahre alt und wohne in der kleinen Stadt Grenzach-Wyhlen, direkt an der Schweizer Grenze, wenige Minuten von Basel entfernt. Die nächste größere deutsche Stadt ist Freiburg im Breisgau. Ich arbeite bei der Agentur für Arbeit und bin dort für die Bearbeitung von u.a. Arbeitslosengeldanträgen zuständig. Meine große Leidenschaft ist aber das Erzählen von Geschichten. Als Autor schreibe ich überwiegend Kurzgeschichten. Außerdem bin ich Herausgeber der Hoffnungsschimmer-Anthologie. Der komplette Erlös aus dem Projekt geht an Herzenswünsche e.V. aus Münster, die schwer kranken Kindern und Jugendlichen ihre Wünsche erfüllen. Aktuell laufen die Vorbereitungen für den zweiten Teil der Anthologie, der voraussichtlich im Frühjahr 2018 erscheinen wird.

Kleiner Fun-Fact: Mit meinen 2,20 m Körpergröße fehlen mir 4 cm für den deutschen Rekord. Das wurmt mich schon ein bisschen 😉

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Loyal, ehrlich und einfühlsam.

Ich bin so frei und schreibe noch drei negative Punkte dazu: unpünktlich, gefühlsduselig und chaotisch

Welches Sternzeichen bist du?

Zwilling

Welchen Fehler entschuldigst du am ehesten?

Grundsätzlich bin ich der festen Überzeugung, dass so gut wie jeder Fehler verzeihbar ist. Viel wichtiger ist für mich, ob jemand seine Fehler wirklich einsieht und inwieweit man dafür gerade steht und bereit ist, diese einzusehen. Fehler machen alle Menschen. Den wahren Charakter eines Menschen macht dann der Umgang damit aus.

Wer ist dein liebster Romanheld?

Einen einzelnen Helden oder eine einzelne Heldin kann ich nicht benennen. Das schwankt auch immer sehr stark, je nachdem welches Genre ich gerade wieder favorisiere. Aber ich liebe den „Club der Loser“ aus dem Roman „ES“ von Stephen King. John Green hat auch immer großartige Charaktere in seinen Romanen. Ich mag es wenn Protagonisten in Geschichten nicht zu perfekt sind. Die müssen Ecken und Kanten haben, um glaubwürdig zu sein. Denn sind wir mal ehrlich: Wo gibt es schon Perfektion? Ein perfekter Mensch, wäre genau das nicht mehr: ein Mensch.

Wer sind deine Lieblingsheldinnen/ -helden in der Wirklichkeit?

Alle Menschen, die versuchen an jedem Tag andere zum Lächeln zu bringen. Personen die für andere da sind. Jeder von uns kann ein Held sein. Auch ohne Umhang und Superkräfte. Und vor allem: Ohne sich die Unterhose über die Strumpfhose ziehen zu müssen.

Wer ist dein Lieblingsmusiker?

Der deutsche Rapper „Kool Savas“. Rap und auch die ganze Hip Hop Kultur ist einfach eine Passion von mir und wird es auch immer bleiben. Da kommt man einfach an dem deutschen King of Rap nicht vorbei. Außerdem habe ich vor kurzem die Indie-Folk Band „Lord Huron“ für mich entdeckt. Insbesondere das Album „Strange Trails“ möchte ich hier jedem ans Herz legen. Eigentlich ist das Album schon fast wie ein Hörbuch. Man hat direkt eine Geschichte im Kopf und jedes einzelne Lied fühlt sich an, wie ein Kapitel in einem Roman, ohne dabei zu verkopft zu sein. Eine wunderbar emotionale, aber auch entspannte, Reise. Der letzte Song des Albums ist übrigens „The Night We Met“. Das zum Soundtrack der Netflix-Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ gehört. Basierend auf dem gleichnamigen Buch von Jay Asher.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Ich liebe es gleichermaßen zu Lesen und zu Schreiben. Beides ist für mich perfekt um zu entspannen und neue Kraft zu tanken. Einfach mal den Alltag und Probleme für mehrere Stunden vergessen und komplett in eine Geschichte einzutauchen ist das Größte für mich. Ist aber auch ziemlich einsam. Deswegen mag ich auch Filmabende mit der Familie oder guten Freunden sehr gerne. Es macht einfach sehr viel Spaß bei einer guten Komödie gemeinsam zu lachen oder bei einem guten Horrorfilm zu gruseln. Allgemein treffe ich mich sehr gerne mit Menschen die mir nahe stehen. Und das Zocken nicht vergessen. Videospiele machen mir auch viel Spaß.

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Blau. Einen wirklichen Grund dafür kenne ich aber nicht. War einfach schon immer so.

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller?

Wenn ich mich für einen entscheiden muss, ist es Stephen King. Romane wie „ES“, „Shining“ oder „Brennen muss Salem“ sind für mich einfach nicht wegzudenken. Außerdem schreibt er großartige Kurzgeschichten. Wahrscheinlich ist er auch der Grund, warum ich Kurzgeschichten so sehr mag und auch selbst hauptsächlich schreibe. Kurzgeschichten finden bei uns im deutschsprachigen Raum leider viel zu wenig Beachtung. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Bei den großen Verlagen spielen sie jedenfalls kaum eine Rolle. Im Selfpublishing oder bei Kleinverlagen gibt es da einige großartige Projekte. Allen voran die Veröffentlichungen der Schreibgruppe-Prosa. Ich kann jedem, der entweder Kurzgeschichten mag, oder es mal mit Kurzgeschichten versuchen möchte, wärmstens empfehlen in die Bücher der Gruppe reinzuschauen (zu finden auf Amazon). Ihr werdet es nicht bereuen!

Welche natürliche Gabe möchtest du besitzen?

Manchmal wünsche ich mir mein Gegenüber besser einschätzen zu können. Gedankenlesen wäre doch nicht schlecht. Andererseits sollte man auch vorsichtig sein, was man sich wünscht. Vielleicht ist es manchmal ganz gut nicht alles zu wissen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Angefangen habe ich damit, vor etwas über drei Jahren, im Sommer 2014. Zu der Zeit habe ich haufenweise Thriller gelesen, u.a. von Ethan Cross und Chris Carter. Überwiegend Geschichten in denen Serienmörder eine Rolle spielen. Mein 3-wöchiger Sommerurlaub hatte gerade begonnen und ich wollte den Urlaub einfach zu Hause verbringen und entspannen. Jedenfalls kam mir dann ganz plötzlich die Idee selbst einen Thriller zu schreiben. Bis heute verstehe ich nicht ganz, wieso es dazu gekommen ist. Wie aus dem nichts wollte ich das einfach machen. Bin dann aber auch relativ schnell ins Stocken gekommen, weil ich keinen Plan hatte. Ich habe mir vorher weder Notizen gemacht, geschweige denn einen Plot, was bei einem Projekt in Romanlänge schnell in eine Sackgasse führen kann. Und zu vielen Logiklöchern. Aber zumindest hat es dazu geführt, dass ich mich immer mehr für das Schreiben interessiert habe. Zunächst habe ich mich, meist bei Facebook in verschiedenen Autorengruppen, über das Thema informiert und auch erste Kontakte mit anderen Autorinnen und Autoren geknüpft. Schließlich bin ich dann auf eine Ausschreibung eines Kleinverlages gestoßen, der Kurzgeschichten für eine Anthologie gesucht hat. Und genau in dem Moment, als ich das erste Mal eine Geschichte beendet hatte, war es um mich geschehen. Auch wenn der Verlag die Geschichte später leider nicht veröffentlichte, weil das komplette Projekt gecancelt wurde. Erst fast zwei Jahre später kam es zu meiner ersten Veröffentlichung. Meine ersten Geschichten habe ich aber lediglich für sehr gute Freunde geschrieben. Die habe ich dann als Buch binden lassen, dazu ein schönes Cover erstellen lassen und fertig waren die Geschenke für ganz besondere Menschen in meinem Leben.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Zunächst einmal muss ich das Gefühl haben, dass der Autor für die Geschichte, oder in einem Kurzgeschichtenband eben für die Geschichten, brennt. Ich darf nicht das Gefühl haben, dass die Story nur schnell heruntergeschrieben wurde, um einfach ein Projekt beendet zu haben. Außerdem müssen die Charaktere mich in irgendeiner Form packen. Wenn ich mit den Protagonisten nicht mitfühlen kann, in welcher Form auch immer, lockt mich auch die beste Story nicht hinter dem Ofen hervor.

Wo liest du am liebsten?

Bei schlechten Wetter, bzw. wenn es kalt ist, in meinem Sessel. Ansonsten auch mal gerne auf der Terrasse, an der frischen Luft.

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

Harry Potter, TKKG, die drei ? und die Romanhefte von Geisterjäger John Sinclair. Auch wenn die strenggenommen jetzt nicht wirklich was für Kinder sind. 😉 Außerdem habe ich schöne Erinnerungen an den Kinderroman „Ben liebt Anna“ von Peter Härtling. Der war damals in der vierten Klasse Schullektüre.

Welches Buch MUSS man unbedingt gelesen haben?

„In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne. Wenn man sich richtig darauf einlässt kann man in kürzester Zeit eine spannende Weltreise machen. Ein tolles Buch!

Hast du ein Lieblingsbuch?

Aktuell ist mein Lieblingsbuch „Black Box“ von Joe Hill. Ist überraschenderweise eine Sammlung von Kurzgeschichten . Zum großen Teil Horror, Mystery und Fantasy. Das ist das Buch, das ich mir immer mal wieder zur Hand nehme, weil Joe Hill es einfach immer wieder schafft mich zu überraschen. Unglaublich auf was man für Ideen kommen kann. Aber vielleicht hat er das auch von seinem Vater, Stephen King, in die Wiege gelegt bekommen.

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Ich nicht. Das liegt aber daran, dass ich mit dem Schreiben noch nicht mein Geld verdiene und nur an neuen Geschichten arbeiten kann, wenn es meine Freizeit erlaubt. Diesen Traum versuche ich mir aber zu erfüllen. Ich nehme mir aber auch genug Zeit für andere Dinge. Das Schreiben selbst ist für mich auch meistens Entspannung. Jedenfalls so lange ich mit einer Geschichte vorankomme.

Wie sieht dein Alltag aus?

Der Alltag besteht aus viel zu frühem Aufstehen (Gott, was liebe ich es zu schlafen!), danach mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Nach 8 Stunden fahre ich nach Hause und schreibe entweder noch ein bisschen, lese etwas oder schaue mir einen guten Film an. Soweit so normal. Ich wünschte mir echt, ich könnte etwas Interessanteres erzählen.

Was bringt dich zum Lachen?

Adam Sandler! Auch wenn viele sagen, dass ihnen der Humor zu billig ist. Ich lach mich immer wieder schlapp, wenn ich mir einen Film von ihm ansehe.

Welches Hobby hast du?

Ich habe vor ein paar Monaten angefangen Comics zu sammeln. Überwiegend von DC (also Superman, Batman, usw.). Hört sich ein bisschen nerdig an, ich weiß. Und wahrscheinlich ist es das auch. Außerdem mag ich es natürlich zu lesen. Mit Filmen und Videospielen beschäftige ich mich auch mal ganz gerne.

Wie siehst du dich in 10 Jahren?

An einem schönen Strand in der Südsee. Was aber wahrscheinlicher ist, ist das ich immer noch schreibe. Diese Vorstellung ist aber mindestens genauso schön. Ich möchte bis dahin gerne eine Fantasy-Welt erschaffen haben, die sich vielleicht sogar über mehrere Teile erstreckt. Nicht weil es gerade so IN ist, sondern weil die Welt so riesig ist, dass sie tatsächlich nicht in einem Teil Platz findet. Also so komplett mit eigens erfundenen Wesen und Orten. Ich habe ja vor allem in meiner Jugend sehr gerne die alten Super Nintendo Rollenspiele gespielt (Spiele wie Zelda, Terranigma, Lufia und Final Fantasy). Für mich waren die dort erschaffenen Welten so riesig und wunderschön, dass ich mich sogar heute noch ab und zu darin verirre. Wenn so etwas einmal ein Leser über eine meiner Geschichten sagt, bin ich der glücklichste Mensch der Welt.

Hier darfst du sagen, was du schon immer einmal sagen wolltest:

Lasst euch von der schlechten Stimmung die zurzeit herrscht nicht verrückt machen! Das Leben ist schön! Wirklich! Versucht euren Fokus etwas mehr auf die schönen Seiten im Leben zu lenken. Wenn man den Fernseher einschaltet oder die Timeline bei Facebook durchliest, könnte man meinen, dass es mit der Welt bergab geht. Das ist vielleicht sogar so. Aber auch nicht in schlimmerem Maße als sie früher auch bergab ging. Es kommt einem nur schlimmer vor, weil man ständig und überall mit den negativen Schlagzeilen bombardiert wird. Tut euch selbst den Gefallen und glaubt nicht alles. Nehmt euch auch mal eine Auszeit. Und vor allem: Versucht selbst die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Da reichen schon kleine Gesten. Achtet auf eure Mitmenschen!

Vervollständige folgende Sätze:

Ich bin süchtig nach

…Pizza!

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre…

…Horror, Jugendromane, Fantasy, Thriller? Ich kann mich nicht entscheiden!

Ich lese keine Bücher aus dem Genre…

Ratgeber (zumindest fast keine), Esoterik und Kochbücher. Was Kochbücher angeht ist da bei mir eh Hopfen und Malz verloren. Da helfen die besten Rezepte nichts. Das Endergebnis wird einfach deprimierend.

Mein Lieblingsgetränk ist…

…Cola. Ungesund aber lecker! Wenn es auch was Alkoholisches sein darf: Whisky, aber natürlich in Maßen (auch wenn es nach Autorenklischee klingt).

Mein liebstes Liebeslied ist…

„Love like Ghosts“ von Lord Huron.

Ich grusel mich vor…

…allem was mehr als vier Beine hat. Am schlimmsten ist, wenn diese noch behaart sind. Aber Psst! Niemandem sagen! Spinnen sind so ziemlich das Schlimmste für mich. Wenn aber jemand in der Nähe ist, lasse ich mir nie etwas anmerken. Sobald ich aber alleine bin und eine Spinne oder einen Heuschrecke oder so entdecke, renne ich panisch herum, wie ein aufgescheuchtes Huhn. Stellt euch das bildlich mit einem 150 kg schweren, 2,20 m großen, Mann vor.

Wenn ich ein Geist wäre,…

…würde ich alles und jeden erschrecken (aus welchem Grund sollte man sonst ein Geist sein?)

Wenn ich in einem Buch leben würde, wäre ich...

…ein langweiliger Nebencharakter, den man schon nach einer Seite wieder vergessen hat.

Beim Schreiben esse ich….

…nichts. Außer es kommt jemand vorbei, der mich füttert. Beim Schreiben bin ich einfach in meiner eigenen Welt.

Kommen wir nun zum Schreiben

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Manchmal kommen mir Ideen aus Alltagssituationen heraus. Im Zug, auf dem Weg zur Arbeit oder auch wenn ich einfach mal spazieren gehe. Ich versuche immer alles bewusst zu erleben. Manchmal sind es Begegnungen, die mir im Gedächtnis bleiben. Aber auch ein Lied, ein Bild oder ein Film können mich mal zu einer Geschichte inspirieren. Mir ist zum Beispiel mal eine Gruppe von fünf Jugendlichen in einem Eiscafé aufgefallen. Ich saß bestimmt eine halbe Stunde dort und habe einen leckeren Erdbeereisbecher verschlungen. Und ungelogen: Die ganze halbe Stunde kam bei denen keine Unterhaltung zustande. Alle haben wie hypnotisiert auf ihre Smartphones geglotzt. Das fand ich traurig und hat mir ehrlich gesagt auch ein bisschen Angst gemacht. Ein paar Tage später habe ich dann noch einen jungen Mann gesehen, der so vertieft in sein Smartphone war, dass er gegen eine Straßenlaterne gelaufen ist. Das hat mich zu einer Kurzgeschichte mit dem Titel „Smombie Apokalypse“ inspiriert. Eine Dystopie, die auch mit einem kleinen Augenzwinkern, eine Zukunft zeigt in der viele abhängig von Smartphones sind und ohne ihre eckigen Gottheiten nicht mehr leben können. Die Geschichte ist aber noch nicht veröffentlicht.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Wenn ich für eine Geschichte recherchiere nutze ich manchmal das Internet. Wikipedia zum Beispiel kann manchmal schon hilfreich sein. Wobei man da auch vorsichtig sein muss. Sollte das Thema aber mal sehr komplex sein kaufe ich mir lieber Fachliteratur dazu. Da bin ich etwas altmodisch.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Da herrscht das totale Chaos! Den sollte man eigentlich zur Sperrzone erklären. Akute Verschüttungsgefahr! Obwohl ich es sonst ordentlich mag. Keine Ahnung, wieso dort so eine Unordnung herrscht, aber das war schon früher in meinem Kinderzimmer so. Am Schreibtisch ist kein Platz zum Schreiben. Meistens setze ich mich mit meinem Laptop ins Wohnzimmer oder auch an den Esstisch.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Da ich ja nicht als hauptberuflicher Autor arbeite und das aktuell so nebenher mache, kann ich die Frage nicht so gut beantworten. Aber selbst bei mir, als nicht hauptberuflicher Autor, ist es so, dass ich mir ständig Gedanken über meine Geschichten mache oder neue Ideen sammle. Ich denke jeden Tag über das Schreiben nach. So geht es wohl vielen: Die Dinge die man liebt spielen ständig eine Rolle in den Gedanken. So geht es mir mit dem Schreiben.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Ich mache da eigentlich alles über Facebook. Habe da meine Autorenseite. Außerdem haben wir vom Team Hoffnungsschimmer eine Website (www.hoffnungsschimmer-anthologie.de), in der wir die Beteiligten und das Projekt an sich vorstellen. Die Seite wird von der lieben Claudia betreut, die auch am Korrektorat der Geschichten mitgearbeitet hat (liebe Grüße an dieser Stelle). Ich muss aber gestehen, dass ich die Möglichkeiten, die gerade das Internet mit allen Plattformen bietet, viel zu wenig nutze. Da muss ich stark an mir arbeiten und mich etwas mehr öffnen. Und seit neuestem gebe ich auch Interviews, die auf Blogs von lieben Buchbloggern zu lesen sind.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

Planung finde ich schon wichtig. Selbst bei den Kurzgeschichten hilft es die Story kurz zusammenzufassen, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Aber das ein oder andere verselbstständigt sich auch. Manchmal kommt mir während des Schreibens noch eine bessere Idee oder mir fällt ein interessanter Nebencharakter ein. Einen gewissen Spielraum sollte man sich auch immer lassen. Bei Romanen halte ich es jedoch für essentiell gut organisiert zu sein. Kein Mensch (zumindest Keiner, den ich kenne) kann sich merken, was er bei einem 300 Seiten Roman auf Seite 87 stehen hat. Da ist eine gewisse Planung einfach wichtig, sonst sind Logikfehler unausweichlich.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

Mein absolutes Herzensprojekt ist die Anthologie „Hoffnungsschimmer – Im Dunkel ein Licht“, die ich als Herausgeber betreue und auch eine Kurzgeschichte beigesteuert habe. Der komplette Erlös aus dem Projekt wird an Herzenswünsche e.V. aus Münster gespendet, ein Verein, der die Wünsche von schwer kranken Kindern und Jugendlichen erfüllt. Es handelt sich dabei um ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem ich ganz wundervolle Menschen kennenlernen durfte. Die Autorinnen und Autoren, die mir voller Vertrauen ihre Geschichten und Gedichte in die Hände gegeben haben. Das großartige Lektorats- und Korrektorats-Team, dass sich jeder große Verlag wünschen würde oder auch die Illustratorinnen, die wundervolle Bilder zu den Geschichten gezaubert haben! Nicht zu vergessen ist auch Rica Aitzetmueller von Cover & Books – Buchcoverdesign, eine der talentiertesten Coverdesignerinnen die ich kenne und Stefan Stern, der sich um das Innenleben, also den Satz, des Buchs gekümmert hat. Dank all dieser Menschen ist Hoffnungsschimmer ein tolles Buch voller Hoffnung geworden, dass für jeden eine Inspiration und Hilfe in schwierigen Zeiten sein kann. Aktuell arbeiten wir übrigens an dem zweiten Teil, der voraussichtlich im Frühjahr 2018 erscheinen und „Hoffnungsschimmer – Facetten des Glücks“ heißen wird. Auch hier geht wieder der komplette Erlös an Herzenswünsche e.V.

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung heraus, ohne zu spoilern?

Als Autor von Kurzgeschichten hat man den Vorteil, dass man immer ganze Geschichten vorlesen kann. So suche ich aus einer Anthologie z.B. ein oder zwei Geschichten heraus, die zum einen in den Zeitrahmen passen, aber auch gut den Grundgedanken der jeweiligen Anthologie wiederspiegeln.

Hast du in deinen Geschichten einen Lieblingscharakter?

Einer meiner Lieblingscharaktere ist Yasemin aus meiner Kurzgeschichte „Sternenbrücke“, die in „Hoffnungsschimmer – Im Dunkel ein Licht“ veröffentlicht wurde. Yasemin steht in der Geschichte der schwer kranken Emily bei. Man begleitet die beiden und ihre Familien über mehrere Jahrzehnte. Yasemin gibt Emily in der Geschichte durch ihre sehr positive Art und ihre innige Freundschaft, so viel Lebensmut, dass Emily wieder so etwas wie Normalität findet und wieder einiges an Kraft zurück erlangt. Ein Schicksalsschlag sorgt dann aber dafür, dass Emily ihre beste Freundin verliert. Als ich die Geschichte geschrieben habe, hat mir dieser Moment fast selbst das Herz gebrochen. Aber manchmal muss man solche Entscheidungen auch für seine liebsten Charaktere treffen.

Identifizierst du dich selbst mit einen deiner Figuren?

Mit einigen mehr, mit anderen weniger. Ich glaube in jede Figur, die man als Autor erfindet, fließt bis zu einem gewissen Grad auch etwas von sich selbst mit rein. Das heißt jetzt aber nicht, dass man von Horror- oder Thriller-Autoren Angst haben müsste. Aber eine spezielle Figur, die man zu 100 % mit mir vergleichen könnte gibt es nicht, ich denke aber, dass man mich etwas kennenlernen kann, wenn man meine Geschichten liest.

Gibt es reale Personen, die dich zu deinen Figuren inspirieren?

Jede Person, die ich treffe und die mir in irgendeiner Form, ob jetzt positiv oder negativ, in Erinnerung bleibt, könnte mich zu Figuren in meinen Geschichten inspirieren. Man entwickelt die Charaktere ja aus seinen Vorstellungen und Erfahrungen heraus, die man sich im täglichen Leben aneignet. Als Leser geht es mir zum Beispiel ähnlich. Wenn ich einen bestimmten Satz, z.B. die Beschreibung eines Charakters lese, hab ich automatisch meine reale Version davon im Kopf.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Neben den Arbeiten an „Hoffnungsschimmer – Facetten des Glücks“, nehme ich mir fest vor eine eigene Kurzgeschichtensammlung zu veröffentlichen. Der Projektname hierfür lautet „Der Himmel, die Hölle und der unerklärliche Raum dazwischen.“ Ist aber wahrscheinlich für einen Buchtitel etwas lang. Mal schauen. Ein Jugendroman muss auch noch fertig geschrieben werden. Das Thema des Romans ist mir aber so wichtig, dass ich mir da zur Not auch nochmal etwas länger Zeit lasse. Außerdem ist ein Gemeinschaftsprojekt geplant, was aber noch nicht ganz spruchreif ist. Mit einer Autorin, die mir ganz besonders ans Herz gewachsen ist und die wunderschöne Gedichte schreibt.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Oh ja. Das sind dann aber Tage in denen das meiste Andere auch nicht funktioniert. Diese Tage, an denen man sich wünscht, man wäre einfach im Bett geblieben.

Wann und wo schreibst du?

In möglichst vielen, meiner freien Minuten. Am liebsten zu Hause und wenn ich alleine bin.

Schreibst du einfach drauf los oder recherchierst du erst, planst, legst Notizen an, bevor du zu schreiben beginnst?

Bei einer Kurzgeschichte, die ein Thema behandelt, mit dem ich mich gut auskenne, schreibe ich auch einfach mal drauf los. In der Regel plotte ich aber meine Geschichten bzw. mach mir wenigstens ein paar Stichworte. Bei einem Thema mit hohem Rechercheaufwand ist es aber erstmal wichtig sich richtig vorzubereiten. Leser merken es, wenn man von dem was man schreibt keinen blassen Schimmer hat und schmeißen das Buch dann vollkommen zu Recht in die nächste Tonne.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Ich bin der Ansicht, dass ein Großteil wirklich Handwerk und somit erlernbar ist. Wobei Talent natürlich nicht schaden kann. Wichtig ist dabei, dass einem das Schreiben Spaß macht. Ansonsten gilt, wie bei fast allem: Übung macht den Meister! Bei einem Schreibkurs war ich nie. Ich habe angefangen mich zu vernetzen und bin dann irgendwann, vielleicht durch eine glückliche Fügung, auf die richtige Person getroffen. Das war etwa Ende 2015, Anfang 2016. Innerhalb einer Autorengruppe auf Facebook wurde eine Anthologie geplant. Ich habe mich dazu entschlossen mitzumachen und habe eine der Personen angefragt, die sich bereit erklärt haben, für das Projekt zu lektorieren. Es handelte sich dabei um den Autoren Bernd Daschek. Er schreibt nicht nur Geschichten, die man nie wieder vergisst, sondern hat auch einen unglaublichen Fundus an Wissen. Seitdem stand er mir mit Rat und Tat zur Seite und ich wage zu behaupten, dass es von mir heute noch keine Veröffentlichung geben würde, wenn ich ihn nicht kennengelernt hätte. Jedenfalls keine zu der ich nach wie vor noch zu 100 % stehen könnte. Später hat er dann die Schreibgruppe-Prosa gegründet. Die nach und nach gewachsen ist und zu einem richtigen Team wurde. Mittlerweile veröffentlicht die Gruppe regelmäßig Anthologien, die ihresgleichen suchen. Und ich bin sehr stolz darauf auch in einigen vertreten zu sein. Meine Geschichten sind ganz okay, aber die Geschichten der anderen Autorinnen und Autoren darin sind episch!

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Ich freue mich vor allem, wenn ich eine Geschichte geschrieben habe und damit glücklich oder zumindest zufrieden bin. Wenn dann eine Geschichte veröffentlicht wird und die ersten Leserfeedbacks kommen ist das ein unbeschreiblich schönes Gefühl, dass ich nicht mehr missen möchte.

Was denkst du, ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt?

Wenn ich mein Leseverhalten betrachte ist mir eine spannende oder auch berührende Handlung natürlich wichtig. Dennoch kann auch eine nicht so originelle oder spannende Handlung mich packen, wenn ich mich in die Figuren hineinversetzen kann. Mit ihnen mitfühlen und mit ihnen leiden oder mich auch freuen kann. Kurzum: Ich halte beides für wichtig, interessante Charaktere, aber für wichtiger.

Ist ein Erscheinungstermin eines Buches genauso aufregend wie die Geburt eines Kindes, ist ja auch irgendwie ein Baby?

Ich weiß, dass dieser Vergleich gerne von einigen Autoren genutzt wird, um ihre Freude auszudrücken. Einen Vergleich mit der Geburt eines Kindes kann oder will ich aber auch nicht ziehen. Das liegt zum einen daran, das ich dieses Glück noch nicht hatte, zum anderen aber auch daran, dass ich mir nichts Wundervolleres vorstellen kann, als Vater zu werden! Nichts destotrotz ist meine Freude immer riesig, wenn eine meiner Geschichten veröffentlicht wird.

Wer darf als erstes deine Manuskripte testlesen?

Viele lassen ihre Manuskripte testlesen, ich jedoch nutze diese Möglichkeit eher selten. Manchmal, wenn ich das Gefühl habe, dass eine Geschichte gut zu einem Freund oder einer Freundin passen würde, weil er oder sie das Genre mag, höre ich mir gerne mal die Meinung dazu an. Ansonsten schreibe ich ab und zu Kurzgeschichten im Rahmen von Challenges der Schreibgruppe-Prosa. Dort bekomme ich immer Rückmeldungen, die die Geschichten auch wirklich weiterbringen. Das würde ich wirklich jedem weiterempfehlen, der konstruktive Kritik haben möchte. Ansonsten können eine Handvoll Testleser aber natürlich auch sinnvoll sein. Diese dürfen aber keine Scheu haben, vor allem auch die negativen Punkte anzumerken.

Wie haben deine Familie und dein Umfeld reagiert als du das Schreiben von Büchern angefangen hast?

Viele waren überrascht. Ich war es ja selbst.

Abschließende Worte:

Zuerst möchte ich euch, Svenja, Lee und Sandro danken. Vielen Dank, dass ich mich auf eurem Blog vorstellen darf. Und vor allem: Danke dafür, dass ihr auch Selfpublisher unterstützt. Das Interview hat mir sehr großen Spaß gemacht! Mein weiterer Dank gilt euren Lesern, vor allem denjenigen, die es bis hierhin geschafft haben und das Interview mit Interesse verfolgt haben. Ich hoffe, dass ich euch für Kurzgeschichten begeistern konnte und ihr, wenn es bisher für euch nicht so ein Thema war, etwas offener dafür geworden seid. Einige Tipps konntet ihr ja im Interview herauslesen. Schaut euch unbedingt auch mal das Projekt Hoffnungsschimmer an. Die Geschichten, Gedichte und Illustrationen werden euch gefallen und tief berühren. Das verspreche ich euch! Helft dabei mit, schwer kranken Kindern und Jugendlichen ihre Wünsche zu erfüllen!

Behaltet euch eure Begeisterung für unsere Bücher und Geschichten bei! Denn ohne Leser sind wir Autoren nichts. Selbst die schönsten Welten verlieren ihren Glanz, wenn man sie nicht mit anderen teilen kann.

Infos zum Projekt Hoffnungsschimmer findet ihr unter folgenden Links:

Website: www.hoffnungsschimmer-anthologie.de

Facebook: https://www.facebook.com/hoffnungsschimmer2016/

Amazon: https://www.amazon.de/Hoffnungsschimmer-Dunkel-Anthologie-Gunsten-Herzensw%C3%BCnsche/dp/3741253162/ref=tmm_pap_swatch_0?_encoding=UTF8&qid=&sr=

Infos über mich findet ihr unter folgenden Links:

Facebook: https://www.facebook.com/AlexanderGrunAutor/

Amazon: https://www.amazon.de/Alexander-Grun/e/B01ES22S14/ref=dp_byline_cont_book_1

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