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    [Blogtour] 30 Sekunden zu spät – Alzheimer

    Herzlich willkommen zum vierten Tag der Blogtour zu „30 Sekunden zu spät“ von Kaja Bergmann!


    An den letzten Tagen habt ihr schon einiges über das Buch erfahren, heute schauen wir uns an, was es bedeutet mit einem Menschen zusammen zu leben der Demenz bzw. Alzheimer hat. Dafür müsst ihr aber auch erfahren was diese Krankheit genau ist.

    Meine eigenen Erfahrung mit Alzheimer:

    Ich selber arbeite in der Pflege und habe da oft mit Menschen zu tun, die an Alzheimer erkrankt sind. Für die Angehörigen und auch den Patienten selber ist es keine leichte Erkrankung, da es im komplette Umfeld Auswirkungen hat. Es fängt mit kleinen Sachen an, wie das man vergisst wo man den Schlüssel hingelegt hat, und endet darin das man sogar noch nicht mal mehr seine eigene Familie erkennt. Egal in welchen Bereich der Patient ist, es ist immer schwer für die Angehörigen und auch für das Umfeld mit diesen Veränderungen umzugehen.

    Auch ich wurde wie oben schon erwähnt schon mehrfach mit dieser Krankheit konfrontiert und muss auch sagen, dass es für mich auch nicht immer leicht ist. Jeder Alzheimer Patient ist anders, es gibt welche, die super lieb sind und einfach nur vergessen wo sie ihre Sache hingelegt haben. Es gibt aber auch Patienten, die agressiv werden. Gerade diese Patienten sind schwer zu handhaben, aber man darf ihnen nicht böse sein, weil sie können sich daran meist nach wenigen Minuten nicht mehr erinnern. Man muss sich immer vor Augen halten, das dieser Mensch krank ist.


    Kommen wir nun erstmal zur Erkrankung selbst:

    Was ist Demenz?

    In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz. Sie gehört zu den häufigsten Krankheitssyndromen im Alter. Im Verlauf kommt es zu einem Abbau des Gedächtnisses, der mit Störungen in verschiedenen Bereichen (z. B. Denkfähigkeit, Orientierung, Sprache, Verhalten) einhergeht.

    Nur vergesslich oder schon dement?

    Jeder von uns hat schon mal vergessen wo sein Handy liegt oder den Autoschlüssel verlegt. Gerade in solchen Situationen fragen sich oft ältere Menschen ob sie an Demenz erkrankt sind. Wichtig ist vergesslich sein kann jedem passieren und ist nicht immer ein Vorbote für Demenz. Erst wenn es immer öfter vorkommt, dass man etwas vergisst und man trotz Nachdenken sich nicht erinnern kann sollt man es bei einem Arzt untersuchen lassen.

    Wissenswert: Demenzkranke vergessen nicht nur Details, sondern ganze Vorgänge und Abläufe. Ihnen fällt es immer schwerer, alltägliche Dinge zu erledigen und sich in ihrem eigentlich bekannten Umfeld zu orientieren.

    Definition zu Demenz:

    Demenz bedeutet sinngemäß „ohne Geist“. Definiert sind Demenzerkrankungen durch den Abbau geistiger Funktionen, die dazu führen, dasd der Altag nicht mehr bewältigt werden kann.Zusätzlich zu den geistigen Fähigkeiten können auch Orientierungs- und Sprachprobleme auftretten, sowie Änderungen des Verhaltens und der Persönlichkeit können bei Patienten sichtbar werden.

    Was ist der Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer?

    Alzheimer und Demenz ist nicht das selbe! Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit Verlust von geistigen Funktionen einhergeht.

    Welche Demenz-Formen gibt es?

    Demenz-Formen und ihre Verbreitung

    • Alzheimer-Demenz: ca. 60 %
    • Vaskuläre (gefäßbedingte) Demenz: ca. 15 %
    • Mischform: Alzheimer und Vaskuläre Demenz: ca. 15 %
    • Weitere Demenzformen (ca. 10 %): z. B. Lewy-Körperchen-Demenz, Parkinson-Demenz, frontotemporale Demenz, medikamentös bedingte Demenz, stoffwechselbedingte Demenz, Demenz infolge eines Schädel-Hirn-Traumas

    Wann tritt Demenz auf?

    Auch wenn es einige wenige Demenz-Formen gibt, die auch in jüngeren Jahren auftreten können, so gilt Demenz im Allgemeinen als Erkrankung des Alters. Das machen auch diese Zahlen deutlich:

    AltersgruppeAnteil der Demenzkranken
    65- bis 69-Jährige1,2 %
    80- bis 84-Jährige13,3 %
    Über 90-Jährige35 %

     

    Neben dem Alter zählen jedoch auch das weibliche Geschlecht, die Erbanlagen oder bestimmte Grunderkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck zu den Risikofaktoren für Demenz.

    Wie wird Demenz festgestellt?

    Folgende Test bzw. Untersuchungen können angewendet werden:

    • Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte): Welche Symptome treten auf? Wann das erste mal? Welche Medikamente werden eingenommen? Gibt es Demenzerkrankungen in der Familie? Etc.
    • Körperliche Untersuchung: Blutdruck, Puls, Urin, Blut
    • Neuropsychologische Tests: Untersuchung der geistigen Fähigkeiten, z.B. Kurz- und Langzeitgedächnis, Aufmerksamkeit, Konzentrationsfähigkeit, zeitliche und räumliche Orientierung. (hier findet ihr ein Ablauf eines solchen Tests: Mini-Mental-Status-Test)
    • Blutuntersuchung und Liquordiagnostik : Stoffwechselerkrankung können zu Demenz führen
    • MRT und CT: Infarkte, Blutungen, Tumore oder eine Schrumpfung bestimmter Abschnitte im Gehirn.

    Was sind Ursachen von Demenz?

    Es gibt zahlreiche Faktoren, die als Auslöser einer Demenz in Frage kommen

    Häufige Ursachen für Demenz

    • Neurodegenerative Erkrankungen
      z. B. Alzheimer-Krankheit, Lewy-Körperchen-Krankheit, Erkrankungen des Stirnhirns (Frontotemporale Degenerationen)
    • Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns.
      führen zur sogenannten vaskulären Demenz, die durch Durchblutungsstörungen im Gehirn gekennzeichnet ist.

    Seltenere Ursachen für Demenz

    • Neurologische Erkrankungen (z. B. Parkinson)
    • Stoffwechselkrankheiten (z. B. Diabetes mellitus)
    • Schädel-Hirn-Verletzungen
    • Infektionen
    • Medikamente (z. B. Antidepressiva, Neuroleptika)
    • Tumore
    • Blutungen
    • Vitaminmangel
    • Hormonmangel
    • Abflussbehinderungen des Nervenwassers im Gehirn (Liquor)

    Kann man Demenz beheben?

    Es gibt einige Auslöser für Gedächnisprobleme, die sich rückgängig machen lassen, z.B.

    • Depressionen
    • Hirnblutung
    • Tumore, wenn ise entfernt werden können
    • Infektionen des Gehirns
    • Vitaminmangel
    • Hormonmangel
    • Medikamente

    Was sind die Ursachen für Alzheimer?

    Die Alzheimer-Demenz ist die häufigste Demenzform, bei der es zu einem allmählichen Verlust von Nervenzellen kommt. In der Folge kommt es zu einem fortschreitenden Abbau von geistigen Fähigkeiten, die durch Sprachstörungen und oft auch durch Veränderungen im Sozialverhalten und der Persönlichkeit begleitet werden. Die genaue Ursache der Alzheimer-Krankheit ist bis heute noch nicht vollständig erforscht. Heute weiß man, dass es zu kleinsten Veränderungen im Gehirn kommt.

    Welche Symptome tretten bei Demenz auf?

    Typisches Merkmal der Erkrankung ist, dass sich ein Muster aus verschiedenen Symptomen zeigt.

    Symptome im Überblick

    • Vergesslichkeit
    • Konzentrationsprobleme
    • Beeinträchtigung des Denkvermögens
    • Schwierigkeiten bei alltäglichen Verrichtungen
    • Sprachprobleme
    • Orientierungsprobleme
    • Stimmungsschwankungen
    • Änderung des Verhaltens und der Persönlichkeit

    Als weitere Symptome können zum Beispiel Schlafstörungen und Störungen des Tag-Nacht-Rhythmus, Appetit- und Essstörungen sowie Schluckstörungen und speziell im späten Stadium auch Inkontinenz auftreten. Typisch ist auch, dass Demenzpatienten ruhelos umhergehen (sogenanntes „Wandering“).

    Was sind die Symptome bei Alzheimer?

    Die Alzheimer-Symptome treten typischerweise schleichend ein. Mit der Zeit verschlechtert sich der geistige und körperliche Zustand der Betroffenen. Der Krankheitsverlauf wird in drei Stadien unterteilt. Zu Beginn kommt es zu leichten Gedächtnisstörungen und ersten Orientierungsproblemen. Das Denkvermögen wird zunehmend beeinträchtigt und im Krankheitsverlauf kommen oft neue Symptome wie Orientierungslosigkeit und Sprachstörungen hinzu. Im späten Stadium ist der körperliche Verfall so weit fortgeschritten, dass die Betroffenen oft bettlägerig sind.

    Merkmale

    • Schleichender Beginn
    • Symptome verschlechtern sich mit der Zeit, neue Symptome kommen hinzu
    • Störungen in folgenden Bereichen sind typisch: Gedächtnis, Denken, Sprache, Erkennen, Orientierung
    • Es kann auch zu Änderungen im Sozialverhalten und der Persönlichkeit kommen.

    Was sind die Risikofaktoren?

    Wenn man danach geht was man bis heute über die Demenzkrankheit herrausgefunden hat, unterscheidet man zwischen beinflussbaren und nicht beinflussbaren Risikofaktoren.

    • Höheres Lebensalter
    • Weibliches Geschlecht
    • Erbanlagen
    • Geringe geistige Aktivität und wenig Sozialkontakte
    • Schädel-Hirn-Verletzung
    • Neurologische Erkrankungen
    • Übermäßiger Alkoholkonsum
    • Bluthochdruck
    • Fettstoffwechselstörung
    • Diabetes
    • starkes Übergewicht
    • Rauchen

    Wie ist der Verlauf von Demenzerkrankung?

    Es gibt bei dieser Krankheit von Patient zu Patient unterschiedliche Verläufe, allerdings sind die meisten Demenzformen fortschreitend.

    Wie ist der Verlauf von Allzheimer?

     

    Wie ist die Behandlung bei Demenz?

    Die Therapie ziehlt immer darauf ab, die Symptome und die Alltagsfähigkeit zu verbesser oder zeitweise zu stabilisieren. Welche Therapie dabei eingesetzt wird ist von Patient zu Patient unterschiedlich, da man die Ursache, das Stadium und den Verlauf mit beachten muss. Allerdings sind die meisten Formen der Demenz nicht heilbar. Die Behandlung baut auf drei Säulen auf:

    1. Behebbare Ursachen behandeln
    2. Medikamente
    3. Weiter Therapien wie Ergotherpaie, Gedächnistraining, Musiktherapie, etc.

    Wie wird Alzheimer behandelt?

    Es wird auch hier eine Kombination verschiedener Therapien gewählt, die aber abhängig von dem Statium der Erkrankung und den persönlichen Bedürfnissen sind. Es gibt Medikamente, die extra für Alzheimer zugelassen sind, sie lindern die Symptome und verzögern das Fortschreiten. Zu der medikamentösen Therapie kommt auch der 3 Baustein zu Anwendung und es werden auch hier Ergotherapie, Gedächnistraining etc. eingesetzt.

    Hier mal ein paar Medikamente zur

    Antidementiva im Überblick

    WirkstoffWirkprinzipEinsatz bei
    DonepezilCholinesterase-Hemmer

    Hemmen den Abbau des Botenstoffes Acetylcholin, der dann wieder vermehrt zur Verfügung steht.

    Leichtgradiger bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz
    GalantaminLeichtgradiger bis mittelschwerer Alzheimer-Demenz
    RivastigminLeichtgradiger bis mittelschwerer Demenz infolge von Alzheimer oder Parkinson
    Ginkgo bilobaFördert die Durchblutung im Gehirn

    Verbesserung der Sauerstoffversorgung

    Bei leichtgradiger Alzheimer- oder vaskulärer Demenz, sowie bei Mischformen aus beiden
    MemantineGlutamat-Antagonist

    Wirkt einer übermäßigen Glutamat-Ausschüttung im Gehirn entgegen.

    Mittelschwere bis schwere Alzheimer-Demenz

    Ich hoffe ihr habt einen Einblick bekommen in die Krankheit. Klar war es ein langer Bericht mit vielen Infos, aber ich finde, dass man einen Bericht über so einen Krankheit nicht kürzer schreiben kann bzw. sollte da es zu viele wichtige und spannende Infos dazu gibt. Ich hoffe ich habe euch mit dem Beitrag nicht erschlagen und sollten noch Fragen da sein, stellt sie mir doch einfach in den Komentaren.

    Eure Svenja


    Gewinnspiel

      Die Teilnahme an diesem Gewinnspiel ist einfach – beantwortet einfach die tägliche Gewinnspielfrage per Kommentar.

    Unsere genauen Teilneahmebedingungen findest du hier

    Die heutige Frage lautet: Wie viele Menschen leiden in Deutschland unter Demenz?


    Gewinn

    1 Print „30 Sekunden zu spät“ von Kaja Bergmann


    Blogtourfahrplan

    02.01 30 Sekunden zu spät  bei Sonja

    03.01 Ich weiß, wer ich bin  bei Ann-Sophie

    04.01 Miranda fühlt sich verfolgt   bei Jessica

    05.01 Opa weiß es nicht!  bei Svenja

    06.01 Butterfly Effect   bei  Simone

    07.01 Kaja Bergmann  bei Kathrin

     

    Comments (8)

    1. karin,

      Hallo und guten Tag,

      erst einmal ein überwältigender Beitrag…..extra Dank geht hier an die Bloggerin Svenja….die uns Leser und Leserin, die ganze Bandbreite dieser Krankheit aufgezeigt hat.

      O.K. er hat mich persönlich doch etwas erschlagen hat….aber egal, denn das Krankheitsbild/Ursachen/Verlauf und Behandlung ist doch sehr vielschichtig und nicht so einfach, wie ich mir, dass als Laie vorstellt habe zumindest in meiner persönlichen Vorstellung.

      Da hast Du gut aufgeklärt…Danke dafür.

      Zu Deiner Frage…es sind 1,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen.

      LG..Karin…

    2. Daniela Schiebeck

      In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz.

      Liebe Grüße,
      Daniela

    3. Ira Schneider

      Hallo,
      Wowein wirklich interessanten und fesselnder Beitrag. Demenz ist echt eine traurige Krankheit und doch bringt sie alle zum nachdenken. Es kommen immer wieder die Gedanken, wie schlimm es wäre wenn die Lieben einen nicht erkennen und/oder andersherum 🙁
      Auch interessant, dass Frauen häufiger betroffen sind.
      Vielen Dank für diesen Beitrag.

      Es sind etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland betroffen.

      Liebe Grüße, Ira S
      irisch1094@gmail.com

    4. SaBine K.

      Hallo,

      in Deutschland leiden ca. 1,5 Mio. Menschen unter Demenz.

      LG
      SaBine

    5. Hey Svenja! 🙂

      Wow – ganz, ganz lieben Dank für diesen krassen Beitrag! Mensch, hätte ich vorher gewusst, dass du so gut Bescheid weißt, hätte ich mir das Recherchieren gespart und einfach dich gefragt. 😛

      Nein, im Ernst: Ich stimme Ira voll zu, Demenz ist so eine traurige Krankheit, deshalb find ich’s toll, dass du so gut und ausführlich darüber aufgeklärt hast. Danke nochmal dafür.

      Liebe Grüße

      Kaja

    6. Jessica M.

      Hallo,
      ersteinmal Danke für diesen wirklich interessanten Beitrag. Zu deiner Frage: In Deutschland leiden ca. 1,5 Mio. Menschen unter Demenz.

    7. Katja

      Hallo und vielen Dank auch für diesen informativen Beitrag zur Blogtour. Zur heutigen Frage: In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an einer Demenz.

      LG
      Katja

    8. Tiffi2000

      Hallo,

      danke für den Beitrag! Es sind 1,5 Millionen…

      LG

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