Rezension & Interview zum Buch “Green Net”

Rezension & Interview zum Buch “Green Net”

Rezension zum Buch “Green Net” von Wilfried von Manstein

Titel: Green Net

Autor: Wilfried von Manstein

Verlag: Edition INMO im Verlag boernermedia

Erscheinungsjahr: 10.12.2016

Seitenzahl: 412 Seiten

ISBN: 978-3942498203

Format: Gebundene Ausgabe

Preise: Gebundene Ausgabe : 22,80 Euro

Taschenbuch : 14,80 Euro

Ebook : 9,34 Euro


***Klappentext***

Der 12jährige Mario ist ein »Baumflüsterer«. Er wohnt in einer Stadt, die einen berühmten Zoo beherbergt, in dem Nasenaffen auf einer Würgefeige leben. Mario zeigt autistisches Verhalten und spricht am liebsten nur mit Bäumen, deren Sprache er versteht. Seine Mutter macht sich deswegen Sorgen und sucht einen Psychiater auf. Als Mario sie in der Villa des Psychiaters abholen will, findet er die beiden Erwachsenen in einem rätselhaften Koma liegend. Die Aufzeichnung einer Überwachungskamera zeigt, auf welche Weise das geschah: Ein entdeckter Einbrecher benutzte eine Waffe, die Menschen so sehr verlangsamt, dass sie zu Pflanzen werden (und umgekehrt Pflanzen so sehr verschnellert, dass sie wie Menschen agieren). Die Ärzte sind ratlos, nur Marios Baumfreunde, ein Kastanienbaum und sein Efeu, ahnen, wie die Erwachsenen wieder ins Leben gerufen werden könnten.

Unterstützt von der 14jährigen Tochter des Psychiaters, gerät Mario immer tiefer zwischen die Fronten eines Krieges unter verfeindeten Lagern der Pflanzenwelt. Ein »böser« Baum (die gewaltige Würgefeige im Zoo) möchte die Menschheit ausrotten sein Gegenspieler, der weise Herrscher der Pflanzenwelt, sucht hingegen die Verständigung mit den Menschen. Beide Seiten wollen Mario für ihre Zwecke benutzen. Die Macht des bösen Baumes wächst mit jedem Tag, besonders, als dieser beginnt, das gestohlene Gerät zu vervielfältigen.

(Quelle: Amazon)


***Meinung***

~~~Cover~~~

Das Cover hat mich von sich überzeugt, es ist ein wirklicher Hingucker und etwas besonderes im Bücherregal. Man sieht viele verschiedene Blätter und Früchte, aber die Augen, die das Cover zeigen erkennt man nicht immer sofort. Sie liegen, umgeben von Blättern, ehr im verborgenen und scheinen einen direkt anzuschauen. Die Schrift ist in weiß gehalten und sticht dadurch deutlich vom Cover hervor.

~~~Klappentext~~~

Der Klappentext der Klappentext auf dem Buch ist ein anderer, als den den man auf Amazon findet.

Was wäre, wenn Bäume und Pflanzen sich in einem “green net” versammeln würden, um den blauen Planeten vom Menschen zu befreien.

Dieser Klappentext hat mich wirklich neugierig auf das Buch gemacht. Ich habe mich gefreut auf das Buch und war echt gespannt was mir diese Geschichte bietet. Der Klappentext verrät nicht viel von der Geschichte und man kann ihn dadurch bedenkenlos vorher lesen.

~~~Der Einstieg~~~

Der Einstieg ist mir sofort gut gelungen und ich konnte mich in die Geschichte fallen lassen. Man lernt am Anfang unseren Protagonisten Mario kennen und nach und nach kommen dann immer mehr weitere Charaktere hinzu.

~~~Die Charaktere~~~

Charaktere gibt es hier eine Vielzahl, seien es Menschen, Pflanzen, Insekten, Fabelwesen, Roboter uvm. Leider kommen diese eher oberflächlich daher. Dadurch das es so viele Charaktere war, fehlte mir ab und an die Tiefe. Ich hätte ab und an gerne etwas mehr über sie erfahren, vielleicht wäre es da besser gewesen weniger Charaktere zu nehmen und genauer auszuschmücken, aber das ist nur meine Ansicht. Jeder Leser empfindet das anders.

~~~Die Handlung~~~

Die Handlung klingt zunächst wie eine Abenteuergeschichte eines Jugendromans. Ein Junge mit einer besonderen Gabe, zwei verfeindete Fronten und er mittendrin. Als “Kastanienkind” kann Mario sich mit Pflanzen unterhalten und erhält durch seine Pflanzenfreunde Zugang zum “Green Net”, quasi ein Facebook der Pflanzenwelt. Jeder Baum, Strauch und Weizenhalm kann sich in das Green Net einklinken und mit einer Art Avatar an Versammlungen und Treffen teilnehmen. Dort erfährt Mario von den schlimmen Plänen der verrückten Würgefeige, die die Menschen mit Hilfe der Waffe eines gestrandeten zeitreisenden Professors verlangsamen und die verbündeten Pflanzen verschnellern will, so dass er und seine Gefolgschaft die Herrschaft über die Erde übernehmen können.

~~~Der Schreibstil~~~

Der Schreibstil des Autos ist flüssig und damit gut lesbar. Die Idee und Story haben mich von Anfang an abgeholt und begeistert. Viele beschriebene Szenarien regten zum Nachdenken an. Leider störte mich ab und an die schnellen Wechsel zwischen den verschieden Orten, Zeiten und Charaktere, dieses machte mir es stellenweise schwer dem Verlauf der Geschichte zu folgen.


***Besonderheiten***

Wir hatten die Ehre ein Interview mit dem Autor zu führen und wollen euch das natürlich nicht vorenthalten.

Zu deiner Person:

 

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Weil ich nie etwas Vernünftiges gelernt habe, habe ich schon fast alles versucht. Meistens hatte ich schnell das Gefühl, Profi zu sein und dann hat es nicht mehr so viel Spaß gemacht.

Mit der Theaterregie war es vorbei, als ich merkte, dass man mit Theater nichts bewirken kann.

Mit dem Filmemachen war es vorbei, als ich die Million, die ich mit dem ersten Kinofilm verdient hatte, für den zweiten Film ausgegeben und darüber hinaus noch einen Haufen Schulden gemacht hatte. Nur das Schreiben brauche ich nicht aufgeben, denn ich werde nie ein Profi sein, nie Geld damit verlieren und man kann auch auf dem Totenbett noch diktieren …

(Meine ganze Biografie kann man in Wikipedia unter „Moritz Boerner“ nachlesen.)

 

 

 

Wo liest du am liebsten?

Im Bett

 

 

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

„Höhlenkinder“, „Mario und die Tiere“, Karl May, „Das Geheimnis der alten Mamsell“, Sagen und Märchen. Mein erstes Bilderbuch mit Text haben meine Eltern wunderschön selbst gemalt und geschrieben, weil es direkt nach dem Krieg keine Bücher zu kaufen gab. Und ich war die Hauptperson in diesem Buch!

 

Welches Buch MUSS man unbedingt gelesen haben?

„Der Vorleser“, „Die Wand“, „Atemschaukel“

 

Hast du ein Lieblingsbuch?

Viele Lieblingsbücher. „Die unendliche Geschichte“, „Tintenherz“, Harry Potter, „Das Lied von Eis und Feuer“, „Herr der Ringe“ – die habe ich alle mehrmals gelesen.

 

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Nein, nie. Selbst im Schlaf arbeitet das Unterbewusstsein am Projekt.

 

Hier darfst du sagen, was du schon immer einmal sagen wolltest:

Eigentlich mag ich Bücher gar nicht, weil sie den Glauben an Vieles verstärken, das in Wirklichkeit gar nicht existiert und im Angesicht des Todes auch nicht wichtig ist. Das Gleiche gilt natürlich für jede Form von Unterhaltung: Film, Fernsehen und Nachrichtensendungen.

 

Vervollständige folgende Sätze:

 

Ich bin süchtig nach 

Gestaltung (im kreativen Bereich). Ansonsten: nach meiner Freundin. Aber die liebt mich nicht und so kann ich diese Sucht nicht befriedigen.

 

 

Ich lese keine Bücher aus dem Genre…

Kriminalroman

 

 

 

 

Kommen wir nun zum Schreiben

 

 

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

In „Green net“ habe ich gar nichts geplant; alle Figuren haben sich mehr oder minder verselbständigt. Ich musste natürlich sortieren, was sie ausleben durften und was nicht. (Meine anderen Bücher sind mehr oder minder Sachbücher.)

 

Welches deiner Bücher magst du besonders?

„Erleuchtung in Poona“ – das ist ein Tagebuch. Aber auch „Weisheit aus dem Unbewussten“. Darin kann man immer wieder lesen.

 

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung heraus, ohne zu spoilern?

Im Moment veranstalte ich nur Lesungen aus „Green net“. In diesem Roman passiert so viel, dass man ruhig das Eine oder Andere verraten kann.

 

Hast du in deinem Buch einen Lieblingscharakter?

Podoll in „Green net“. Er ist ein schlimmer Typ, bösartig, rücksichtslos, schimpft pausenlos, geht über Leichen. Sch… ist sein Lieblingswort, das er im Buch ausgiebig benutzt. Er gerät aber auch tief hinein in das, was sein Lieblingswort bezeichnet. Viele finden ihn unmöglich, die dauernden Flüche kindisch, aber was soll ich machen? Er ist mein Lieblingscharakter. Ein Trost: am Schluss verändert er sich und wird sehr weise.

 

Gibt es reale Personen, die dich zu deinen Figuren inspirieren?

Donald Trump hat mich zu „Reginald aus dem Regenwald“ inspiriert. Reginald will nämlich das Pflanzenreich wieder groß machen. Aber auch für den dauernd fluchenden Podoll, der nur an Geld interessiert ist, war der Donald ein Vorbild.

 

Hast du eine Lieblingsszene?

Wenn Mario sich einen Fliegenpilz als Avatar zulegt und in dieser Form an der virtuellen Versammlung der Pflanzen teilnimmt. Die Atmosphäre, bevor Yggdrasil der Weltenbaum auftritt, liebe ich sehr. Sie ist eine der ersten Szenen, die ich geschrieben habe und glaube ich die einzige, die ich nie umschreiben musste.

 

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Im Moment sammle ich Ideen für eine Fortsetzung von „Green net“.

 

Schreibst du einfach drauf los oder recherchierst du erst, planst, legst Notizen an, bevor du zu schreiben beginnst?

Bei „Green net“ habe ich einfach drauf los geschrieben und das war ein Fehler. Hunderte Versionen über 12 Jahre waren das Ergebnis. Bei der Fortsetzung versuche ich, zu planen, um nicht so viel Zeit zu verschwenden.

 

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Ich habe alles gelesen, was ich kriegen konnte, habe an Schreibwerkstätten teilgenommen, Computergrogramme benutzt und ein Studium „Kreatives Schreiben“ absolviert. Ich denke, ich bin immer noch am Anfang.

 

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Was mir immer wieder große Freude macht, ist die Recherche. Ideen sammeln, Schauplätze finden, mit Menschen reden. Mühe habe ich mit dem Wust an Daten, der dabei herauskommt, denn mein Gedächtnis ist jämmerlich. Ich kann auch heute noch nicht das ganze „Green net“ im Kopf behalten. Da bewundere ich George R. R. Martin („Das Lied von Eis und Feuer“ – verfilmt als „Game of Thrones“). Der hat alle zehn Bände im Kopf und die glaube mehr als zweitausend Figuren, die seine Saga bevölkern. Und dabei ist der Kerl noch älter als ich.

 

 

Wer darf als erstes deine Manuskripte testlesen?

Ich rufe gerne Freunde an und lese etwas vor. Beim Vorlesen merke ich dann selbst, was gut ist und was nichts taugt.

 

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Fast alle meine Bücher sind veröffentlicht. Viele unter dem Namen „Moritz Boerner“. Ich habe noch etliche Kurzgeschichten in der Schublade und einen seit zehn Jahren angefangenen Roman.

 

 

Kannst du dich noch daran erinnern, wie es war, als dein erstes Buch von einem Verlag angenommen wurde?

Ja. Ich war froh und erstaunt, dass es so leicht ging. Gleich der erste angeschriebene Verlag hatte mir einen Vertrag geschickt. („Die Chance AIDS“ hieß das Buch und es erschien unter meinem Namen Moritz Boerner.) Das böse Erwachen kam später, weil nicht jedes der weiteren Bücher so leicht an den Mann zu bringen war.

 

Wann kam erstmals der Wunsch auf, ein Buch schreiben zu wollen?

Als ich sechs war, habe ich einen Comic gezeichnet. Mein ganzes Leben lang hat meine Familie mich mit der letzten Sprechblase aufgezogen, in der es hieß: „Da ware die Leute traurig.“ (Betonung auf dem fehlenden „n“)

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

Gut ist, was der Erde nützt.


***Danke an den Verlag***

Ich danke dem Verlag, dass er mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


***Das Fazit***

Eine sehr interessante Geschichte, die leider ein paar kleine Schwächen hat, mich aber trotzdem in seinen Bann ziehen konnte. Ein Buch, das nicht nur rein optisch besonder ist. Mit sehr viel Humor, aber auch sehr viel Eigenarten wird hier eine Geschichte erzählt, die den Menschen durchaus etwas nahe bringen möchte. Denn es wird hier eins deutlich: der Mensch ist durch sein Umgang mit der Umwelt, nicht zimperlich und geht dabei alles andere als behutsam mit der Natur um.


***Die Bewertung***

Das Cover: 10 von 10 Punkte

Der Einstieg: 8 von 10 Punkte

Die Charaktere: 6 von 10 Punkte

Der Schreibstil: 7 von 10 Punkte

Die Handlung: 7 von 10 Punkte

Gesamtbewertung: 38 von 50 Punkte


***Die Gesamtbewertung***

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