Rezension zum Buch „Bei den Wölfen“ von Sarah Hall

Rezension zum Buch „Bei den Wölfen“ von Sarah Hall

Rezension zum Buch „Bei den Wölfen“ von Sarah Hall


Titel: Bei den Wölfen

Autor: Sarah Hall

Verlag: Albrecht Knaus Verlag

Erscheinungsjahr: 26.09.2016

Seitenzahl: 448 Seiten

ISBN: 978-3813506792

Format: Gebundene Ausgabe

Preis: 19,99 Euro


****Klappentext:****

Eine starke Frau zwischen Wildnis und Zivilisation – „Sarah Halls Prosa ist meisterhaft.“ Chicago Tribune

Eigentlich wollte Rachel Caine nie mehr nach England und zu ihrer schwierigen Familie zurück. Die Wolfsexpertin lebt seit zehn Jahren in Amerika und geht in ihrer Arbeit auf. Doch dann stürzt das Angebot eines einflussreichen Lords, auf seinen Ländereien ein Wölfspärchen anzusiedeln, sie in Konflikte. Aber zu ihrer eigenen Überraschung sind ihre Heimkehr, eine ungeplante Schwangerschaft und die intensive Arbeit in der wilden Landschaft des Lake District die beste Medizin für ihre Seele. Sie kann sich sogar vorsichtig auf eine neue Liebe einlassen und kommt zur Ruhe. Bis ein unvorhergesehenes Ereignis die eigentlichen Motive ihres Arbeitgebers entlarvt.

In Sarah Halls außergewöhnlichem Roman verbinden sich eine lyrische und zugleich kraftvolle Sprache, starke und ungewöhnliche Bilder, vielschichtig-kantige Figuren sowie ein attraktives Thema zu einem Leseerlebnis der Extraklasse

(Quelle: Amazon)


****Zusammenfassung:****

Der Roman handelt von der Hauptperson Rachel Caine, einer Einzelgängerin Anfang 40, die sich als Naturforscherin auf die Gattung Wölfe spezialisiert und es zu einigem Renommee als Wolfsexpertin gebracht hat und in einem Reservat in den USA Wölfe beobachtet.

Von ihrer früheren Heimat in England hat sie sich abgewendet, da sie weder zu ihrer Mutter noch zu ihrem Stiefbruder ein gutes Verhältnis hat. In dem Reservat stehen ihr die Wölfe am nächsten, aber sie unterhält auch einige Beziehungen zu ihren männlichen Kollegen. Sie hat sich in diesem Leben recht zufrieden eingerichtet, bis ein unerwartetes Angebot eines englischen Adligen sie erreicht, ihn bei seinem Projekt zu unterstützen, auf seinem riesigen Grundstück an der Grenze zu Schottland Wölfe anzusiedeln. Das Gelände des Earls liegt direkt neben dem Ort ihrer Kindheit, sodass sie bei einem ersten Termin bei dem Earl die Gelegenheit nutzt, nach vielen Jahren ihre Mutter im Altenheim zu besuchen. Die Mutter stirbt kurz darauf, Rachel wird unerwartet schwanger und nimmt dies zum Anlass, Amerika zu verlassen und das Angebot des Earls anzunehmen.


****Meinung:****

~~~Cover~~~

Das Cover ist sehr schlicht. Strahlt dadurch aber eine gewisse Ruhe und Tiefe aus. Außerdem nimmt es natürlich Bezug auf den Titel und den Inhalt des Buches. Mir gefällt es wirklich sehr gut, auch wenn man beim ersten Blick vielleicht eine andere Handlung erwartet hätte.

~~~Einstieg~~~

Der Einstieg  ist mir gut gelungen und ich konnte gleich in die Geschichte eintauchen. Gleich von Anfang an hat mich die Geschichte gefesselt und in seinen Bann gezogen.

~~~Charakter~~~

Die Figuren sind alle sehr authentisch geschrieben worden und waren mir von Anfang an sehr sympatisch. Rachel ist in meinen Augen zu Anfang doch sehr Oberflächlich und lässt nichts an sich rankommen. Sie hat viele Verehrer, die sie auch gerne mal ran lässt. Man merkt direkt zu Anfang das gestörte Verhältnis zu ihrer Mutter, was ich schon ein wenig verstehen kann.
Nach ca. einem Drittel des Buches verändert sie sich durch ein Ereignis, das ich hier nicht näher beschreiben möchte (Spoileralarm). Das finde ich gut und ich finde sie dann schon fast wieder sympathisch, jedoch konnte sie so ganz nicht bei mir ankommen, was ich sehr schade finde.

~~~Handlung~~~

Die Handlung: Rachel Caine hat sich ihre Träume erfüllt und als Biologin in einem Wolfsprojekt in Idaho gearbeitet. Erst nach dem Tod ihrer Mutter kehrt sie in ihre Heimat zurück, um für einen privaten Grundbesitzer in Cumbria als Leiterin eines Wolfsprojekts auf seinem Privatgrund zu arbeiten. Cumbria ist Rachels alte Heimat. Wer vorher für Behörden oder Naturschutzorganisationen gearbeitet hat, unterschätzt vielleicht die Probleme, die sich im Arbeitsverhältnis zu einem privaten Arbeitgeber entwickeln können. Rachel stammt aus einer dysfunktionalen Familie.

Sie und ihr jüngerer Bruder haben jeweils ihren Vater nie kennengelernt und Rachel hat Lawrence praktisch aufgezogen. Als Biologin stellt sie später trocken fest, dass die Natur diese Aufgabe nicht vorsieht, sondern dass ein Tier das schwächere Geschwister vermutlich aus dem Nest geschubst hätte. Rachel ist zu diesem Zeitpunkt rund 40 und sich vermutlich nicht bewusst, dass ihre Familiensituation nur geringfügig verändert bei ihrer Rückkehr nach England auf sie warten wird. Lawrence ist noch immer der kleine Bruder. Rachel ist schwanger, eine Situation, auf die sie anfangs unentschlossen reagiert, keine Spur von einer rational denkenden Naturwissenschaftlerin.

Beruflich läuft alles perfekt. Zwei junge Wölfe, die in Rumänien verletzt aufgefunden wurden, können eingeführt und auf dem Gelände des Earls wieder ausgewildert werden. Mit Ausnahme der am Wolfsprojekt höchst interessierten Tochter des Earls arbeitet Rachel nur mit Männern zusammen. Als Sohn Charles geboren wird, ist es anders als im wirklichen Leben, denn Rachel kann mit dem noch kleinen Kind Beruf und Mutterschaft miteinander vereinbaren. Obwohl die Situation einer alleinerziehenden Mutter und Wissenschaftlerin treffend recherchiert ist, breitet sich das Baby-Thema sehr ausschweifend.

~~~Kritik~~~

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich bei dem Buch leider, weil ich mir unter dem Titel ein bisschen etwas anderes vorgestellt habe.

Leider ist das Thema Wölfe in dem Buch auch eher ein wenig unter gegangen, ich hätte mir mehr zu diesem Thema gewünscht. Aber es ging Hauptsächlich um das Leben der Protagonistin. Was mir auch nicht so gefallen hat waren die kleine Schrift und die langen Absätze, die sich häufig über ganze Seiten gezogen haben.

~~~Schreibstil~~~

Der Schreibstil in dem Buch ist schwierig und manchmal etwas verwirrend. Das Buch ist nichts für nebenbei, meiner Ansicht nach muss man bei der Geschichte dabei bleiben und sich gut konzentrieren, damit man nicht irgendein Detail verpasst. Ich fand es etwas verwirrend geschrieben, da ich oft das Gefühl hatte das Dinge aus dem nichts heraus thematisiert wurden.


****Fazit:****

Ein gutes Buch, das mich in seinen Bann gezogen hat, aber leider auch ein paar Schwächen hat. Aus diesem Grund musste ich ab und an das Buch bei Seite legen. An manchen Stellen ist das Buch etwas verwirrend und schwer zu lesen. Trotzallem kann ich dieses Buch empfehlen, schaut es euch einfach mal an.


****Bewertung****

​ 3 von 5 Traumwolken

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