[Romancewoche] Zusammenfassung Tag 2

[Romancewoche] Zusammenfassung Tag 2

Gestern war der zweite Tag der Romancewoche und natürlich möchten wir euch diese tollen Aktionen nicht vorenthalten.

 

Zusammenfassung Tag 2

Eröffnungsvideo Poppy J. Anderson:

https://www.youtube.com/watch?v=2vEWevrD11c&feature=youtu.be

Buchvorstellung:

Rose Bloom:
Anna: http://www.holladiebuchfee.de/…/buchvorstellung-zwei-wochen…
Jessi: https://xobooksheaven.wordpress.com/…/romancewoche-buchvor…/

Protainterviews:

Aurelia Velten:
Saskia: https://www.facebook.com/SassesReichderBuecher/posts/1903074066571942
Nicole: https://buechermomente.com/boston-berserks/
Ingrid: https://1001buchsherazadesbucherwelt.wordpress.com/…/unser…/

Kristina Moninger:
Nina: http://blog-a-holic.de/…/romancewoche-nur-eine-ewigkeit-mi…/
Sarah: http://buechersindfreunde.blogspot.de/…/romancewoche-2017-p…
Doris: https://thora01.wordpress.com/…/protagonisten-interview-zu…/

Autoreninterview:

Emma S. Rose:
Diana: http://melodiebuch.blogspot.de/…/romancewoche-autoreninterv…
Melie: http://bonniesbuch.wixsite.com/…/22/Romancewoche-Emma-S-Rose

Poppy J. Anderson:
Monika: http://suechtignachbuechern.blogspot.de/…/romancewoche-inte…
Iris: http://hedwigsbuecherstube.blogspot.de/…/romancewoche-2017-…
Yvonne: https://www.buchbahnhof.de/romancewoche-autoreninterview-m…/

Sonderinterview:

Virginia Fox:
https://carlosiareadsbooksblog.wordpress.com/

Trailer:

Ava Innings/Violet Truelove:
https://www.youtube.com/watch?v=zqZaIoF0VYk

Mela Wagner:
https://www.youtube.com/watch?v=1Axfz7FNZwk&feature=youtu.be

Livelesung:

Annie Stone:
https://www.youtube.com/watch?v=MbI16euo3-0&feature=youtu.be

Emma S. Rose:
https://www.youtube.com/watch?v=TwvCX_5rrzU

Rezension:

„Couture“ von Emma S. Rose:
Phoebe: http://www.pm-thinks.com/rezension-couture-wenn-liebe-stae…/
Luna: https://bookstheessenceoflife.wordpress.com/…/rezension-co…/

Lieblingsprotagonisten von Chris Lind

sie möchte euch heute nicht die Heldinnen Paula und Luise vorstellen, sondern Valentino und Jenny, die beide der Meinung sind, dass sie die eigentlichen Helden der Geschichte sind. Dramatisch genug ist ihre erste Begegnung schon:

Nachdem ihr Hündchen seine Bedürfnisse erledigt hatte, zog es Paula zurück in die Kabine. Ihr Magen knurrte noch immer und so gerne sie die Geheimnisse der Titanic auskundschaften wollte, musste sie doch erst ihrem Hunger nachgeben. Zu groß war das Schiff, um es an einem Abend zu erkunden – das musste sie sich schweren Herzens eingestehen. Doch Valentino hatte wieder einmal andere Pläne. Er zockelte und trödelte und blieb ständig stehen, um an etwas zu schnüffeln. So als hätte er wichtige Geschäfte an Bord zu erledigen, die keinesfalls warten konnten.
„Ach, komm jetzt. Hier warst du vorhin schon.“ Paula zog etwas an der Leine, was ihr Hündchen mit einem Grollen quittierte. Wenn Valentino erst einmal eine Fährte aufgenommen hatte, war er nicht mehr zu bremsen. Irgendwo in der bunten Reihe seiner Vorfahren musste es einen Jagdhund gegeben haben. „Was kann hier schon Interessantes sein?“
In dem Augenblick ertönte ein lautes Fauchen und Knurren. Vor Valentino baute sich ein gewaltiger Schatten auf, der zornig spuckte und kreischte. Dann ergriff die Schiffskatze die Flucht und raste in gestrecktem Galopp davon. Überrascht sprang das Hündchen zurück und Paula ließ vor Schreck die Leine fallen. Sofort jagte Valentino hinter der grau gestreiften Katze her, die in langen Sätzen zu einer Treppe hetzte. Bald war sie im Inneren des Schiffes verschwunden, dicht gefolgt von Paulas untreuem Hund.

Lieblingsszene von Rose Bloom (zwei Wochen im Sommer):

Ich schlich mich auf Zehenspitzen nach draußen, schlüpfte in meine Flipflops und schnappte mir eine Schlüsselkarte. Nachdem ich die Tür leise hinter mir zugezogen hatte, lief ich einfach drauflos, ohne nachzudenken. Sollte ich an den Strand gehen? Oder mich an den Pool setzen? Das kam mir irgendwie erbärmlich vor, so ganz alleine. Am Ende des Ganges angekommen entdeckte ich ein kleines Schild, welches ich fast übersehen hätte. Sonnendeck, prangte darauf. Ein kleiner Pfeil zeigte auf die Treppe, die nach oben führte. Von dort oben hatte man sicher eine spektakuläre Aussicht.
Also stieg ich die Stufen hoch und drückte eine weitere Tür auf. Klare Nachtluft wehte mir entgegen. Automatisch atmete ich tief ein und hatte sofort den Eindruck, dass das Engegefühl in meiner Brust ein wenig nachließ. Ich staunte nicht schlecht.
Inmitten der Dachterrasse befand sich ein kleiner, viereckiger Pool. Die Lampen darin beleuchteten das hellblaue Wasser und waren die einzigen Lichtquellen hier oben.
Rings um das Becken standen einige Doppelliegen, die jeweils mit einem Baldachin aus weißem, dünnem Stoff versehen waren und wie gemütliche Himmelbetten aussahen. Selbst hier konnte man das leise, beruhigende Meeresrauschen vernehmen. Wahnsinn, wieso war dieser Ort nicht richtig ausgeschildert? Hier könnte man sicher einige schöne Tage verbringen.
Ich stockte, als ich etwas abseits eine dunkle Gestalt am Geländer lehnen sah. Dem Körperbau nach handelte es sich um einen gut trainierten Mann. Sein Blick war geradeaus auf das dunkle Meer gerichtet, und er hatte sich mit seinen Unterarmen auf dem Geländer abgestützt. Sein T-Shirt spannte über seinen Schulterblättern, und die kurzen Shorts waren seiner Badehose von heute Mittag nicht unähnlich.
Ich hätte einfach gehen sollen. Anscheinend hatte er mich noch nicht bemerkt. Obwohl ich nicht wusste, weshalb es mir unangenehm war, den Mann von heute Mittag hier oben zu treffen. Es war schließlich nicht nur sein Hotel.
Trotzdem drehte ich mich um und wollte gerade nach der Tür greifen, als ich seine tiefe, angenehme Stimme vernahm. »Du kannst ruhig hierbleiben.«
Ich zögerte, ließ dann die Hand sinken und wandte mich zaghaft zu ihm um. Es war mir selbst nicht ganz klar, was er an sich hatte, das mich wie ein kleines Mädchen reagieren ließ. Irgendetwas an ihm schüchterte mich ein. Sein Gesicht wurde nun halb von den Strahlern im Pool angeleuchtet, und er blickte mich erwartungsvoll an. Wahrscheinlich weil er dachte, dass ich jetzt irgendetwas sagen würde. Ja … das wäre auch die normale Reaktion gewesen! Wie peinlich.
Ich räusperte mich und nickte leicht lächelnd. »Danke.«
Wieso bedankte ich mich bei ihm? Weil er mir erlaubt hatte hierzubleiben? Oh gnädiger Fremder! Ein Lächeln umspielte seine Mundwinkel. Mutig ging ich hinüber und stellte mich etwas abseits neben ihn.
Wir schauten beide wieder geradeaus in die Schwärze, die das Meer nur vermuten ließ. Der Pool neben dem Hotel war ebenfalls beleuchtet und Lichterketten hingen auf einigen Palmen, die sanft in der Meeresbrise hin und her wogten.
»Es ist wirklich schön hier«, durchbrach ich die Stille.
»Oh ja, sehr. Ich habe diesen Platz durch Zufall gestern Nacht gefunden.«
»Du kannst anscheinend öfter nicht schlafen, was?«
Was fragte ich denn? Es ging mich doch überhaupt nichts an, wieso er hier war. Er sah wieder nach vorne und zuckte kurz mit den Achseln.
»Hier ist es so schön, ich halte jede Minute, in der ich schlafe, irgendwie für vergeudete Zeit.« Er stellte sich aufrecht hin und sah mich an. Ich musste den Kopf ein Stück in den Nacken legen, um ihm in die Augen zu sehen, weil er wirklich groß war. Und breit. Und so anziehend …

Leseschnipsel Virginia Fox:

„Ich bin Luna-Maie. Aber offensichtlich weißt du das ja schon.“ Sie warf ihm einen Seitenblick zu, während sie um ihn herumging.
Ungerührt fiel er neben ihr in Gleichschritt.
Sie musterte ihn. Wo waren all die schlagfertigen Bemerkungen, wenn sie sie brauchte? Die brachten sie sonst auch oft genug in Schwierigkeiten. Leider schien es, als wäre ihr Gehirn in einen längeren Streik getreten.
Ben, der von ihren Überlegungen nichts ahnte, fragte: „Und was machen wir jetzt?“
„Wir?“, echote sie. „Jetzt machen?“
„Ja“, erwiderte er ungerührt. „Das ist es doch, was zwei Personen, die sich besser kennen lernen wollen, machen. Miteinander Zeit verbringen.“
„Wir wollen uns besser kennen lernen?“ Luna-Maie hatte Mühe, der Unterhaltung zu folgen. Sie kam sich vor wie im falschen Film. Oder war das vielleicht eine Version von versteckter Kamera? Laut äußerte sie ihre Sorge.
Ben lachte.
„Du hast Ideen. Ist es denn so schwer zu glauben, dass ich dich besser kennen lernen möchte?“
„Äh, ja?“ So viel zum Thema geistreiche Erwiderungen, dachte sie düster.
„Oh. Okay …“
Immerhin schien es, als hätte auch Ben Mühe, die richtigen Worte zu finden, stellte Luna-Maie befriedigt fest. Sofort fühlte sie sich ein wenig besser.
Ben wusste tatsächlich nicht so recht, was er sagen sollte. So etwas war ihm buchstäblich noch nie passiert. Peinlich aber wahr. Was sollte er jetzt tun?
„Es ist aber so“, versicherte er ihr abermals.
Luna-Maie nickte zögerlich.
Er griff nach ihrer Hand, Händchenhalten war romantisch, oder? Zudem spürte er jedes Mal eine Spur ihrer Magie durch seinen Arm jagen. Dieses Gefühl machte richtiggehend süchtig.
Wieder überraschte sie ihn, indem sie ihre Hand außer Reichweite zog.
Verlegen steckte er seine eigenen Hände in die Hosentaschen, als wäre das von Anfang an sein Plan gewesen.
„Willst du mich denn nicht näher kennen lernen?“
Sie warf ihm einen vorsichtigen Blick zu und zuckte unbestimmt mit den Schultern.
Ben konnte nicht anders. Er lachte und schüttelte amüsiert den Kopf. „Du bist Gift für mein Ego, weißt du das?“
Luna-Maie grinste. Das zu hören tat ihr gut, auch wenn es kindisch war. „Keine Sorge, ich bin sicher, du wirst es überleben.“
Ben lächelte schwach.
„Knapp vielleicht.“
Luna-Maie dachte währenddessen über seine Frage nach. Wollte sie ihn besser kennen lernen? Hätte eine ihrer Freundinnen sie das gestern gefragt, als er nicht mehr als eine vage Schwärmerei gewesen war, hätte sie sofort ja gesagt. Grundsätzlich stimmte das immer noch. Vielleicht sogar mehr denn je. Nur über seine Motive war sie sich nicht ganz im Klaren. Es war ihr ein wenig unheimlich, wenn sie ehrlich war.
„Und?“, ließ er nicht locker.
„Ganz ehrlich? Du bist mir ein wenig unheimlich. Monatelang läufst du an mir vorbei, ohne mir einen zweiten Blick zu schenken und Bamm! Auf einmal bist du überall, wo ich bin und willst mich besser kennen lernen?“ Sie schüttelte den Kopf. „Ich weiß nicht.“
Ben nickte, während er über ihre Worte nachdachte.
„Das kann ich verstehen. Es tut mir leid, aber du bist mir in der Schule wirklich nicht aufgefallen.“
„Ist ja auch schwierig“, murmelte Luna-Maie gespielt verständnisvoll, „wenn man immer so von seinen Fans umringt ist.“
„Vor allem, wenn man die meiste Zeit damit beschäftigt ist, ihnen zu entkommen“, erwiderte er ruhig. „Spielt es denn eine Rolle? Heute habe ich dich zum ersten Mal richtig wahrgenommen. Und mir gefällt, was ich sehe“, sagte er und musterte sie eindringlich.
Luna-Maie wurde ganz heiß. Verlegen wollte sie ihr Gesicht abwenden, doch er stoppte sie mit einem Zeigefinger. Wie gebannt schaute sie ihn an. So musste sich ein Hase in Angesicht einer Schlange fühlen. Moment mal. Eigentlich war sie doch das Reptil? Auf gar keinen Fall war sie ein zahmes Fluchttier. Stolz flammte ihn ihr auf und brachte die Magie in ihr zum Summen.
Als hätte er sich verbrannt, ließ Ben seine Hand fallen. Sieh mal einer an, dachte Luna-Maie. Anscheinend war er doch nicht immun?
„Was zum …“ Verblüfft starrte er seine Hand an. Dann warf er ihr einen berechnenden Blick zu und hob entschlossen abermals seine Hand zu ihrem Gesicht.
„Ich glaube nicht, dass das eine gute Idee ist“, stammelte Luna-Maie hastig.
„Oh doch. Das denke ich schon“, murmelte er rätselhaft und strich über ihre Wange.
Das Herz klopfte ihr bis zum Hals. Das Blut schoss durch ihre Adern. Fast wurde ihr schwindlig.
„Es ist nämlich so … Wenn ich dich berühre, habe ich fast das Gefühl, fliegen zu können.“ Nach dieser gewagten Aussage hielt er den Atem an und wartete auf ihre Reaktion.
Fliegen? Hatte er sie doch gesehen? Wusste er etwa … Aber nein. Das war unmöglich … Sie wusste ja inzwischen aus bitterer Erfahrung, wie Uneingeweihte auf ihre Drachennatur reagierten. Auf keinen Fall, indem sie außerhalb der Eisdiele auf sie warteten. Sicherlich spürte er einfach auch die prickelnde Anziehungskraft zwischen ihnen.
Ben genoss es, sie sprachlos zu sehen. Nicht willens, diesen perfekten Moment ungenutzt verstreichen zu lassen, beugte er sich vor und küsste sie auf den Mund. Kurz. Hart. So, dass kein Platz für Missverständnisse blieb, wie er den Kuss wohl gemeint hatte.
„Überleg es dir.“
„Überlegen?“ Die letzten noch verbliebenen Hirnzellen schienen sich mit dem Kuss aus dem Staub gemacht zu haben. Das würde zumindest erklären, weshalb seine Worte überhaupt keinen Sinn machten.
„Na, ob du mich besser kennen lernen willst. Du weißt ja, wo du mich findest. Tschüss.“
Luna-Maie sah dem hochgewachsenen, noch etwas schlaksigen jungen Mann nach. Vorsichtig berührte sie ihre kribbelnden Lippen. War das eben wirklich passiert? Ihr erster Kuss? Lachen stieg in ihr auf und drängte sich durch ihre Kehle an die Oberfläche, bis sie laut kicherte. Sie konnte den morgigen Tag kaum erwarten, bis sie ihre Freundinnen sah und ihnen alles erzählen konnte. Andererseits … vielleicht würde sie die Episode auch erst einmal für sich behalten. Irgendwie waren ihr die Momente zu kostbar, um sie mit anderen zu teilen.

Schnipsel aus „Liliennächte“ von Kim Leopold:

»Also, was meinst du? Hast du Lust, mit mir durch die Gassen New Yorks zu schlendern?«
»Mitten in der Nacht?«
»Wir können natürlich auch die Nacht auf dieser überaus bequemen Parkbank verbringen.«
Er steht auf und reicht mir seine Hand. Die Schokolade ist längst verputzt und die Stadt leuchtet, als würde sie tatsächlich nicht schlafen.
»Du machst mir die Entscheidung aber auch wirlich nicht leicht. Eine Nacht mit dir auf der Parkbank oder eine Sightseeing-Tour mit dir – wie soll ich mich da bloß entscheiden?«, witzle ich und lasse mich von ihm hochziehen. Ich werfe das Schokoladenpapier in einen Mülleimer, dann verlassen wir Hand in Hand den Park an der Brücke. Als er keine Anstalten macht, meine Hand loszulassen, denke ich für einen Moment an Keira. Ist es meine Aufgabe, ihn daran zu erinnern? Hält er meine Hand, weil er mich mag? Hält er sie nur, weil wir befreundet sind? Halten Freunde sich an der Hand?
So viele Gedanken kreisen mir durch den Kopf, dass ich vor lauter Analysieren gar nicht mitbekommen habe, dass wir längst in die immer noch belebten Straßen eingetaucht sind und Jamie mir ein paar Dinge über die Wolkenkratzer erklärt, die Manhattans Skyline zu etwas so Besonderem machen. Meine Neugierde siegt über das schlechte Gewissen und ich schiebe den Gedanken an Keira beiseite.Nur Freunde, rede ich mir ein, auch wenn das Gefühl in meinem Bauch etwas anderes sagt. Aber er empfindet es vielleicht so.
Lily, ermahne ich mich, als das Gedankenkarussell zu einer weiteren Fahrt ansetzen möchte.
»Möchtest du hoch?«, fragt Jamie mich gerade und deutet auf die Spitze des Empire State Buildings.
»Jetzt?«
»Wann sonst?«
»Haben die denn überhaupt noch auf?«
Irgendetwas an meiner Frage findet er so witzig, dass er laut lachen muss. Ein paar Fußgänger werden auf uns aufmerksam und betrachten ihn mit einem Schmunzeln. Ich warte darauf, dass er sich wieder beruhigt.
»Lily, wir sind in New York. Natürlich ist noch geöffnet. Komm mit.«
Wir betreten den Eingangsbereich und ein Mann im Pagen-Look begrüßt uns freundlich. An der Kasse kauft Jamie zwei Tickets für uns, dann dauert es nicht lange und wir können den Aufzug betreten. Mit uns im Fahrstuhl steht nur ein weiteres Paar. Junge Touristen aus Europa. Vielleicht ist es ein Abschlussgeschenk, vielleicht eine Hochzeitsreise. Ich will gerade nach Ringen Ausschau halten, als wir auch schon oben ankommen und die Türen mit einem Pling aufspringen.
Kalte Nachtluft empfängt uns auf der Aussichtsplattform und wir treten Hand in Hand ins Freie. Das Paar geht in die eine Richtung, wir in die andere.
Die Aussicht ist atemberaubend. Unter uns ergießt sich ein Lichtermeer, über uns die Sterne.
Ich schlage eine Hand vor den Mund, weil mich die Schönheit der Stadt für einen Moment atemlos macht. Der Hudson River und der East River unterbrechen das Lichtermeer in einem satten Dunkelblau, das nur vereinzelt von Lichtern umherfahrender Schiffe unterbrochen wird.
Mit wackligen Knien greife ich nach dem Geländer, um mich festzuhalten. Mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich da unter mir sehe. Jamie tritt hinter mich. Ich spüre seine starke Brust an meinem Rücken, fühle, wie er seine Arme von hinten um mich schlingt.
»Und?« Sein Atem kitzelt mein Ohr. »Was sagst du?«
So viele Gedanken und doch brauche ich nur einen einzigen Satz, um meine Gefühle zu beschreiben: »Es gibt keinen Ort auf dieser Welt, an dem ich jetzt lieber wäre.«
Und damit meine ich nicht nur die Aussicht.

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