Wiener Herz am Sternenbanner: Bruno Granichstaedten. Stationen eines Lebens

Wiener Herz am Sternenbanner: Bruno Granichstaedten. Stationen eines Lebens

Bildquelle
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Autor: Ernst Kaufmann

Verlag: Verlag Editon AV

Erscheinungsjahr: 11.02.2014

Seitenzahl: 318 Seiten

ISBN: 3868410961

Format: broschiert

Preis: 18,90 Euro

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Klappentext:

Künstlerbiographie, Reisebericht, Zeitdokument – vereint in einem vielschichtigen Roman. Einprägsam und mit feinem Humor schildert die Biografie das faszinierende Leben des jüdischen Komponisten Bruno Granichstaedten. Einst ein gefeierter Star des Wiener Publikums, musste er vor dem NS-Regime nach Amerika flüchten, wo er verarmt und vergessen starb. Ein von Musik erfülltes Leben, als Gratwanderung zwischen Erfolg und Ohnmacht, in einer Epoche, die in der Rückbesinnung ihre Strahlkraft enthüllt.


Meinung:

Der Autor hat eine ausführliche und abwechslungsreiche Biografie des Komponisten Bruno Granichstaedten geschrieben.

Die ersten Jahre des Komponisten werden in locker und mit ein bisschen Humor erzählt. Sie reichen von der Kindheit und Jugend bis zu den ersten Erfolgen, aber auch Niederlagen. Obwohl es im familiären Zusammenleben Spannungen gab, wusste Bruno seine Mutter immer an seiner Seite. Anton Bruckner hat das musikalische Talent des Jungen erkannt und ihn gefördert. Es gab Menschen an seiner Seite, die ihm für seine Entwicklung die nötigen Freiräume gegeben haben, hier sei z.B. Professor Carl Reinecke, Direktor des Leipziger Konservatoriums genannt.

Ab 1936 wird die bedrückende Situation deutlich. Die Tatsache, dass Bruno kurz nach der Geburt in der katholischen Kirche getauft wurde, ändert nichts daran, dass er für das neue Regime ein Jude ist. Spätestens nach der Besetzung Österreichs ist er als jüdische Künstler nicht mehr gefragt. Während die Tochter Johanna nach Amerika ausreist, verschließt Bruno noch die Augen vor den Gefahren. Doch dann wird Rosalie, die neue Frau an seiner Seite, bedroht. Spätestens nach Beendigung der Internierung ist die Angst in den Worten spürbar und mit Händen greifbar. Durch gute Freunde schaffen sie die Flucht nach Luxemburg und mit Kriegsbeginn nach Amerika. Doch der Neuanfang ist schwierig. Alte Erfolge zählen nichts mehr.

Im Verlauf des Buches ändert der Autor immer wieder den Schrift- und auch Schreibstil. Man merkt in den Situationen wo es um die Gefahr geht, merkt man diese auch und sie ist für einen greifbar. Aber auch in einigen Situationen hat der Autor einen gewissen Humor eingebaut, so das der Roman nicht trocken ist, sondern sehr lebendig. Einerseits zeigen die Worte des Autors beeindruckend die depressiven Phasen des Protagonisten, andererseits blitzt ab und zu sein feiner Humor auf. Doch selbst der beinhaltet eine Spur von Bitterkeit.

Das Buch enthält nicht nur die wesentlichen Lebensstationen von Bruno Granichstaedten, es erzählt auch aus seinem Familienleben und beschreibt detailgenau seinen Arbeitsstil beim Komponieren.

Die Geschichte wird unterstützt mit Orginaldokumenten und Fotos, die der Autor geziehlt am Anfang eines Kapitels gesetzt. Auch hat er in kursiver Schrift Kritiken aus Zeitungen eingefügt.

Ergänzt wird die Biografie durch eine Zeittafel, ein umfassendes Werksverzeichnis, Kurzbiografien von Familie und Wegbegleitern, die Auflistung der Theater mit den uraufgeführten Werken und Quellen und Bildnachweisen.

Das Cover mit dem Notenblatt und der amerikanischen Flagge passt zum Inhalt des Buches.


Fazit:

Dieses Buch war das zweite Buch von diesem Autor und auch diesmal war ich total begeistert. Mich hatte die Geschichte von Anfang an gereizt, weil ich wo ich jünger war auch immer von meiner Uroma Geschichten über den Krieg und die Flucht von Juden erzählt bekommen habe. Ich kann jedem der sich für diese Zeit intressiert, nur empfehlen.


Bewertung

5 von 5 Traumwolken

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