[Adventskalender 2018] 05.12. Mein Weinachten Beitrag geschrieben von Carmen Schneider

Mein schönstes Weihnachten

von Carmen Schneider

Welches Weihnachtsfest mein schönstes war? Das ist eine Frage, die ich nicht so leicht beantworten kann.
Grundsätzlich ist jedes Weihnachtsfest auch heute noch ein besonderes Erlebnis für mich. Aber war das schönste eins derjenigen, die ich selbst als Kind erlebte und wartend vor der geschlossenen Tür zum geschmückten Wohnzimmerstand stand, angespannt und voller Vorfreude, fast ein wenig ängstlich nach dem Glöckchen lauschte, das immer erklang, wenn das Christkind dagewesen war und Geschenke unter den Baum gelegt hatte?

Ach, könnte man sich diesen Zauber doch nur als Erwachsener uneingeschränkt bewahren.
Oder war es vielleicht doch eines der Feste, an denen ich mit meinen eigenen Kindern draußen vor der Wohnzimmertüre stand, ihre erwartungsvollen, strahlenden Gesichter sah und sie mit der gleichen Konzentration und Vorfreude auf das zarte Erklingen des Glöckchens warteten und lauschten, das mein Mann, ich meine natürlich das Christkind gleich erklingen lassen würde? Und dann der Moment, als ich endlich vor ihnen die Türe zum geschmückten und nur mit Kerzen beleuchteten Wohnzimmer öffnete und selbst glaubte, in dem schummrigen Licht das Christkind gerade noch durch das leicht geöffnete Fenster ins Dunkel des Abends hinaus huschen zu sehen, um den nächsten Menschen Freude und Segen zu bringen?

Inzwischen steht niemand mehr vor der geschlossenen Türe und der Baum wird gemeinsam geschmückt, aber noch immer wird zunächst die Weihnachtsgeschichte vorgetragen und ein Gebet gesprochen, bevor es schließlich ans Auspacken der Geschenke geht. Solange, bis wir eines Tages vielleicht mit unseren Enkeln wieder vor der Türe stehen und der Zauber von neuem beginnt.

In welcher Form wir auch immer dieses schöne Fest begehen, ob das Christkind, Santa Claus oder Befana wie im Buch „Das Lebkuchenhaus“ zu uns kommt, sollten wir niemals vergessen, warum wir diesen besonderen Tag feiern. Leider kommen unsere Gedanken daran in dieser schnelllebigen Zeit meistens viel zu kurz, was wirklich sehr schade ist. Genau aus diesem Grund schrieb ich 2016 mein erstes Buch (Das Lebkuchenhaus) das vordergründig ein Kinderbuch ist und doch so viel mehr zwischen seinen Seiten verbirgt.

Ich kann euch nicht sagen, welches Weihnachten das schönste für mich war, aber ich verrate euch gerne was es für mich bedeutet. Es sind zugleich die letzten Worte aus „Das Lebkuchenhaus“:

Weihnachten ist…

..wenn wir etwas mehr geben als nehmen.

wenn eine ausgestreckte Hand eine andere finden kann.

..wenn wir nicht die Augen verschließen sondern uns dem anderen zuwenden.

wenn Augen leuchten, ein Lächeln von Herzen kommt und Seelen sich gegenseitig wärmen.

Wann haben wir Weihnachten?

Ich wünsche euch allen eine besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachten, wobei wir Weihnachten eigentlich ja viel öfter als nur einmal im Jahr im Dezember erleben können.

Lebkuchenhaus [Adventskalender 2018] 05.12. Mein Weinachten

©
Bild: Carmen Schneider
Banner: Pixabay // Gimp //Svenja Glaser

 

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