[Adventskalender 2018] 07.12. Mein Weinachten Beitrag geschrieben von Marina Herrmann

Weihnachten

Eine stressig-besinnliche Zeit

Wenn es draußen kalt ist und friert, die Bäume ihre Blätter verloren haben, der Geruch von frisch gebackenen Keksen durch die Häuser zieht, man auf dem Sofa dicke Pullover unter Kuscheldecken trägt und Debatten aufkommen, ab wann man denn nun Weihnachtsartikel in den Geschäften kaufen und Last Christmas im Radio hören darf, dann weiß man: Bald ist Weihnachten! Jede Familie bereitet sich anders vor und hat so ihre eigenen Traditionen, Bräuche und Abläufe. Wie Weihnachten bei mir und meiner Familie aussieht, das möchte ich Euch gerne zeigen …

Weihnachten wird immer wieder erwähnt, das ganze Jahr über, das erste Mal am 24.01. mit der Aussage: »Wahnsinn, vor einem Monat war Weihnachten.« Spätestens am 24.06. sagt irgendjemand: »Hey, in einem halben Jahr ist wieder Weihnachten.« Und ab diesem Moment geht es ganz schnell. Im September fangen einige Geschäfte meist an, die ersten winterlichen Artikel aufzustellen und kurze Zeit später füllen sich die Prospekte und Werbeblätter mit ähnlichen Themen. Spätestens hier beginnt in meiner Familie das typische Weihnachtsverhalten. Während ich zu der Fraktion gehöre, die ganz klar sagt, dass es zu früh ist und wir noch locker bis in den November warten könnten, entgegnet meine Schwester jedes Jahr aufs Neue, dass man diese schöne Zeit ruhig schon früh beginnen kann, immerhin gibt es viel zu planen, zu dekorieren und man hat doch sonst nur wenige Tage im Jahr, an denen man so viel machen kann. So ist das, wenn einer in der Familie der Grinch ist und der andere wohl eher Buddy der Elf. Diese Diskussion verläuft bis in den November, wo auch ich allmählich auftaue und mich auf Weihnachten einstelle, obwohl ich mich wohl niemals so in diese Zeit verlieben werde, wie so manch anderer.

Wenn dann die Stimmung besser passt, hat Mama bereits das Haus hier und da geschmückt und wir (Mama, meine Schwester und ich) beginnen Kekse zu backen, wobei Weihnachtslieder gehört werden, meist die 1 [Adventskalender 2018] 07.12. Mein Weinachtenalten Klassiker, manchmal verirrt sich aber ein Lied der letzten Jahre dazu. Zwischendurch wird schon probiert, ob die Kekse schmecken – das tun sie natürlich, ist ja jedes Jahr das gleiche Rezept! Neben den Keksen werden auch Haselnuss-Schäumchen und verschiedene Kuchen gebacken und winterlich dekoriert.

Nach passenden Geschenken halten wir das ganze Jahr Ausschau, man kann ja nie wissen, ob das ein oder andere Produkt nicht sonst nicht mehr erwerblich oder viel teurer ist. Der große „Geschenkekaufrausch“ zieht sich dabei aber von November bis Dezember, so dass wir nur selten innerhalb der letzten Tage noch einmal losmüssen, um etwas zu besorgen. (Mit Ausnahme von Papa, der beginnt erst kurz vorher, jedes Jahr aufs Neue.) Verpackt wird zu Hause, das ist wie bei den Keksen: Wenn man es selbst macht, ist es doch viel persönlicher und man zeigt den anderen, dass man sich wirklich Mühe gibt.

Das Weihnachtsessen ist eigentlich der komplizierteste Akt. Die ganze Adventszeit über wird immer und immer wieder gefragt, was wir denn essen möchten, bis es schließlich kurzfristig eingekauft werden muss. Oft gibt es die gewünschten Mandelbällchen oder die Knusperente nicht mehr und die Planung beginnt von vorne. Doch im Endeffekt gibt es immer ein leckeres Essen und es kommt doch ohnehin darauf an, zusammen zu sein.

2 [Adventskalender 2018] 07.12. Mein WeinachtenFrüher gab es bei uns einen echten Weihnachtsbaum, seit ein paar Jahren gibt es einen künstlichen. Das hat verschiedene Gründe. Ich beschwere mich so nicht mehr über kleine Krabbeltierchen und Spinnen, die den Weg vom Baum immer zu meinem Sessel finden und mich ankrabbeln (denn der Baum steht immer direkt neben meinem Sessel, so dass alle anderen verschont bleiben) und die Katze klettert nicht mehr in den Baum, was für alle Beteiligten vielleicht nicht mehr so witzig, aber auf jeden Fall sicherer ist. Nur der typische Tannengeruch fehlt seitdem. Aufgestellt wird der Baum am 21. oder 22.12., wo er dann auch von uns Frauen geschmückt wird. Man sieht, für Papa scheint die ganze Zeit weniger anstrengend zu sein, aber wenn man sich so umhört, ist das wohl in den meisten Familien der Fall.

Der Heilige Abend wird gemütlich zu Hause verbracht, es werden, wie auch die Tage vorher, weihnachtliche Lieder gehört, Filme geschaut oder Spiele gespielt. Dann geht es gemeinsam in die Kirche, bevor wir essen und anschließend das Glöckchen klingelt. Das ist wohl meiner Meinung nach die schönste Tradition in unserer Familie. Früher, als meine Schwester und ich noch klein waren, ging einer von unseren Eltern heimlich aus der Küche und auf einmal klingelte ein Glöckchen: Das Christkind war gekommen und hatte die Wohnzimmertür aufgeschlossen! Denn die war den ganzen Tag abgeschlossen gewesen, damit das Christkind und die Engel in Ruhe alles vorbereiten konnten. Obwohl wir heute natürlich genauer Bescheid wissen und die Tür auch nicht mehr abgeschlossen ist, ist die Tradition geblieben. Wir versuchen das Wohnzimmer zu meiden und irgendeiner klingelt am Abend das Glöckchen, damit wir alle gemeinsam ins Wohnzimmer zur Bescherung gehen. Dabei werden Fotos gemacht, ein Hund versucht an den Teller mit den Keksen zu kommen und irgendeiner bleibt am Baum hängen, dass die Kugeln fallen (zum Glück auf Teppich). Witzigerweise läuft an diesem Tag nachts meist Sleepy Hollow, was sehr unweihnachtlich ist, aber dennoch immer wieder geschaut wird.

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Auch wenn das alles unglaublich besinnlich und gemütlich klingt, wie man sich Weihnachten eben vorstellt, ist es das gar nicht. Denn Weihnachten ist bei uns grundsätzlich mit endlosen Debatten verbunden, wer denn was wie machen soll, wann mit was angefangen wird, warum denn nun wieder dieser Weihnachtsschmuck verwendet wird und nicht der andere und so weiter. Dass an Weihnachten nicht jedes Jahr Schnee liegt, ist besonders für mich immer der Tiefpunkt. Denn Weihnachten bedeutet Winter und Winter bedeutet Schnee, doch am Wetter ändern kann man nichts (beschweren werde ich mich trotzdem jedes Jahr).

Eine weitere Tradition (die aber wohl eher ungewollt ist), ist der Streit, egal worüber. Am Heiligen Abend gibt es bei uns mindestens einen Streit, die ach so besinnliche Zeit zerrt jedem an den Nerven. Egal wie vorrausschauend man auch alles geplant hat um den Streitereien aus dem Weg zu gehen, es wird immer dazu kommen. Aber am Ende legt sich die Wut und es wird doch noch ein schönes Fest.

Und das ist doch die Hauptsache: Man darf sich auch streiten, solange man sich versöhnt und es diese Momente gibt, an die man sich gerne zurückerinnert und die sich jedes Jahr wiederholen. Mit diesen Worten wünsche ich Euch ein bisschen Ruhe in dieser stressigen Zeit, verbringt die Tage so wie ihr sie am liebsten verbringt, macht Fotos, erinnert euch an die Vergangenheit, schlagt Euch den Bauch mit gutem Essen voll oder was auch immer Ihr gerne an Weihnachten macht – Es ist Eure Zeit!

Frohe Weihnachten

Und jetzt gibt es noch das Rezept von unseren Weihnachtskeksen:

Zutaten:

1kg Mehl

4 Eier

400-450g Zucker (Je nachdem, wie süß man es mag.)

450g Margarine

2 Päckchen Backpulver

1 Tütchen Spekulatiusgewürz oder 2 Fläschchen Aroma (Je nachdem, was man bevorzugt, zum Beispiel: Vanille/Orange/Rum/Bittermandel/Zitrone. Man kann den Teig auch teilen und je ein Fläschchen von zwei verschiedenen Geschmacksrichtungen nehmen.)

Zubereitung:

4 [Adventskalender 2018] 07.12. Mein WeinachtenDas Mehl aussieben, eine Mulde in den Mehlberg drücken, wo die Eier und die Margarine hineingelegt werden und den Zucker darüber verteilen. Die Zutaten zu einer festen Masse verkneten, Mehl nachgeben falls der Teig klebt.

Dann das Backpulver durchsieben, unterkneten und das gewünschte 5 [Adventskalender 2018] 07.12. Mein WeinachtenAroma in den Teig arbeiten.

Der Teig kann direkt verarbeitet werden oder man stellt ihn über Nacht in den Kühlschrank.

6 [Adventskalender 2018] 07.12. Mein WeinachtenAnschließend wird der Teig (mit ein wenig Mehl auf der Arbeitsfläche) 4-5mm dick ausgerollt, mit den gewünschten Formen ausgestochen und auf ein Backblech gelegt (Backpapier nicht vergessen!). Der Teig ist auch als Spritzgebäck geeignet.

Nun werden die Kekse bei 180°C Ober-Unterhitze ungefähr 10-15 Minuten (je nach gewünschtem Bräunungsgrad) gebacken.

Nach dem Abkühlen kann man die Kekse noch verzieren oder einfach so essen!

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Viel Spaß beim backen

und eine schöne weihnachtszeit wünscht euch

Marina c. herrmann

©
Bilder: Marina Herrmann
Banner: Pixabay // Gimp //Svenja Glaser

 

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2 Kommentare

  1. Hallo liebe Svenja,

    ja die Sache mit der verschlossenen Wohnzimmertür weckt bei mir auch Erinnerungen an meine Jugendzeit….beim uns gab es dann auch noch das Glöckchen,dass verkündetet die Bescherung findet jetzt statt …die Tür zum Wohnzimmer ist wieder offen……lang ..lang ist es her……

    Danke für das Erinnerung wecken…..LG..Karin…

  2. Hallo und guten Tag,

    ja …hm…..komischerweise irgendwie sind die Leute streitbarer als zu anderen Zeiten …wobei es ja eigentlich eher friedvoll einher gehen sollte….

    …LG…allen eine friedvolle Zeit…Karin…

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