Aus dem Leben eines Autors – April – Sabrina Fleischer-Heilmann Beitrag wurde vom Autor geschrieben

Blogbeitrag April 2019
#Mutausbruch – Teil III

Ich möchte heute auf die letzten Monate zurückblicken. Es ist so viel passiert, dass ich manchmal nicht wusste, wo mir der Kopf steht.

Die letzte Zeit war eine Herausforderung, eine Prüfung, ob ich wirklich dazu stehe, was ich mir im Oktober 2018 vorgenommen habe.

Als ich euch im Oktober von meinem letzten Messebesuch in Leipzig erzählte, hatte ich mir bereits ein Ziel für die folgenden Monate gesetzt.

Ich wollte endlich über meinen Schatten springen und aufhören mich zu verstecken. Ich wollte Leser treffen, offener auf Kollegen zugehen und einfach eine schöne Zeit haben.

Ich wollte mit Stolz zeigen, was ich in den letzten vier Jahren erreicht habe.

Nun ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

Im Dezember erhielt ich die Möglichkeit, ein Interview mit unserer Tageszeitung zu führen. Von meinen großen Vorsätzen war schon in diesem Moment nicht mehr viel übrig. Auch wenn es mein zweites Zeitungsinterview war, widerstrebte mir der Gedanke, pausenlos über mich zu quatschen.

Rückenblickend betrachtet, war dieser Artikel das Beste, was mir passieren konnte!

Im März war es wieder so weit, die Leipziger Buchmesse stand an und ich hatte mir vorgenommen, so viele Leser und Kollegen wie möglich zu treffen. Ich kümmerte mich um einen Meet & Great Termin, hatte außerdem im Zuge eines Wettbewerbes, bei dem ich es auf die Shortlist geschafft habe, einen Termin am Stand des Piper-Verlages.

Je näher die Messe kam, desto nervöser wurde ich.

Wieder hatte ich Selbstzweifel und fragte mich, ob alles so ablaufen würde, wie ich es mir vorgestellt hatte, ob ich wieder an meine Grenze gelangen würde.

Aber wieder einmal hatte ich mir völlig umsonst Sorgen gemacht. Ich habe liebe Leser getroffen, tolle Gespräche mit Kollegen geführt und außerdem eine große Chance erhalten.

Ich habe mich rundum wohlgefühlt, war glücklich, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin. Und stolz.

Aber die nächste Herausforderung wartete bereits auf mich.

Denn nach der Messe bedeutete für mich, vor meiner ersten Lesung.

Ich konnte schon in der Schule schlecht vor anderen sprechen, weil ich kein Mensch bin, der gern im Mittelpunkt steht. Dass das als Autorin aber manchmal sein muss, bedeutet für mich, dass ich auch in diesem Punkt über meinen Schatten springen muss.

Das tat ich, als ich zustimmte, in einer kleinen Bibliothek zu lesen, die durch den Zeitungsartikel auf mich aufmerksam geworden war.

Auch wenn ich mir einen Teil der Messeeuphorie bewahrte, wurde meine Nervosität immer schlimmer, je näher der Tag kam.

Ich probte jeden Tag eine Stunde, beschäftigte mich mit Methoden, meine Nervosität in den Griff zu bekommen. Aber das Kribbeln blieb.

Als der Tag gekommen war, wäre ich am liebsten davon gelaufen, aber die Mitarbeiterinnen der Bibliothek haben es mir leicht gemacht. Der Abend wurde großartig und wieder war meine Sorge unberechtigt.

Es war meine kleine Generalprobe und ich war nie glücklicher, etwas geschafft zu haben.

All das sind wunderbare Erfahrungen, die ich machen durfte. Aber die beste sollte erst noch folgen.

Als ich gestern nichts ahnend in den Thalia in unserer Stadt spazierte, um mein Ostergeld auf den Kopf zu stellen und meinen SuB zu erweitern, fiel ich bald aus allen Wolken.

Zwischen all den großen Bestsellern namenhafter Autoren lagen meine Buchbabys. Von Schock, bis Unglaube zu Freudentränen hatte meine Reaktion alles zu bieten, was man sich vorstellen konnte. Im Gespräch mit der Filialleiterin erfuhr ich, dass die Bücher seit dem Artikel vorrätig sind.

Meine Bücher einmal bei Thalia zu sehen, war einer meiner größten Wünsche.

Und plötzlich wusste ich, dass mein kleiner Mutausbruch sich ausgezahlt hatte, dass ich keinen Grund hatte, mich zu verstecken. Dass ich alles, was ich mir vorgenommen hatte, langsam umsetzte und jeder kleine Schritt, jeder Sprung über meinen Schatten, mich weiterbrachte. Auch wenn die Nervosität mir vorher fast umgebracht hat. 😉

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