Aus dem Leben eines Autors – August – Sylvia Rieß Beitrag wurde von der Autorin geschrieben

Fragen, die sich ein Autor so stellt.

Von der Reihenfolge her wäre heute eigentlich nicht ich mit einem Beitrag dran, aber das Leben ist eben live und so fiel meine Kollegin leider aus. Jetzt sitze ich hier, habe zugesagt, dass ich euch einen Schwank aus meinem ach so interessanten Autorendasein zum besten gebe, und frage mich dennoch: Was soll ich schreiben?

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Wir sind auch nur Menschen

Klingt komisch, ist aber so. Man meint immer, dass Leute, die auf irgendeine Art und Weise ins Rampenlicht der sozialen Medien geraten (oder am Rand davon herum dümpeln ;)), etwas besonderes sein müssten. Und dann ist man plötzlich selbst so ein Mensch, auf den andere zukommen und Interviews wollen. Wie ist dein Leben so? (Naja ziemlich normal, so mit aufstehen und Zähneputzen und aufs Klo gehen und einen Tag haben und …) Haben deine Bücher es verändert? ( Ja und nein, denn die Geschichten waren ja schon lang vor der Veröffentlichung da.) Wie und wann bist du zum Schreiben gekommen? (Wie die meisten schon als Kind.) Was machst du in deiner Freizeit? ( Äh, schreiben? Hatte ich erwähnt, dass ich Autor bin? ^^)

Man beantwortet all das gefühlt tausend mal, aber schon beim ersten mal hab ich mich – und auch die arme Bloggerin, die mich interviewen wollte – gefragt: Was soll denn an mir so interessant sein?

Ich bin nur ein Mensch, wie du, wie all die Leser da draußen. Ich höre Stimmen in meinem Kopf (dazu siehe meinen ersten Beitrag in dieser Reihe) und wenn ich sie nicht in meine phantastischen Welten verwandeln würde, wer weiß, vielleicht kämen dann ein paar freundliche Männer in weißen Jacken bei mir vorbei. 😉

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Was ihr Leser wollt …

Dabei muss ich zugeben, dass eine Sache stimmt: Nicht das Schreiben, aber das Veröffentlichen verändert einen. Mich zumindest. Bis dahin habe ich in meinem Tempo geschrieben, habe der Muse nachgegeben, wenn sie vorbei kam und habe Wochen und Monate lang nicht geschrieben, wenn es mir nicht unter den Fingern gebrannt hat. Das wurde anders, denn auf einmal waren da Menschen, die lesen, was ich so vor mich hin fabuliere. Sie wollten den nächsten Teil vom Stern, oder sie wollten mit mir reden. Blogger wollten mich treffen. (Aber wieso denn? Alles spannende an mir sind doch nur meine Geschichten!) Und dann sind da die SM oder wieder man unverfänglicher abkürzt die SoMe. 😉 Auch da, so sagte mir mein ‚Marketing-Dämon aus der Hölle‘ (TM) wollten die Leser was von mir hören.

Mein einziger Gedanke dabei blieb: Warum denn?

Denn eigentlich fragen doch wir Autoren uns so viele Dinge über euch: Was für Geschichten mögt ihr? Welche Charaktere berühren euch? Was bleibt von den unzähligen Büchern, die ihr teilweise in einem Jahr lest? Was fühlt ihr beim Lesen (gerade auch bei unseren Büchern)? A welchen Stellen werdet ihr zornig, traurig, lacht laut auf, dass euch alle für verrückt halten?

Was wollt ihr überhaupt von uns hören in einer Welt, die so digitalisiert und vernetzt ist, dass jedes Wort, das man von sich gibt irgendwie auch immer Werbung ist? Seid ihr nicht übersättigt, abgefüttert mit irgendwelche pseudo- spannenden Berichten vom Schreiben und übers Schreiben? Über Ideenfindung und Plotbunnys? Über Musen und Schreibblockaden? Über Plotten und Weltenbau? Umgibt euch das so omnipräsent wie uns Autoren oder könnt ihr tatsächlich nicht genug von diesen Geschichten kriegen?

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Ein Autor schreibt um gehört zu werden

Das ist die simple und einfache Essenz des Strebens der meisten Autoren. Wir haben eine Geschichte (oder viele), die wir einfach nicht für uns behalten können. Die uns zum laut loslachen brachte oder zum herzzerreißenden Weinen, während wir sie tippten. Und das, diese Gefühle sind es, die wir mit euch, mit der ganzen Welt teilen wollen.

Klappern gehört zum Handwerk. Diesen lästigen Satz lese und höre ich immer wieder. Man muss auf sich aufmerksam machen, damit man gesehen wird. Visibility ist das Zauberwort. Und doch macht mich nicht das stetige Posten von Belanglosigkeiten auf Facebook oder Instagram glücklich. Keine großen Leserunden, bei denen ich nicht mehr hinterherkomme und kaum Zeit finde, alles in Ruhe zu lesen und zu beantworten. Nein.

Es sind kleine Nachrichten, die in mein Postfach flattern. Ein Bild von einem SUB und eins meiner Bücher liegt ganz oben. Das Foto einer bestimmten Seite und ein entsetzter, lachender oder weinender Smiley darunter. Es sind die Kleinigkeiten. Die privaten Gespräche und das sich Nahe-sein durch die Geschichten, die verbinden, was mich als Autor glücklich macht.

Und darum sitze ich auch jetzt hier und frage mich: Was macht denn euch als Leser glücklich? Erzählt uns doch von euch, von dem, was euch bewegt, denn ihr seid genauso interessante Menschen wie wir. 🙂

Habt einen wundervollen Sonntag,

Eure Sylvia

© Bilder: Autorin

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