Aus dem Leben eines Autors – Juli – Katja Dederichs Beitrag wurde von der Autorin geschrieben

Die Frage nach dem *Woher*

Immer wieder, sei es innerhalb Interviews, Fragerunden oder aber auch in illustren Runden begegnete mir fortlaufend die Frage nach dem – woher.

Woher stammen die Ideen?

Woher kommt diese Fantasie?

Viele Menschen können nicht nachvollziehen, woher jemand solche Einfälle nimmt, um daraus letztendlich ein Buch zu formen, eine Geschichte. Mir persönlich tut es immer leid, dass ich dann keine befriedigende Antwort parat habe, die dem Fragesteller die ultimative Erleuchtung bringt. Ehrlich gesagt kann ich diese Frage/Fragen fast nie beantworten. Ich möchte auch nicht irgendeine lapidare Auskunft geben, die eine massentaugliche Antwort bietet.

Und trotzdem ich eben diese Fragen bisher nie wirklich beantworten konnte, habe ich mir aktuell Gedanken darum gemacht und versuche das *Woher* ein wenig zu erläutern.

Woher also stammen die Ideen zu meinen Romanen?

Aus meinem Kopf. Ich weiß, klingt jetzt sehr banal, aber so ist es tatsächlich. Durch äußere Einflüsse, Erlebnisse, Alltagssituationen, einem guten Film oder auch einem Buch, den eigenen Sehnsüchten (ich fürchte, ich könnte die Liste noch ewig fortsetzen) entstehen Bilder in meinem Kopf. Und manchmal, eigentlich fast täglich, formen sich diese Bilder zu Geschichtsfetzen, die im besten Fall mit der Zeit zu einem ganzen Werk verschmelzen. Und dann passiert es einfach – die Vielzahl an Gedanken und gesammelten Eindrücken drängt an die Oberfläche. Von da an, also eigentlich immer, habe ich stets ein Notizbuch mit Stift oder mein Handy mit Diktierfunktion bei mir, um kleinste Bruchstücke festhalten zu können. Es kommt sogar vor, dass ich nachts über eine solche Idee hinweg wach werde und es dann umgehend notieren muss. Ich musste auch schon mal ein Gespräch kurz unterbrechen, um mir etwas aufzuschreiben. Es ist schon Wahnsinn, was da an manchen Tagen in so einem Kopf los sein kann.

Natürlich gibt es auch Zeiten, an denen nicht viel passiert. Kein Geistesblitz, keine zündende Idee, aber damit muss ich als kreativer Mensch wohl einfach leben. Ich nutze diese Periode dann gern, um zu schreiben.

Fantasie lässt sich nicht beherrschen und das meine ich durchaus sehr positiv.

Menschen die keinen Antrieb verspüren ein Buch, eine kleine Geschichte oder auch ein Tagebuch zu schreiben, werden den Drang danach nie verstehen. Sie werden die Magie dieser Fantasie nie nachempfinden können. Andersherum fehlt mir aber z. B. das Verständnis (leider) für Maler oder Bildhauer. Dort drängt sich mir auch immer mal wieder die Frage nach dem *Woher* auf. Und auch ein Künstler wird mir dann sicherlich antworten, dass das Kunstwerk in seinem Kopf entstand. 🙂

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