Aus dem Leben eines Autors – März– Angela Bugno Beitrag wurde vom Autor geschrieben

Widmungen

Ich arbeite gerade an meiner 2. Widmung und mir fällt auf, dass ich nur ganz wenige Bücher kenne, die niemandem gewidmet sind. Widmungen gehören zu Büchern wie das Amen in die Kirche. Doch warum werden Bücher überhaupt jemandem gewidmet?

Beweggründe gibt es viele, aber meistens hat es damit zu tun, dass an einem Buch nicht nur eine Person arbeitet. In Wirklichkeit sind meistens viele Menschen involviert und damit ist nicht die Rede von Lektoren, Korrektoren und Co. Die kommen erst später, wenn das Buch in seiner Rohfassung vollendet ist.

Die Rede ist von all den Menschen und Nicht-Menschen (Haustieren), die während des Schreibprozesses beteiligt waren. Das können Freunde, die Familie, Schreibkollegen, Leser und – wie in meinem Fall – Haustiere sein. Wenn sie eine große Rolle beim Schreiben einnehmen, dann spielen Autoren oft mit dem Gedanken ihnen das Buch zu widmen.

Nicht alle widmet seine Bücher jemandem, die Mehrheit aber tut es. Widmungen können einen zum Schmunzeln bringen oder zum Nachdenken anregen, sie können persönlich sein oder die gesamte Leserschaft mit einbeziehen. Sie können sich über Seiten ziehen oder nur aus einem Satz bestehen. Doch so unterschiedlich Widmungen sein können, so haben sie eines gemeinsam: Sie bedeuten etwas, denn sie kommen vom Herzen.

Hier einige Widmungen, die einem besonders im Gedächtnis bleiben:

P.G.Wodehouse (Heart of a Goof)

An meine Tochter Leonora, ohne deren unermüdliches Mitgefühl und Ermutigung dieses Buch in der Hälfte der Zeit beendet worden wäre.

Lemony Snicket (The Austere Academy: Book the Fifth)

Für Beatrice– Du wirst immer in meinem Herzen sein, In meinen Gedanken und in deinem Grab.

Tobias Wolff (This Boy´s Life)

Mein erster Stiefvater pflegte zu sagen, dass das, was ich nicht wusste, ein Buch füllen würde. Nun, hier ist es.

Charles Bukowski (Post Office)

Dies wird als Fiktion dargestellt und niemandem gewidmet.

Tad Williams (Otherland)

Dieses Buch ist meinem Vater Joseph Hill Evans aus Liebe gewidmet. Eigentlich liest Dad keine Fiktion. Wenn ihm keiner davon erzählt, wird er es nie erfahren.

Für mich sind solche Widmungen sehr inspirierend, auch wenn ich noch nicht weiß, wie der genaue Wortlaut meiner zweite Widmung lauten wird, aber ich weiß auf jeden Fall schon, wem ich mein nächstes Buch …

… widmen werde 🙂

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