Aus dem Leben eines Autors – November – Hildburg Reidt Beitrag wurde vom Autor geschrieben

Kreativ-Oase / Romance-Wiege / Herzschmerz-Küche

oder besser gesagt, der Arbeitsplatz einer Liebesroman-Autorin

Ich gehöre zu denjenigen, die es lieben, am heimischen Küchentisch zu schreiben. Geordnetes Chaos um mich herum, Telefonhörer, Handy in Griffnähe und freiem Zugang zum Kühlschrank und der Kaffeemaschine. Der massive Eichentisch war für mich immer ein Ort der Inspiration. Das Ticken der alten Kuckucksuhr ein Begleiter auf dem Weg hin zu einem Happy End oder einer dramaturgischen Katastrophe.

Natürlich ist so ein Küchentisch nicht immer ideal. Ständig sitzt man für alle präsent bereit. Der eine will dies, der andere will das. Man bekommt Besuch und räumt seine wohlsortierte Unordnung beiseite, um Platz zu schaffen, nur um am anderen Tag nichts mehr wiederzufinden. Und so habe ich vor zwei Monaten den Entschluss gefasst, mir einen Platz zu suchen, der es mir ermöglicht, die Tür hinter mir zuzumachen und den Mitgliedern meiner Familie die Möglichkeit zu geben, selbst nach der verschwundenen Brille, der Tasse Kaffee oder der verschmutzten Wäsche zu sehen.

Im Dachgeschoss gibt es ein kleines Zimmer, in dem an zwei Wänden 16 Billy-Bücherregale stehen, die in Doppelreihen mit vielfältiger Literatur gefüllt sind. Über Tolkien, Hemingway, Carlos Ruiz Zafon, Diana Gabaldon, Brenda Joyce, Günther Grass, Nora Roberts und Dan Brown bevölkern viele Autoren die Regale und sorgen mit ihren unglaublichen Geschichten für eine heimelige Atmosphäre. Mein ältestes Buch ist von 1839. Ja. Es riecht in diesem Zimmer wie in einer Bibliothek und genau deshalb ist es der ideale Ort, um sich dort zum Schreiben niederzulassen. Wenn ich dort Geschichten ersinne, spüre ich förmlich, wie die Großen der Weltliteratur über meine Schulter schauen und den Kopf schütteln oder lobend meinen Rücken tätscheln. Manchmal wispern sie mir auch hilfreich ein paar Worte zu, die mir partout nicht einfallen wollen. Es ist ein Ort der Magie.

Die Wände habe ich in meiner Lieblingsfarbe Grün gestrichen, dessen Ton die Farbe „Fresh“ trägt und wie ich finde, der Hammer ist. Sie leuchtet und strahlt positiv. Nimmt mich an der Hand und erfüllt mich mit Leben. An diesem Ort, unter einem Dachfenster, steht nun seit ein paar Wochen mein höhenverstellbarer Schreibtisch von Ikea, den ich je nach Laune meines Rückens hoch- und runterfahren kann. Auf 1,60 x 0,80 Meter Birkenholzplatte habe ich alles verteilt, was mir ein Wohlgefühl verschafft. Aber es bleibt strukturiert und übersichtlich. Dazu gehört ein Stapel meiner bisherigen Bücher, den ich „Stairway to Romantic“ nenne und mir ins Gedächtnis ruft, wieviel großartige Geschichten ich schon zu Papier gebracht habe. Daneben steht ein kleines Bonsaibäumchen und ein Goethekalender mit meinem aktuellen Lieblingsspruch „Über Rosen kann man dichten. In die Äpfel muss man beißen“

Egal, wo man schreibt, oder was man tut. Es ist wichtig, dass man sich dabei wohlfühlt. Nur gute Gefühle kitzeln das Beste aus uns heraus und beflügeln unseren Geist und unsere Fantasie. Sie bestärken uns, das zu tun, was wir tun. Auch Traurigkeit kann ein starker Motor sein. Niemals aber die Normalität oder die Gleichgültigkeit.

Und noch eins ist wichtig: Man muss Visionen haben, sie pflegen und sich jeden Tag dessen bewusst sein. Das kann man lernen. Ich habe mir zum Beispiel ein Vision-Board gebastelt. Das stelle ich euch in meinem nächsten Beitrag vor und erzähle euch von den Träumen, die ich dort gesammelt habe.

Habt eine gute Zeit und erlaubt euch zu träumen!

Liebe Grüße H.

Bild Aus dem Leben eines Autors – November – Hildburg Reidt

Visionen

Egal, was man tut, es ist wichtig, Visionen zu haben.

©
Bild: von der Autorin zur Verfügung gestellt
Banner: Pixabay/Gimp//Svenja Glaser

 

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