Aus dem Leben eines Autors – November – Sabrina Fleischer-Heilmann Beitrag wurde vom Autor geschrieben

#Mutausbruch – Teil II

In meinem heutigen Beitrag möchte ich euch erzählen, warum Social Media Marketing für mich zu einer Hürde wurde.

Innerhalb der letzten Jahre hat sich in diesem Bereich viel gewandelt. Als ich begann zu schreiben, hat es ausgereicht, mit seinen Lesern in Kontakt zu bleiben, sie über neue Projekte zu informieren und sie ab und zu mit einem Gewinnspiel glücklich zu machen. Man konnte sich selbst, sehr gut hinter seinen Büchern verstecken. (Wen interessierte da schon, dass ich schüchtern war? Das merkte man mir in meinen Beiträgen nicht an.)

Aber je mehr Instagram und Co. an Bedeutung gewannen, desto mehr rückte der Mensch hinter den Büchern in den Vordergrund. Ich begriff schnell, dass die Leser nicht nur über neue Buchprojekte informiert werden wollten, sondern auch einen Einblick in meinen Schreiballtag erhalten möchten.

Sie wollten den Menschen hinter dem Buch kennenlernen.

Ich hatte ein Problem.

Ich sah, wie immer mehr meiner Kollegen plötzlich Videos von sich posteten, in denen sie frei erzählten, was sie bewegte und wie spielend leicht sie den Umgang mit den Lesern beherrschten.

Ich habe meine Kollegen bewundert, hatte selbst aber Angst davor, so im Mittelpunkt zu stehen.

Ich hatte Angst davor, dass meine Leser mich nicht mögen. Dass es etwas an mir gibt, dass ihnen nicht gefällt, dass ich mich blamiere. So viel ging mir durch den Kopf.

Meine eigenen Selbstzweifel haben mich jahrelang ausgebremst.

Nachdem ich im März bei der Buchmesse gewesen war und auch dort mit meiner Schüchternheit zu kämpfen hatte, habe ich versucht, umzudenken. Ich stellte mir so viele Fragen, überlegte, was ich verändern konnte und ob ich überhaupt dazu bereit war.

Es brauchte ungefähr ein halbes Jahr und eine kleine Auszeit an der Ostsee, bis ich mir sicher war, dass ich etwas verändern wollte. Meine Leser hatten den Menschen hinter dem Buch verdient.

Als ich mich im Oktober an die Planung meines Halloween-Specials setzte, wusste ich, dass das der richtige Moment war. Ich nahm meinen Mut zusammen und drehte ein Video. Ich hatte nichts zu verlieren, schließlich zwang mich niemand, es zu posten, wenn es mir selbst nicht gefiel. Ich hatte es niemandem angekündigt, niemand wusste davon und bis ich es posten wollte, waren noch knapp zwei Wochen Zeit.

Dadurch, dass ich mir selbst keinen Druck gemacht hatte, gab ich mir Sicherheit.

Ich habe einen gesamten Vormittag vertrödelt, bis ich ein Video hatte, das mir tatsächlich gut gefallen hat. Ich bemerkte, dass es nichts gab, wovor ich Angst haben musste. Ich lud das Video bei Facebook hoch, plante es für die Veranstaltung vor und erzählte meiner Familie und einigen Freundinnen davon.

Es zu erzählen, sollte verhindern, dass ich das Video wieder lösche. Denn ein paar kleine Zweifel blieben.

Zu meiner Überraschung gewannen die Zweifel nicht die Oberhand. Ich war stolz auf mich, dass ich mich getraut hatte, und fieberte der Reaktion der Leser entgegen.

Und diese Reaktion kam durchgehend positiv. Als das Video online ging, war ich nervös, aber ich bemerkte schnell, dass es keinen Grund dafür gab. Ich hatte mir umsonst Sorgen gemacht.

Dass ich über meinen Schatten gesprungen bin, mache mich stolz, und ich lernte, dass ich nichts zu verlieren habe. Ich bin daran gewachsen und habe begriffen, dass es ganz andere Dinge gibt, vor denen man stattdessen Angst haben sollte. Spinnen zum Beispiel. 😉

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