Autorenvorstellung Swantje Niemann

Autorenvorstellung Swantje Niemann

Heute stellen wir euch die Autorin Swantje Niemann vor, sie ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

Zu deiner Person:

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen (Jahrgang ’96) und habe schon früh meine Liebe zu Büchern und zum Erzählen entdeckt. Außerdem lerne ich gerne Neues, deshalb genieße ich mein Studium der Kulturwissenschaften, das es mir erlaubt, in verschiedene wissenschaftliche Disziplinen hineinzuschnuppern, und muss gegen die Versuchung ankämpfen, es in die Länge zu ziehen.

Ich bin froh, dass ich zweimal mehrere Monate im Ausland verbringen konnte (England und Norwegen), werde jetzt aber erstmal für die nächsten Jahre in Deutschland bleiben.

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Wissbegierig. Skeptisch. Begeisterungsfähig.

Welches Sternzeichen bist du?

Löwe – ein ziemlich untypisches Exemplar, wenn man sich anschaut, welche Charaktereigenschaften Löwen normalerweise zugeschrieben werden.^^

Welchen Fehler entschuldigst du am ehsten?

So ziemlich jeden Fehler, den man offen eingesteht und in Zukunft vermeidet.

Wer ist dein liebster Romanheld?

Hm… gute Frage. Ich mag Shen Tai aus „Im Schatten des Himmels“ sehr gerne, weil er keine klare Berufung hat, sondern sich nicht auf eine Rolle festlegen will. Damit kann ich mich identifizieren. Jorg of Ancrath aus der „Broken Empire“-Trilogie ist ein faszinierender Charakter, weil er eigentlich eine absolut abstoßende Person ist, aber den Leser mit seiner individuellen Stimme und seinem Charisma nach und nach für sich einnimmt. Dann mag ich noch viele der Protagonistinnen in den Büchern von Gesa Schwartz – sie sind einerseits starke, unabhängige Charaktere, aber auch empfindsam und verletzlich und haben sich nie ihre Fähigkeit nehmen lassen, zu staunen und zu träumen.

Wer ist dein Lieblingsheldinnen/ -helden in der Wirklichkeit?

Es gibt viele Schriftsteller, die ich bewundere. In einigen Fällen einfach für ihr Schreiben und die sehr klugen Gedanken, die sie über andere Dinge äußern, in anderen Fällen auch für ihr Engagement, um die reale Welt etwas besser zu machen (z.B. Patrick Rothfuss mit seiner Worldbuilders-Aktion).

Wer ist dein Lieblingsmusiker?

Ich höre gerne Symphonic Metal – häufig die üblichen Verdächtigen wie Nightwish oder Epica (lustigerweise würde „Universal Death Squad“ einen guten Titelsong für meinen Debüt-Roman „Drúdir – Dampf und Magie“ abgeben) – aber daneben gibt es noch ein buntes Sammelsurium von Musik aus anderen Genres, die mich durch mein Leben begleitet.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Schwer zu sagen. Wie schon gesagt liebe ich das Lesen und Schreiben, vernachlässige gerade meine Harfe (was ich ändern möchte) und gehe, wenn ich es einrichten kann, dreimal die Woche mit einer monströsen Tasche und meinem (verpackten) Bambusschwert auf dem Rücken zum Kendo. (Anmerkung: Dass ich kein Fantasy-Charakter bin, merkt man unter anderem daran, dass ein langes Schwert auf meinem Rücken mich nicht beeindruckend, sondern klein aussehen lässt).

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Schwarz… oder ein dunkles, intensives Moosgrün

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller?

Ich kann unmöglich einen einzigen Lieblingsschriftsteller benennen. Ein paar Autoren, deren Werke mich aus ganz verschiedenen Gründen in letzter Zeit beeindruckt haben, sind Mary Shelley, Noah Juval Harari, N.K.Jemisin, Mishell Baker, Christian von Aster und Ken Liu.

Was verabscheust du am meisten?

Die Abwesenheit von Mitgefühl, (selbst)kritischem Denken und Neugier in anderen Menschen.

Welche natürliche Gabe möchtest du besitzen?

Die Fähigkeit, in jeder Lebenslage entspannt zu bleiben.

Wie bist du zum schreiben gekommen?

Ich bin mit Eltern aufgewachsen, die mir nicht nur vorgelesen, sondern immer wieder selbst Geschichten erzählt haben (der einzige Weg, ein gelangweiltes Kind bei einem Spaziergang bei Laune zu halten^^). Und als ich dann Bücher für mich entdeckt habe, die mich absolut begeistert haben, dachte ich: Das will ich auch können. Meine ersten kleinen Bücher habe ich mit fünf gebastelt, in der Grundschule hatte ich den Ehrgeiz, die drei Gruselgeschichten, die auf so gut wie jeder Übernachtungsparty erzählt wurden, mit so eindringlichen Formulierungen nachzuerzählen, dass sie wieder gruselig würden, obwohl alle das Ende kannten. Dann kamen auch schon schnell meine ersten Gedichte. Mit dreizehn habe ich meinen ersten Roman geschrieben – mein Stil hat sich mehrfach komplett geändert, je nachdem, welches Buch mich gerade beeindruckt hatte. Dann habe ich noch zwei weitere Romane geschrieben und so mit der Zeit meine eigene Stimme gefunden.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Ein gutes Buch sollte mit einer schönen Sprache, differenzierten, einprägsamen Charakteren und interessanten Ideen aufwarten und mich noch eine Weile beschäftigen, nachdem ich es weggelegt habe – oder auch nur ein paar hundert Seiten mühelose, rasante Unterhaltung bieten, wenn mir die Energie für etwas Anspruchsvolleres fehlt. Ich glaube, es gibt das perfekte Buch für jede Lebenssituation.

Wo liest du am liebsten?

Früher im Bett oder auf dem Sofa, aber zu Hause ist es eine zu große Verlockung, mich vom Internet ablenken zu lassen. Es ist fast ein Glück, dass ich in einer anderen Stadt studiere und mein Kendo-Dojo am anderen Ende von Berlin liegt. So komme ich im Zug oder in der U-Bahn viel zum Lesen. Sobald ich mich erstmal in ein Buch vertieft habe, ist der Ort irrelevant.

Hast du ein Lebensmotto?

Nein.

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

Natürlich Harry Potter, die Bücher von Cornelia Funke, einiges von T.A. Barron (seine Avalon-Trilogie hat mich beeindruckt, weil es das erste Mal war, dass eine Fantasy-Welt auf mich fast wie ein eigener, einprägsamer Charakter gewirkt hat – allerdings traue ich mich nicht, seine Bücher noch einmal zu lesen, weil ich bereits als Kind seine Botschaften aufdringlich offensichtlich fand, obwohl ich mit so einigen davon einverstanden war/bin). Ralf Isaus „Kreis der Dämmerung“ hat mir auch gut gefallen, genau wie „Bartimäus“ oder „Skulduggery Pleasant“. Die meisten Punkte in dieser Aufzählung sind Bücher, die ich eher so zwischen Kindheit und Jugend gelesen habe – oder vielleicht doch schon als Kind. Ich habe mich nie viel um Altersempfehlungen geschert, was dazu geführt hat, dass manche Anspielungen erst Jahre nach der Lektüre eines Buches verstanden habe.

Welches Buch MUSS man unbedingt gelesen haben?

Auf keinen Fall nur ein Buch! Es ist wichtig, verschiedene Stile und Ideen kennenzulernen.

Hast du ein Lieblingsbuch?

Auch wieder so eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Es gibt definitiv, die in bestimmten Phasen meines Lebens sehr wichtig für mich waren. Z.B. war „Die Elfen“ von Bernhard Hennen mein Einstieg in Fantasy, die nicht explizit für Jugendliche geschrieben ist, oder hat „Grim – Das Erbe des Lichts“ mein fünfzehnjähriges Ich auf besondere Weise berührt. Bücher wie „City of Stairs“, „The Traitor Baru Cormorant“ oder „The Fifth Season“ haben mich im Verlauf des letzten Jahres dazu gebracht, noch einmal anders über Fantasy und die Fragen, die sie stellen kann, nachzudenken.

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Eher nein, Zwischen meinen Schreibprojekten liegen oft lange Pausen, aber die Ideen für neue Projekte sprudeln natürlich immer und Buchfiguren führen ein reges Eigenleben in meinen Gedanken – ich bin die Sorte Person, die auf der Straße unvermittelt breit grinst und schnelleren, beschwingteren Schrittes weitergeht, weil ihr eine gute Idee gekommen ist oder eine Figur in ihrem Kopf etwas Witziges gesagt hat. Ich bin in der privilegierten Situation, dass Tagträumen für mich gewissermaßen Arbeit ist.

Auf der anderen Seite ist da aber auch die Schwierigkeit, mit Projekten abzuschließen. Ich checke gerade „Drúdir“ auf winzige Fehler, die dem Lektorat entgangen sind und für die zweite Auflage korrigiert werden müssen. Das ist beinahe schmerzhaft, weil ein Teil von mir zurückgehen und an jeder einzelnen Formulierung feilen möchte, bis sie perfekt ist – aber dafür ist es zu spät. Es ist wirklich schwer zu sagen, wann die Arbeit an einem Buch beginnt und aufhört und wann ich gerade nicht arbeite.

Gerade, was das Buch-Marketing betrifft, verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit. Soziale Medien sind halb privates Zeitvertrödeln und Kontaktpflege, halb aber auch Mittel, um als Autorin präsent zu sein und z.B. Blogger oder Lesungsveranstalter zu finden, mit denen ich zusammenarbeiten kann. Gleichzeitig kommt bei „geschäftlichen“ Kontakten aber oft auch schnell eine Menge Sympathie dazu – ich habe im Zuge der Veröffentlichung und im Verlauf meiner Lesung mit vielen großartigen Menschen zusammengearbeitet und habe spannende neue Bekanntschaften geknüpft.

Wie sieht dein Alltag aus?

Ich fahre an zwei Tagen in der Woche nach Frankfurt/Oder, um dort Vorlesungen zu besuchen, an zwei weiteren arbeite ich derzeit in einer Literaturagentur. Momentan schreibe ich an keinem Roman, also verbringe ich die verbleibende Zeit mit Lernen, Lesen, Kendotraining an einigen Nachtmittagen und viel zu viel Surfen im Internet. Die Wochenenden verbringe ich mit meinem Freund.

Was bringt dich zum lachen?

Ich mag einerseits raffinierte Witze, die man mit Nachdenken und Kontextwissen versteht, und Ironie – auf der anderen Seite kann ich mich aber auch über alberne Wortspiele kringeln. Mein Sinn für Humor ist manchmal ziemlich schwarz oder aber abhängig davon, dass mein Gegenüber meine Anspielungen versteht, also muss ich manchmal zulassen, dass neue Bekannte mich für humorlos halten, bis ich weiß, dass meine Scherze sie weder schockieren noch verwirren werden.

Welches Hobbies hast du?

Wie schon gesagt: Lesen, Schreiben, Kendo, Harfe spielen… Ich habe vor kurzem auch wieder meine Bleistifte herausgeholt, um Figuren aus „Drúdir 2“ (ich muss mir noch einen guten Untertitel ausdenken) zu skizzieren.

Wie siehst du dich in 10 Jahren?

Schwer zu sagen. Ich würde eigentlich gerne an der Uni bleiben, gerade, weil ich Spaß daran habe, Wissen zu vermitteln, aber die Konkurrenz und die Arbeitsbedingungen sind ziemlich abschreckend. Ich hoffe, dass ich einen Job finden werde, der mir das Gefühl gibt, etwas Sinnvolles zu tun, mir aber auch Freiräume zum Schreiben lässt. Damit möchte ich auf jeden Fall weitermachen und noch ein paar weitere Bücher von mir veröffentlicht sehen (mein Traum wäre eine Übersetzung meiner Bücher ins Englische – ich habe in Norwegen, aber auch online viele Menschen kennengelernt, die neugierig auf meine Bücher sind, aber sie nicht lesen können).

Vervollständige folgende Sätze:

Ich bin süchtig nach

Büchern und Koffein

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre…

High Fantasy – je origineller und komplexer, desto besser.

Ich lese keine Bücher aus dem Genre…

Es gibt kein Genre, dass ich kategorisch ausschließe, aber Liebesromane und Thriller sprechen mich nur sehr, sehr selten an.

Mein Lieblingsgetränk ist…

Tee (ich trinke alles, was sich mit Milch und Zucker genießbar machen lässt, aber weiß guten schwarzen Tee zu schätzen).

Mein liebstes Liebeslied ist…

„Escapist“ von Nightwish oder „Black Heart Rebellion“ von Insomnium.

Ich grusel mich vor…

Versagen und davor, die Erwartungen, die andere in mich setzen, zu enttäuschen und nicht für sie da zu sein, wenn sie mich brauchen.

Wenn ich ein Geist wäre,…

Würde ich auf ewig meine Bücher durchblättern und mich ärgern, weil ich ein paar Dinge hätte besser machen können.

Wenn ich in einem Buch leben würde, wäre ich...

In so einigen meiner Lieblingsbücher wahrscheinlich binnen kürzester Zeit tot.

Beim schreiben esse ich….

Meist viel zu viel vom selben, einfach zuzubereitenden Essen.

Kommen wir nun zum Schreiben

22684883_1350490065073392_453137429_n-632x896 Autorenvorstellung Swantje Niemann

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Von den verschiedensten Orten. Geschichte ist eine wichtige Inspiration, aber auch Mythologie, Literatur, aktuelle Diskussionen… Ich kann bei nur wenigen Aspekten genau sagen, was mich wirklich inspiriert hat. Hier ist ein Link zu meinem Versuch, zu erklären, was bei „Drúdir – Dampf und Magie“ eingeflossen ist: http://a-bookdemon.blogspot.de/2016/10/eaf-swantje-niemann-inspiration.html. Ideen reifen und verwandeln sich in meinem Kopf. Was dagegen relativ früh feststeht, sind zentrale Charaktere.

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines eigenen Buches?

Das kommt darauf an, wie viel Zeit ich habe, wie lang das Buch ist und wie sehr mich ein Projekt mitreißt. Drúdir 1 habe ich langsam und stetig im Verlauf eines Jahres geschrieben, Drúdir 2 binnen weniger Monate. Die Überarbeitung ist aber immer ein langwieriger Prozess, weil ich das Buch zwischen Überarbeitungsdurchgängen immer für ein paar Wochen zur Seite legen muss, um einen frischen Blick darauf zu gewinnen.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Vor „Drúdir – Dampf und Magie“ habe ich unter anderem Sachbücher über das viktorianische Zeitalter gelesen, mir online Kleidung aus der Zeit angeschaut und die „Geo Epoche“ über die Industrialisierung gelesen. Dazu kamen noch die Einflüsse der Literatur aus dem 19. Jahrhundert, die ich sowieso schon kannte und liebte und der Geschichtsunterricht der Oberstufe.

Aber oft suche ich gar nicht bewusst, sondern stoße zufällig auf Themen, die mich inspirieren, oder Details, die ich einbauen will. Ich habe auf FB und Youtube Seiten und Channels abonniert, aus denen ich z.B. über Geschichte, Sozialwissenschaften, Psychologie, Mythologie oder ungewöhnliche Orte lernen kann. Auch mein Studium hilft mir sehr beim Schreiben, weil es mir hilft, glaubwürdigere Kulturen zu konstruieren. Hier kommt wieder ins Spiel, dass ich eigentlich unmöglich abgrenzen kann, was Arbeit und was Freizeit ist. Ein Artikel, auf den ich beim ziellosen Surfen im Internet stoße, kann eine Quelle von Wissen oder Inspiration sein und sich damit für mein Schreiben als wertvoll erweisen.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Bei der Ausstattung meines Schreibtisches stehen praktische Erwägungen im Vordergrund. Was Einrichtung betrifft, bin ich jemand, der eine vermeintlich provisorische Lösung findet und dann dauerhaft dabei bleibt – ich habe in Norwegen fast ein halbes Jahr lang einen DHL-Karton als Nachttisch verwendet und die Wände komplett kahl gelassen. Was ich dagegen brauche, ist ein gewisses Maß an Ordnung.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Für mich: Neben meinem Alltag möglichst jeden Tag schreiben, wenn ich gerade an einem Projekt arbeite. Ich weiß, dass lange Pausen dazu tendieren, noch länger zu werden, weil es mir danach schwerfällt, wieder in das Buch hineinzukommen und die ersten paar Seiten nach einer langen Schreibpause später einen Haufen Überarbeitung erfordern.

Ich nehme mir meist eine Mindestanzahl an Wörtern vor, die ich an einem Tag schaffen will. Meist übertreffe ich sie. Wenn ich mich dagegen damit quäle, die Seiten zu füllen, nehme ich das als Zeichen, dass etwas in der Geschichte schiefläuft. Wenn mich das Schreiben einer Szene langweilt, dann ist sie nur ein Lückenfüller, der auch Leser nicht interessieren wird, und muss gestrichen oder durch etwas Spannendes ersetzt werden.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Ich habe mir eine Website und Accounts auf Twitter und Instagram eingerichtet und eine Autorenseite auf FB, damit meine Freunde von zu vielen Posts zu meinem Schreiben verschont bleiben. Tendenziell bin ich auf FB am aktivsten. Ich schreibe aber natürlich nicht ständig über mein Buch, sondern verlinke auch meine Rezensionen oder teile spannende Links.

Ich mag FB von den Netzwerken, die ich nutze, am meisten – naja, egtl bevorzuge ich das Bloggen, weil ich mich da wirklich ausführlich äußern kann, aber das ist wiederum für Interaktion nicht so gut.

Das Zeichenlimit bei Twitter ist eine Herausforderung für mich, auch wenn es viele der Menschen, denen ich folge, dazu bringt, perfekte kleine Sätze abzuliefern, so dass ich dort gerne als stumme Mitleserin unterwegs bin.

Instagram dagegen… vielleicht habe ich das Netzwerk noch nicht richtig verstanden, aber dieser extreme Fokus auf Bildern zulasten von Text ist nicht so mein Ding. Ich mag Text. Deshalb schreibe ich ja auch Romane.^^

Als „Drúdir“ noch im Selbstverlag erschienen war und ich e-Books zur Verfügung hatte, habe ich versucht, möglichst viele Rezi-Exemplare bei Bloggern unterzubringen, aber jetzt muss ich mich mit meinem Verlag abstimmen und da müssen noch ein paar Dinge geklärt werden.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

Ich plane mehr als früher, aber werfe meine Pläne auch schon mal über den Haufen. Ich weiß am Anfang, wo sich die Handlung hinbewegen soll, aber meine Pläne konkretisieren sich erst, wenn ich etwa ein Drittel geschrieben habe.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

Ich mag alle meine Bücher aus verschiedenen Gründen (außer den ganz frühen – die zählen nicht!). Drúdir 1 wird immer etwas Besonderes für mich sein, weil es eben mein erstes veröffentlichtes Buch ist und ich sehr zufrieden damit bin. Außerdem ist dort sehr viel eingeflossen, was mich beschäftigt oder begeistert. Drúdir 2 gefällt mir, weil ich merke, wie mein Stil gereift ist, und weil ich zum ersten Mal mit verschiedenen Zeitebenen arbeite. Ich mache mir ein bisschen Sorgen, dass einige Leser enttäuscht sein werden, dass der zweite Teil in Setting und Struktur anders ist, als der erste und viele Figuren durch andere ersetzt werden, aber mir als Autorin hat diese Verschiedenartigkeit der beiden Bücher die Chance gegeben, Neues auszuprobieren, zu wachsen und neue Themen zu erkunden.

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung heraus, ohne zu spoilern?

Eine sichere Wahl sind natürlich der Anfang oder Kapitel, in denen neue Figuren eingeführt werden. Darüber hinaus gibt es in jedem Buch, auch später in der Handlung, Passagen, die Fragen aufwerfen, aber nicht beantworten – die eignen sich auch, vorausgesetzt, sie sind auch für Leser verständlich, die die vorhergegangenen Kapitel nicht kennen.

Ich bearbeite übrigens die Abschnitte, die ich für Lesungen ausgesucht habe, noch einmal, und streiche alles heraus, was meine Zuhörer verwirren könnte oder nur dann für sie relevant wäre, wenn sie die ganze Geschichte lesen würden. Z.B. habe ich bei meiner letzten Lesung einen Abschnitt weggekürzt, in dem eine Figur innehält, um über ihr Verhältnis zu ihrer Familie nachzudenken – er ist zwar hilfreich für Leser, die den betreffenden Charakter noch über hunderte Seiten begleiten werden, aber nicht für Zuhörer, die ihm nur für die Dauer einer Szene über die Schulter blicken.

Hast du in deinem Buch einen Lieblingscharakter?

Phandrael, Kyrai, Drúdir, Moryn, Jathrades… Jede dieser Figuren hat etwas, das mich anspricht und ich schreibe gerne darüber, wie sie aufeinander reagieren. Gelegentlich ertappe ich mich auch dabei, dass ich darüber nachdenke, ob nicht auch die eine oder andere Nebenfigur einen eigenen Roman oder mindestens eine Kurzgeschichte verdient hätte. Das ist ein gutes Gefühl, weil es mir zeigt, dass ich einen Charakter, kein Requisit, geschaffen habe. Ich liebe dieses Gefühl, wenn eine Figur auf diese Weise zum Leben erwacht! Auf einen Lieblingscharakter kann ich mich leider nicht einschränken.

Identifizierst du dich selbst mit einer deiner Figuren?

In den meisten meiner Figuren steckt etwas von mir. Drúdirs Stolz, Kyrais Streben nach Perfektion und Kontrolle, Phandraels radikales Infragestellen aller Konventionen,… Es gibt einige wenige Figuren, bei denen ich keinen solchen Anknüpfungspunkt gefunden habe. Das beunruhigt mich, wenn es wichtige Figuren sind, aber ich glaube, es ist mir trotzdem gelungen, sie glaubwürdig zu schreiben.

Gibt es reale Personen, die dich zu deinem Figuren inspirieren?

Eher nein, aber ich leihe mir manchmal Gewohnheiten. Z.B. verdankt Phandrael seinen Tick, mit einem Spielkartendeck herumzuspielen, der Tatsache, dass mein Freund eine Zeitlang genau dasselbe gemacht habe. Ich habe das gesehen und dachte, dass diese Angewohnheit wie maßgeschneidert für Phandrael ist.

Hast du eine Lieblingsszene?

Keine, die ich beschreiben könnte, ohne zu spoilern.

Hast du reale Vorbilder für Szenen im Kopf gehabt?

Nein, allerdings sind ein paar Schauplätze von realen Orten inspiriert (z.B. die Bibliothek aus „Drúdir 1“.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Gerade überarbeite ich „Drúdir 2“ und ein phantastisch-dystopisches Manuskript, bei dem ich nicht sicher bin, ob es wirklich veröffentlichungstauglich ist. Bereits Drúdir mischt sich (zumindest im ersten Teil, im zweiten treten die Steampunk-Elemente etwas zurück) High Fantasy und Steampunk, aber dieses neue Manuskript hat Komponenten von Dystopie, Urban Fantasy und Märchenadaption und ist außerdem in einem Stil geschrieben, den eine Beta-Leserin, auf deren Urteil ich große Stücke halte, als zu anspruchsvoll für viele potenzielle Leser beschrieben hat. Ich glaube nicht, dass sich Verlage darum reißen werden, auch wenn die Arbeit daran für mich ein spannendes Projekt war. Ein weiterer Punkt ist, dass ich nicht sicher bin, ob es nicht irgendwie faul ist, in unserer Zeit Dystopien zu schreiben und ich nicht vielleicht lieber versuchen sollte, eine positive Zukunftsvision zu entwerfen.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Es sind weniger Tage, als vielmehr Monate, die vergehen müssen, bevor ich mit einem neuen Roman anfangen kann. Wenn das Projekt aber erstmal begonnen ist und ich es schaffe, konsequent dranzubleiben, stehen die Chancen gut, dass es stetig vorangeht.

Wann und wo schreibst du?

Ganz langweilig an meinem Schreibtisch auf meinem Laptop.

Schreibst du einfach drauf los oder recherchierst du erst, planst, legst Notizen an, bevor du zu schreiben beginnst?

Eine Mischung aus alldem. Ich schreibe zunehmend meine Ideen auf und mache mir mehr Notizen als noch früher. Viel davon bleibt aber ungenutzt. Bei „Drúdir 2“ war es extrem wichtig, dass ich die Ereignisse in der Vergangenheit, die ihren Schatten über die Gegenwart werfen, und ihre Abfolge im Kopf behalte, deshalb hatte ich detaillierte Notizen dazu. Allerdings habe ich diese auch noch einmal geändert, als die Handlung es erforderte.

Solche Notizen sind hilfreich, aber manchmal weiß ich, dass ich eine Idee noch nicht aufschreiben darf, weil das bedeuten würde, sie zu fixieren, bevor sie ausgereift ist. Es gilt, den richtigen Zeitpunkt abzupassen.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass einige Leute ein besseres Gefühl für Sprache und ihre Nuancen haben als andere und natürlich spiegelt sich das in ihrem Schreiben wieder. Auch brauchen Autoren Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, sich in ihre Arbeit zu vertiefen. Aber Talent ist wirklich nicht alles. Die Auseinandersetzung damit, was genau es ist, was Leser an einem Buch in dessen Bann zieht, und welches Mittel welchen Effekt erzielt ist genauso wichtig.

Ich habe ein paar Leitfäden gelesen und gerade online großartige Angebote gefunden – z.B sind „Mythcreants“ und „Writing Excuses“ voller hilfreicher Ratschläge. Aber natürlich erspart nichts davon es einem, tausende Worte für die Schublade zu schreiben. Das ist der entscheidende Faktor: Übung. Übung hat es mir erlaubt, meinen Stil zu finden und besser zu verstehen, worüber in den Leitfäden und Schreibkursen geredet wurde. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass man, wenn man gut schreiben will, auch viel und vielfältig lesen muss.

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Schreiben bedeutet für mich, immer wieder in einer erfüllenden Tätigkeit versinken zu können und dafür Anerkennung zu ernten. Ich liebe es, in dem Wissen zu leben, dass sich mein Buch mit jedem Leser, der es liest, vervielfacht: Die erlebte Geschichte entsteht zwischen Leser und Buch und weil keine zwei Leser dieselben Voraussetzungen mitbringen, sind keine zwei Geschichten gleich. Zu wissen, dass mein Roman auf diese Weise lebendig ist, ist fantastisch. Und ich liebe die Gespräche mit Lesern und Kollegen, die sich auf den Events ergeben, bei denen ich auftrete.

Gleichzeitig ist da aber auch dieser Druck, ein möglichst perfektes Buch abzuliefern und die Angst, dass der Roman, in dem so viel von mir steckt, bei allen Lesern auf Spott und Ablehnung stößt. Ich hatte bisher jedoch das Glück, dass alle Kritik, die ich bekommen habe, konstruktiv und sachlich und in einigen Fällen sogar wirklich hilfreich war und weit hinter den positiven bis enthusiastischen Reaktionen zurückgeblieben ist.

Außerdem bin ich ein eher introvertierter Mensch und mich als Autorin in die Öffentlichkeit zu stellen, bereitet mir manchmal Unbehagen.

Was denkst du, ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt?

Protagonisten!!! Es sind die Figuren, die eine Geschichte tragen. Es ist mir egal, ob in einem Buch ein Meteor auf die Erde zurast, wenn es keine Figur gibt, deren Schicksal mich kümmert. Ob Figur A und Figur B zusammenkommen, ist für mich erst dann von Interesse, wenn ich A und B kennengelernt und begonnen habe, ihnen ihr gemeinsames Glück zu wünschen.

Natürlich ist ein sinnvoller, spannender Plot wichtig und darf die Welt (im Falle eines Fantasyromans) nicht komplett generisch sein, aber ich glaube, dass ein Buch mit einer spannenden Handlung, aber blassen Charakteren immer noch schlechter ist, als ein Buch, bei dem mir die Figuren spannend und real, vielleicht auch sympathisch erscheinen, weil sich dann alles, was ihnen geschieht oder von ihnen getan wird, bedeutungsvoll anfühlt.

Besonders beeindrucken mich Bücher, die mich in den Kopf einer Figur entführen, die ich garantiert nicht mögen würde, wenn ich ihr begegnete, und mich dazu bringen, mich trotzdem mit ihr zu identifizieren, oder mir durch die Augen einer Figur eine völlig neue Perspektive auf die Welt eröffnen.

Weisst du noch, wo und wie du erfahren hast, dass dein Buch veröffentlicht werden soll?

Das war ein etwas langwieriger Prozess, sodass ich keinen Moment festlegen kann. Lange ist es mir vollkommen unwirklich vorgekommen und ich konnte es erst glauben, als ich den Vertrag unterzeichnet habe.

Hast du dich am Erscheinungstag in den nächsten Buchladen gestürzt um zu sehen, wie es dort präsentiert wird?

Leider ist „Edition Roter Drache“ ein kleiner Verlag, der seine Bücher vor allem über Direktverkauf auf Messen und Conventions oder aber per Versand an seine Kunden bringt. In den meisten Buchhandlungen wird man „Drúdir“ daher vergeblich suchen. Allerdings hat eine Buchhändlerin, die meine Mutter kennt, drei Exemplare für ihren Laden geordert. Da musste ich natürlich hin und mir die Bücher ansehen. So habe ich „Ocelot“ kennengelernt – einen ganz besonderen Buchladen in Berlin. Allerdings haben sie dort keine Fantasy-Abteilung, sodass „Drúdir“ bei den Jugendbüchern gelandet ist, was vielleicht nicht der perfekte Ort dafür ist. Jugendliche können das Buch durchaus lesen, aber ich glaube, ältere Leser haben mehr davon.

Ist eine Erscheinungstermin eines Buches genauso aufregend wie die Geburt eines Kindes, ist ja auch irgendwie ein Baby ?

Da fehlen mir Vergleichswerte^^ Aber aufregend ist es auf jeden Fall!

Wer darf als erstes dein Manuskripte testlesen?

Bisher war das meine Familie, aber für mein phantastisch-dystopisches Manuskript habe ich auf meiner FB-Seite Testleser angeworben. Ich war sehr überrascht, wie schnell sich Menschen gemeldet haben und wie viele es waren.

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Ich glaube, ich müsste jetzt bei sechs sein. Meine drei Übungsmanuskripte (alles High Fantasy), Drúdir 1&2 und das schon genannte Manuskript.

Hast du Mitspracherecht bei den Covern deiner Bücher?

Theoretisch ja und Joerg Schlonies, der das Cover von „Drúdir – Dampf und Magie“ entworfen hat, hat sich von meinen Beschreibungen und Skizzen inspirieren lassen. Allerdings waren dann aus zeitlichen Gründen nur noch kleine Änderungen drin, nachdem der Entwurf fertiggestellt war. Aber da hat Joerg auf alle meine Wünsche reagiert. Er hat aber auch seine eigenen Ideen und klugen Überlegungen eingebracht.

Wie hat deine Familie und dein Umfeld reagiert als du das Schreiben von Büchern angefangen hast?

Meine Eltern und Lehrer haben mich von Anfang an (es ging ja in der Grundschule mit kurzen Texten und Gedichten los) unterstützt. Viele meiner Freunde auch, auch wenn ich leider niemanden hatte, der auch so viel geschrieben hat, und ich mir bei der einen oder anderen Person gewünscht habe, dass sie mein Schreiben ernster nehmen würden.

Kannst du dich noch daran erinnern, wie es war als dein erstes Buch von einem Verlag angenommen wurde?

Aber es war ein großartiges Gefühl, den Verlagsvertrag zu unterschreiben – ich war da gerade in Norwegen und war halb stolz, halb amüsiert, dass ich meinen ersten Verlagsvertrag in einem Alter unterschrieben habe, in dem ich die Veröffentlichung nach norwegischem Recht noch nicht mit Alkohol über einer bestimmten Promillezahl hätte feiern dürfen, wenn mir danach gewesen wäre.

Wann kam erstmals der Wunsch auf, ein Buch schreiben zu wollen?

Ich wollte schon immer Geschichten schreiben, aber mein erstes Buch (das, welches ich mit 13 geschrieben habe), war nie als Buch geplant. Ich habe von einem ersten Kapitel ausgehend einfach immer weitergeschrieben und war dann überrascht, als ich am Ende mit hunderten von Seiten dastand.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

Es gibt einige Formulierungen und Dialogzeilen, mit denen ich ganz zufrieden bin, aber die meisten von ihnen funktionieren im Kontext besser.

Kommen wir nun zum Blog

Wo findet der Leser deinen Blog?

Unter https://cygnusreviews.wordpress.com/

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines Berichtes?

Etwa eine Stunde.

Wann ist dein Blog entstanden?

Im Sommer 2015.

Warum hast du einen Blog eröffnet?

Mich hat die Herausforderung gereizt, dem nachzuspüren und genau zu beschreiben, was es ist, das mir an Büchern gefällt oder eben nicht.

Wie bist du auf den Namen deines Blogs gekommen?

„Cygnus“ ist lateinisch für Schwan und es gibt zwar verschiedene Theorien, wo mein Vorname „Swantje“ herkommt und was er bedeutet, aber ein Schwan ist so gut wie immer dabei. Deshalb erschien mir der Name passend. Ich hätte allerdings überprüfen sollen, ob er nicht schon von anderen verwendet wird, bevor ich mich darauf festgelegt habe.

Wie machst du auf deine Blog im Web aufmerksam?

Meine Blogbeiträge teile ich automatisch auf FB und Twitter und verlinke sie auch auf meiner Autorenseite und wenn jemand sich erkundigt, wie andere Leser ein bestimmtes Buch fanden, das ich auch rezensiert habe, mache ich auf meine Rezension aufmerksam. Allerdings betreibe ich deutlich weniger Aufwand, um meinen Blog bekannt zu machen, als viele andere Blogger. Das liegt auch daran, dass ich keinen Verlag davon zu überzeugen brauche, dass ich viel Reichweite habe und daher Rezi-Exemplare bekommen sollte – die bekomme ich über die Seite „Literatopia“, für die ich auch (und sehr gerne) rezensiere. Auf „Cygnus“ landen meine Rezensionen zu selbstgekauften Bücher und hier strukturiere ich Posts anders, mache sie viel länger und verzichte auf eine Sterne-Bewertung. Aber ich habe auch eine Übersichtsseite, auf der man alle meine Rezensionen finden kann, egal, auf welcher Seite sie erschienen sind.

Was erwartet den Leser auf deinem Blog?

Lange, ausführliche Posts. Meistens handelt es sich um Rezensionen, aber ich habe auch Autoren und eine Lektorin interviewt, schreibe Messeberichte oder stelle unabhängige Buchläden vor. In „Reflektionen“ halte ich meine allgemeineren Gedanken in Bezug auf Literatur fest. Dass Fantasy mein Lieblingsgenre ist, spiegelt sich definitiv auf meinem Blog wieder, aber es findet sich eigentlich ein bisschen was von allem.

Bloggst du allein?

Ja, von einem einzigen Gastpost abgesehen. (Ich hätte aber auch nichts gegen weitere oder noch mehr Autoreninterviews – wer Interesse an einer Zusammenarbeit hat, kann sich gerne bei mir melden).

Wie suchst du dir ein Buch aus, das du auf deinem Blog vorstellst?

Es gibt ein paar Blogger, deren Empfehlungen ich gerne folge, und natürlich Autoren, von denen ich mehr oder weniger alles kaufe. Hin und wieder versuche ich auch bewusst, mit meinen Lesegewohnheiten zu brechen und in andere Genres hineinzuschnuppern. Der Zufall spielt auch eine große Rolle, wenn mir z.B. ein Buch gebraucht oder als Mängelexemplar in die Hände fällt. Sehr viele meiner Bücher sind englischsprachige e-Books – ich habe gute, innovative Fantasy von deutschen Autoren gelesen, aber der englischsprachige Buchmarkt hat in der Hinsicht deutlich mehr zu bieten.

Ich gehe, gerade, wenn ich außerhalb der Genres lese, in denen ich mich gut kenne, bei der Auswahl von Büchern zwar Risiken ein, aber ich würde nie ein Buch bereits mit der Absicht anfangen, es nicht zu mögen und hart zu kritisieren. Wenn mir ein Buch überhaupt nicht gefällt, breche ich es ab – und rezensiere es nicht, weil ich keine Bücher bespreche, die ich nicht zu Ende gelesen habe und es würde mir zu sehr leidtun, überhaupt nichts Positives über ein Buch sagen zu können.

Wenn mir ein Buch nicht so richtig gefällt, aber gut genug ist, dass ich bis zum Ende durchhalte, versuche ich, in meiner Rezension auch hervorzuheben, was an dem Buch trotz der von mir benannten Schwächen gut war.

Selfpublisher oder Verlagsautoren was ist dir lieber?

Die meisten Bücher, die ich lese, sind von Verlagsautoren, aber nicht, weil ich Vorurteile gegen SPler habe, sondern einfach, weil die Verlagsbücher so viel bessere Chancen haben, meine Aufmerksamkeit zu erregen.

Welches Genre findet der Leser auf deinem Blog?

Wie schon gesagt, sehr viel Fantasy – bevorzugt High Fantasy, aber auch eine Menge Urban Fantasy – Steampunk, Belletristik, Non-Fiction, Dystopie, eine Comic-Rezi, ein paar Links zu Krimi/Thriller-Rezis auf Literatopia.

Wie können die Leser dir folgen?

Wer mir auf FB oder Twitter folgt, sieht Links in seinem Newsfeed, ansonsten gibt es die Chance, mir per Mail zu folgen oder, wenn man ebenfalls bei WordPress ist, über seinen Reader.

Hast du einen Lieblingsbeitrag und magst ihn unseren Leser vorstellen?

Ich mag z.B. diesen Beitrag zu einem Klassiker, der sich auch heute noch gut lesen lässt, ganz gerne: https://cygnusreviews.wordpress.com/2017/04/14/mary-shelley-frankenstein-or-the-modern-prometheus-norton-critical-edition/

Hast du besondere Projekte die du unterstützt?

Ich versuche, mit meinen Posts auf gute Bücher und auf kleine, individuell gestaltete und mit einem ausgewählten Sortiment bestückte Buchläden aufmerksam zu machen. Und natürlich musste ich im Rahmen dessen einen Artikel über den „Berliner Büchertisch“ schreiben, das Leseförderungsprojekt, das ich in diesem Sommer ehrenamtlich unterstützt habe.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Es gibt schon Tage, an denen ich keine Rezensionen schreibe, aber weil ich a.) auf Vorrat schreibe und b.) nur einmal pro Woche poste, bleibt das ohne Konsequenzen.

Hast du auch mal eine Leseflaute?

Ja, leider.

Was machst du gegen eine Leseflaute?

Wenig, es sei denn, ich habe ein Rezi-Exemplar erhalten. Dann bringt mich mein Pflichtbewusstsein dazu, es auch zu lesen. Meine Selbstverpflichtungen (mindestens 2 Rezis pro Monat für Literatopia, 1 Rezi pro Woche für Cygnus) helfen mir, mich zum Lesen zu motivieren. Ansonsten hilft es, Ablenkungen zu eliminieren und unterwegs zu lesen.

Was bedeutet es für dich, Blogger zu sein?

Es bedeutet, Zeit und Nachdenken in meine Posts zu investieren und zu versuchen ein Bild der gelesenen Bücher zu zeichnen, das es Lesern meines Blogs erlaubt, ihr eigenes Urteil zu fällen, ob diese Bücher etwas für sie wären. Ich würde gerne noch intensiver nach guten Bücher suchen, die nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.

Liest jemand deine Berichte gegen und wenn ja, wer darf sie als erstes lesen?

In meinem Umfeld hat leider niemand die Zeit dafür. Aber hier kommt mir zu Gute, dass ich in Zeiten, in denen ich wenig zu tun habe, viel lese und Rezensionen auf Vorrat schreibe, die dann allmählich online gehen. So vergehen meist ein paar Wochen oder sogar mehr als ein Monat, bevor ich eine Rezension veröffentliche und so habe ich etwas Abstand gewonnen, wenn ich vor dem Posten noch einmal drüberlese. Es ist nicht so gut wie ein unabhängiges Augenpaar, aber gut genug, hoffe ich.

Wie hat deine Familie und dein Umfeld reagiert als du deinen Blog gestartet hast?

Alles in allem positiv.

Kannst du dich noch daran erinnern, wie es war als dein erstes Bericht online ging?

Entspannt – niemand kannte meinen Blog. Ich hätte alle möglichen Fehler machen können, ohne dass es jemandem aufgefallen wäre. Fun-Fact: Meine allererste Rezension (zu Brian McClellans sehr empfehlenswerten „Promise of Blood“) war auch die Schreibprobe, mit der ich mich auf einen Praktikumsplatz beworben und diesen auch bekommen habe.

Wann kam erstmals der Wunsch auf, einen Blog schreiben zu wollen?

Das muss kurz vor dem Onlinegehen meines ersten Blogposts gewesen sein. Ich hatte die Idee und habe sie dann gleich umgesetzt.

Möchtest du noch abschließend den Lesern etwas mitteilen?

Ich hoffe, ihr findet meine Rezensionen aufschlussreich.

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