Blinddate mit Annie – Wer ist dein Mr. Right?

Blinddate mit Annie – Wer ist dein Mr. Right?

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Tag 3 unserer Blinddate Blog-Tour ist da!

Euer heutiges Blind-Date ist Ben

Wir sind beim Hauptgang und ich reiche euch nun den leckeren und tollen Gang. Ich wünsche euch viel Spaß.

Ben – Kapitel 1

»Gott, du fühlst dich so gut an!«, grunzt es über mir, während er sich in mir bewegt.

Ich versuche mich auf die Situation zu konzentrieren, ganz im Moment zu sein, doch meine Gedanken flattern nur so durch meinen Kopf. Ich bin überall und nirgendwo, aber ganz sicher nicht hier in diesem Bett mit diesem Mann, dessen Namen ich nicht kenne, und der auf jeden Fall anziehender war, als ich noch von den Cosmopolitans benebelt war. Jetzt hat der Buzz nachgelassen und irgendwie auch die Lust.

»Du bist so eng, Baby. Es ist so gut. Ich bin gleich so weit. Komm mit mir.«

Gar nicht so einfach, wenn man nicht wirklich dabei ist, also kopfmäßig. Nur mein Körper ist anwesend und ganz offenbar braucht er mittlerweile mehr, als nur ein bisschen Reibung, um zu kommen. Ein bisschen Finesse, ein bisschen echte Aufmerksamkeit, echtes Interesse. Ist das denn zu viel verlangt?

»Ich komm nicht ohne dich.«

Ach, bitte … Wir sind doch nicht im Kindergarten.

Aber okay. Ich stöhne, bewege meinen Körper, als wäre ich in den Fängen der Ekstase. Kleiner Tipp: Wenn es sich wie im Porno anhört, ist es meist Fake.

»Oh, Tia, du bist so gut«, stöhnt er.

Tia? Tia?

Ich drücke meine Hände gegen seine Brust, schiebe ihn von mir. Er ist so tief in seiner Lust gefangen, dass er verwirrt wie ein Eichhörnchen blickt, als er plötzlich nicht mehr in mir ist.

»Falscher Name, Arschloch«, sage ich und stehe auf.

Ich komme mir nicht eine Sekunde schäbig vor. Ich mag seinen Namen nicht kennen, aber wenigstens sage ich nicht Steve. Wie komm ich jetzt auf Steve?

»Äh, was?«, fragt er und wischt sich über das Gesicht, immer noch nicht im Hier und Jetzt angekommen.

»Mein Name ist Julia.«

»Was hab ich gesagt?«

»Tia.«

Er ist einen Moment ruhig. »Ich sagte Lia. Ein Kosename für Julia.«

»Ja, klar.« Ich ziehe meine Hose hoch, schließe den Knopf, bevor ich mich auf die Suche nach meinem Oberteil begebe. Er hat es mir irgendwo im Flur ausgezogen, denke ich. Und wo sind meine Schuhe? Wenn ich die verloren habe, bin ich stinksauer. Immerhin sind es Manolos. Sie waren siebzig Prozent reduziert, weil sie aus der vorletzten Saison sind.

Ich stapfe die Stufen hinab, pflücke mein Shirt aus der Stehlampe, bevor mein Blick auf die High Heels fällt. Ich runzel die Stirn. Ich dachte, ich hätte die Roten angehabt. Aber da liegen schwarze Louboutins. Wie ist das passiert?

Ich zucke mit den Schultern und ziehe sie an. Sie sind ein bisschen zu klein, weil es nicht meine sind. Sie gehören meiner Schwägerin und besten Freundin. Ich lächel beim Gedanken an sie. Seit zweieinhalb Jahren ist sie ein Teil meiner verrückten Familie und ganz und gar nicht mehr wegzudenken. Mein Bruder liebt sie. Ich auch, selbst wenn ich mich wohl daran gewöhnen muss, dass unsere Beziehung bis auf einen heißen Kuss ganz am Anfang platonisch bleibt.

Ich bin nicht lesbisch, nicht mal wirklich bi. Ich mein, ich war auf dem College und da hat man eben auch gleichgeschlechtliche Erfahrungen. Ich mochte es, sie zu küssen, aber wenn ich ehrlich bin, präferiere ich Schwänze.

Warum also bin ich in Thea verknallt?

Ich öffne die Haustür und sehe gerade eben ein Taxi vorbeifahren. Fuck. Ich angel nach meinem Handy und rufe Tom an, meinen Bruder.

»Was gibt es, Schwesterherz?«, fragt er gutgelaunt.

Ich höre Musik im Hintergrund und kann mir schon denken, wo er ist. In Matts Bar. Matt ist Toms bester Freund. Und Theas anderer Ehemann. Oh, hatte ich vergessen zu erwähnen, dass sie in einer polyamoren Beziehung leben?

»Kannst du mich retten?«

Er lacht. »Du weißt, für dich tue ich alles.«

»Danke! Du bist der Beste.«

»Sagt Thea auch immer.«

»Was sage ich immer?«, vernehme ich leise im Hintergrund. Als ich die Stimme höre, stellen sich die kleinen Härchen in meinem Nacken auf.

»Dass ich der Beste bin«, antwortet Tom in dem Tonfall, den er nur für sie reserviert hat. Voller Liebe und Zärtlichkeit. Ich muss mich übergeben.

»Tom!«, schreie ich ins Handy.

»Was?«

»Hol mich ab! Ich texte dir die Adresse.«

»Okay.«

Ich lege auf in dem Wissen, dass er mich gleich fragen wird, was mit mir los ist. Das tut er immer. Als hätte er einen Julia-geht-es-schlecht-Sinn. Furchtbar. Aber wie kann ich ihm sagen, dass ich sein Mädchen flachlegen will?

Ich laufe ein Stück die Straße hinauf, schlinge die Arme um mich selbst.

Was ist los mit mir?

Das letzte Mal fühlte ich mich so, als ich in diesem schrecklichen Hamsterrad von Marketingunternehmen gefangen war, kurz bevor ich für ein Jahr ausgestiegen war, um mir die Welt anzusehen. Seit diesem Jahr war ich immer glücklich. Was ist also los?

Bin ich nun wirklich unglücklich, weil Thea mich nicht will? Oder verrenne ich mich da nur in eine Idee, weil ich mit meinem Liebesleben generell unzufrieden bin? Manchmal ist es gar nicht so einfach, zum Kern eines Problems vorzudringen. Ich weiß nur eins: Ich wurde nie besser geküsst. Wenn ihre Küsse überall so sind, dann ist Tom ein echt glücklicher Mann. Und Matt. Und Will. Oh, hab ich vergessen zu sagen, dass Thea gleich drei Männer hat?

Vielleicht brauche ich guten Sex. Vielleicht ist das alles. In der letzten Zeit hatte ich kein glückliches Händchen, was meine One-Night-Stands angeht. Seit ich mit Nate Schluss gemacht habe, hatte ich keine ernste Beziehung mehr. Und wenn ich ehrlich bin, war auch das mit ihm nur körperlich. Aber es war so gut! Vielleicht sollte ich ihn anrufen? Zumindest wusste er, wie er mich vögeln muss, damit ich schreie.

Ich bin in Gedanken versunken, sodass ich gar nicht mitbekomme, dass neben mir ein Auto hält.

»Julia.« Ich zucke zusammen und blicke in das amüsierte Gesicht meines Bruders, der mich als Teenager an den Rand des Wahnsinns getrieben hat, nun aber mein bester Freund ist.

Ich öffne die Tür und steige in sein Auto. »Danke.«

»Kein Thema, Sis.«

Er fährt los und einen Moment ist er still, aber ich weiß, dass das nur die Ruhe vor dem Sturm ist. Er wird mich ausfragen und keine Sekunde Ruhe geben, bis er herausgefunden hat, was mich auffrisst. Viel Glück damit. Ich weiß es ja nicht mal selbst.

»Jules …« Was hab ich gesagt?

»Hmmh.«

»Was ist los?«

»Was soll los sein?«

»Du siehst scheiße aus.«

»Danke.«

Er grinst. »So mein ich das nicht. Du siehst unglücklich aus.«

Ich streiche mit beiden Händen über mein Gesicht. »Fuck!«

»Was ist los, Jules?«

»Keine Ahnung. Ich hab das Gefühl, ich stecke in Treibsand, aus dem ich nicht rauskomme. Je mehr ich es versuche, desto tiefer werde ich hineingezogen. Es ist aussichtslos. Und ich weiß nicht einmal, woran das liegt.«

»Was macht dich unglücklich? Dein Job?«

Ich schüttel den Kopf und lächel. »Nein, der macht mich glücklich. Ich liebe Blumen.«

»Dass du alleine bist?«

»Vielen Dank auch«, meine ich trocken. Ich schaue nach draußen, auf die hell erleuchteten Straßen der Stadt, die ich so sehr liebe. »Ich weiß nicht. Kann sein.«

»Du bist heiß. Jeder Mann würde dich mit Kusshand nehmen. Aber sag es mir bitte nicht, sonst muss ich sie alle töten.«

Ich grinse. »Ach, was. Du warst noch nie der überbeschützende Bruder.«

»Nur, weil ich damals noch klein war.«

Ich kaue auf meiner Wange herum. »Ich weiß nicht, ob du das kennst, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich die Person, für die ich bestimmt bin, schon getroffen habe, aber irgendwas ist schief gelaufen. Verstehst du?«

»Nate?«

»Oh, bitte«, schnaube ich.

Er bleibt einen Moment still. »Du redest aber nicht von Matt oder Will, oder?«

»Nein. Sie sind wie Brüder.«

Er atmet erleichtert auf. »Gut, dass würde es doch ein wenig kompliziert machen.«

»Und wenn es einer von beiden wäre?«

Er streicht sich die blonden Haare aus der Stirn. »Puh, keine Ahnung. Wir müssten damit umgehen.«

»Was, wenn es Thea wäre?«, frage ich leise.

Er wirft mir einen Blick zu. »Du bist in Thea verknallt?«

»Was wäre, wenn?«

Er zuckt mit den Schultern. »Will und Matt würden sich über die Show freuen.«

»Und du?«

Er grinst. »Ich wünschte, du wärst nicht meine Schwester.« Als ich nichts sage, wird er ernst: »Bist du wirklich in sie verliebt?«

»Keine Ahnung. Vielleicht rede ich es mir nur ein, weil ich will, was ihr habt.«

Er nickt. »Aber würde es da nicht mehr Sinn machen, wenn es Matt oder Will wären? Ich mein, du bist nicht lesbisch.«

Ich zucke mit den Schultern. »Wie gesagt. Sie sind wie Brüder für mich. Ich bin auch nicht in dich verknallt.«

»Gut zu wissen.«

»Findest du das komisch?«

Er zuckt mit den Schultern. »Ich kann da nicht objektiv sein. Auf der einen Seite kann ich nur zu gut verstehen, wie man sich in sie verlieben kann. Ich mein, sie ist toll.« Sein Gesicht nimmt diesen träumerischen Ausdruck an, wie immer, wenn er von ihr spricht. »Auf der anderen Seite weiß ich, dass nichts daraus werden würde. Und ich wünsche dir, dass du glücklich bist.«

Ich spiele mit dem Saum meines Shirts. »Hmmh.«

»Ich schätze, du solltest herausfinden, was los ist, Jules. Ob du wirklich sie willst oder nur das, was wir haben. Danach können wir uns überlegen, wie wir damit umgehen.«

»Bist du nicht eifersüchtig?«

»Nein. Ich mein, wärst du ein Mann, würde ich dich aus dem Auto schmeißen.«

»Das ist wirklich sexistisch.«

Er grinst. »Wärst du eine andere Frau als meine Schwester, dann auch. Beruhigt das dein feministisches Herz?«

»Ein bisschen. Und mich?«

»Dich würde ich nie rauswerfen.«

»Danke.«

»Willst du mit Thea darüber sprechen?«

Ich schüttel den Kopf. »Ich will unsere Beziehung nicht verkomplizieren.«

»Tust du das nicht schon?«

»Was meinst du?«, frage ich überrascht.

Er zuckt mit den Schultern. »Du gehst auf Abstand. Wann hast du dich das letzte Mal mit ihr getroffen?«

Ich versuche mich zu erinnern, aber es gelingt mir nicht. »Sagt sie was dazu?«

»Du kennst sie doch.«

»Wieso hat sie mir noch nicht den Arsch aufgerissen?«

Er grinst. »Keine Ahnung. Vielleicht ist sie geduldiger geworden.«

»Meinst du?«

»Keine Chance.«

»Wie geht es ihr?«

Er zuckt mit den Schultern. »Sie arbeitet mal wieder zu viel. Es ist Zeit für eine erneute Intervention.«

Ich lache. »Das macht ihr immer, wenn ihr zu wenig Sex bekommt.«

Ungerührt grinst er. »Sex ist wichtig.«

»Hmmh.«

Er schaut fragend zu mir. »Bisher fandest du das auch.«

»Tu ich noch«, sage ich leise.

»Aber?«

Ich schnaube leise. »Es ist schwer, guten Sex zu finden.«

Er nickt. »Kann ich mir vorstellen. Vielleicht ist es auch einfach das, was dir fehlt.«

Während wir durch die dunklen Straßen in Richtung meiner Wohnung fahren, überlege ich. »Wie ist ein Dreier?«

Er ist so überrascht über meine Frage, dass er die Kurve zu eng nimmt und wir mit den Hinterreifen über den Gehweg holpern. »Äh, was?«

»Ein Dreier. Sex mit zwei Männern gleichzeitig.«

»Echt jetzt?«

»Ja, sag es mir. Ist es aufregend? Wild?«

Seine Augen verengen sich, als er nachdenkt. »Es fühlt sich schon verdorbener an, aber … Puh. Ich weiß gar nicht, ob ich will, dass du es ausprobierst.«

»Wie gut, dass das nicht deine Entscheidung ist.«

»Ganz eindeutig«, stimmt er belustigt zu. »Ich mag das Gefühl der totalen Dominanz, aber vielleicht ist es anders, wenn es keine devote Frau ist.«

»Glaubst du nicht, dass ich devot bin?«

Er lacht. »Du hast keinen einzigen devoten Knochen im Leib.«

Ich zucke mit den Schultern. »Aber das würde man von Thea auch nicht denken.«

»Das stimmt wohl.« Seine Augen, die den gleichen Grünton wie meine haben, sprühen. »Aber ich erinnere mich an das ein oder andere Gespräch mit Nate …«

»Was soll das heißen?«

Er lacht. »Nur, dass ich weiß, was ihr so getrieben habt.«

»So ein Arsch.«

»Hey, was auch immer Erwachsene miteinander treiben, ist okay.«

»Sicher, mit klarem Verstand und gegenseitigem Einverständnis.«

»So ist es.«

Tom bleibt vor meiner Tür stehen. »Melde dich bei Thea. Sie macht sich Sorgen um dich, um eure Beziehung. Sag ihr, was du fühlst. Sie liebt dich auch.«

Ich nicke leicht. Aber leider weiß ich, dass sie mich nicht so liebt …

Er umarmt mich fest. »Ich will, dass du glücklich bist, Jules. Kaum etwas ist wichtiger für mich.«

»Ich weiß. Ich werd auch wieder glücklich sein. Versprochen.«

»Ich liebe dich, Sis.«

»Ich dich auch.«

Ich steige aus und laufe seufzend zu meiner Haustür. Warum habe ich es ihm erzählt? Jetzt wird vieles sicher total unangenehm. Und ich weiß genau, ich kann nicht überleben, wenn Dinge zwischen Thea oder Tom und mir nicht mehr ideal sind. Sie sind meine engsten Freunde. Meine Menschen. Ich kann sie nicht verlieren.

Was ist das für ein furchtbares Geräusch? Ich rolle mich auf den Bauch und ziehe die Decke über den Kopf. Es hört nicht auf. Irgendwo in meinem verschlafenen Kopf sagt eine Stimme, dass es die Türklingel ist. Ich stöhne auf, ziehe das Laken vom Bett und wickel es um mich herum, bevor ich zum Eingang schlurfe. Ich muss ja nicht aller Welt zeigen, dass ich nackt schlafe …

Als ich am Spiegel im Flur vorbeikomme, wende ich den Blick ab. Dieses Zugunglück will ich nicht sehen. Ich öffne die Tür.

»Hey, Süße«, kommt es fröhlich von der anderen Seite.

»Hmpf«, grummel ich und trete den Rückzug an. Ich marschiere zurück ins Schlafzimmer und lasse mich aufs Bett fallen, zum amüsierten Lachen einer viel zu heiteren Person.

Ich höre, dass Thea in die Küche geht. War ja klar, dass Tom es ihr sofort erzählen würde. Verräter.

Ein paar Minuten später höre ich sie in den Raum reinkommen. Sie stellt eine Tasse Kaffee auf den Nachttisch. Der Geruch bringt mich dazu, ein kleines bisschen wacher zu werden. Dann zieht sie die Decke hoch und legt sich neben mich.

»Was machst du?«

»Meine beste Freundin besuchen.«

»Ich bin nackt.«

»Ich hab dich schon tausend Mal nackt gesehen.«

»Hmmh.« Mehr kann ich dazu nicht sagen, weil es stimmt. Wir sind beide nicht zimperlich. Gott sei Dank. Nichts ist schlimmer als die Frauen, die kreischen, wenn ein Nippel zu sehen ist.

Ich spüre ihre Hand an meiner Wange. Sie streicht meine Haare aus dem Gesicht. »Ich liebe dich auch, Jules.«

»Ich weiß.«

»Ist das der Grund, wieso du dich nicht gemeldet hast?«

»Hmmh.«

»Lass das.«

»Was?«

Sie sagt nichts und schließlich schaue ich ihr in die Augen, die wütend funkeln. »Du bist meine Familie, Julia Elizabeth Andrews! Du wirst so eine Scheiße nicht abziehen.«

»Thea …«

»Nein! Ich erlaube das nicht!«

»Fein. Ich werde mich durch meine Gefühle quälen, nur weil du Verlassensängste hast.«

Sie grinst. Die verrückte Kuh grinst. »Danke.«

»Du bist so doof.«

»Bist du selber.«

Ich setze mich auf und greife nach meinem Kaffee. »Hast du Frühstück mitgebracht?«

»Natürlich, wofür hältst du mich?« Sie deutet auf die Papiertüte, die neben der Tasse steht. Nach einem Schluck öffne ich sie und ziehe einen Boston Creme-Donut heraus. Meine Lieblingssorte.

»Schleimerin.«

Sie lacht. »Woher hast du den Knutschfleck auf dem Busen?«

Ich schaue runter und zucke mit den Schultern. »Ich war gestern beschäftigt.«

»Aha, erzähl!«

Ich halte ihr den Donut vor den Mund und sie beißt ab.

»Da gibt es wenig zu erzählen. Ich hab ihn aufgerissen, aber ich hatte gar nicht wirklich Lust auf ihn. War nicht im Moment. Und als er mich dann Tia nannte, war es vorbei.«

»Tia?«, fragt sie lachend.

»Ist ja nicht so, dass ich seinen Namen gewusst hätte … Aber das ist ja auch der Grund, warum ich höchstens mal Hot Ass stöhne.«

Sie lacht. »Guter Trick. Muss ich mir merken.«

Ich ziehe die Augenbrauen hoch. »Wofür? Ärger im Bad Boy-Himmel?«

»Nein, alles läuft rund.«

»Bist du sicher?«

Sie zieht die Stirn kraus. »Hat Tom was gesagt? Ist er nicht glücklich? Mach ich …?«

»Relax, Thea! Tom hat nur gesagt, dass du mal wieder zu viel arbeitest.«

Sie schlägt mir gegen die Schulter. »Wieso erschreckst du mich so?«

Ich reibe die Stelle. »Aua.«

»Ach, sei nicht so ein Mädchen.«

»Ich bin ein Mädchen.«

Sie schaut auf meine Brüste. »Naja, vielleicht.«

»Kann nicht jeder solche Heißluftballons haben wie du.«

Sie schaut an sich hinab. »Sie werden immer größer, je dicker ich werde.«

»Du hast so einen Knall, Thea. Du hast nicht ein Gramm zugenommen.«

»Versuch’s mit zehn Kilo.«

»Solange sich die zehn Kilo in deinem Busen einlagern, beschwert sich wahrscheinlich keiner.«

Sie lacht. »Tom und Matt sowieso nicht. Sie sind nett. Will ist da eine ganz andere Geschichte.«

Ich schmunzel auch. »Er tut doch nur so, als wäre er ein Arsch, dahinter ist ein butterweiches Herz.«

Sie dreht sich auf den Rücken und schaut an die Decke. »Er treibt mich manchmal in den Wahnsinn. Besonders dann, wenn er in meine Firma marschiert und alles durcheinander bringt.«

»Und dann?«

»Dann streiten wir.«

»Und dann?«

»Dann sagt er mir, wie blöd er mich findet.«

»Und dann?«

Sie grinst. »Dann drückt er mich auf meinen Schreibtisch und vögelt mich.«

»Das muss Liebe sein«, spotte ich.

Sie dreht sich wieder zu mir. »Ist es. Sie sind einzeln schon tolle Menschen, aber im Dreierpack … Hmmh. Sie machen mich sehr glücklich.«

Ich greife nach ihrer Hand. »Ich weiß, Love. Und ich bin froh darüber.«

Wir liegen mit den Gesichtern zueinander, schauen uns an, halten Händchen.

»Ich will nicht, dass du glaubst, dass dies irgendwas für uns ändert. Du und Sam seid meine besten Freundinnen. Für immer.«

»Ich weiß gar nicht, ob ich wirklich in dich verliebt bin oder einfach nur in die Idee.«

»Ist egal. Es ändert nichts.«

»Wie kann es nichts ändern? Ich mein, fühlt sich das nicht komisch an?«

Sie schüttelt den Kopf. »Im Gegenteil. Ich fühle mich geehrt, dass eine so tolle Frau sich in mich verlieben kann.«

Ich nicke langsam. Bei jedem anderen würde sich das dämlich anhören, aber bei ihr … Ich glaube ihr jedes Wort. »Was sagen die Jungs?«

»Will möchte dich zur Pyjamaparty einladen.«

Ich grinse. »Hab nichts anderes erwartet.« Aber dann werde ich ernst. »Und wirklich?«

Sie kaut auf ihrer Lippe. »Sie lieben dich und machen sich Sorgen. Sie wollen dich glücklich sehen.«

»Sind sie nicht eifersüchtig?«

Sie zuckt mit den Schultern. »Ich glaub nicht. Du kennst sie doch. Sie glauben, sie sind Gottes Geschenk für die Frauenwelt.«

»Sie sind sich also sicher, dass du sie niemals verlassen wirst?«

Sie nickt. »Selbstbewusste Männer sind voll scheiße.«

»Du liebst sie.«

Sie lächelt verträumt. »Das tue ich.«

Ich stecke mir den Finger in den Hals und mache Würgegeräusche, was sie dazu bringt, wieder nach mir zu schlagen.

»Okay, okay«, hebe ich meine Hände, »das ist voll süß und gar nicht ekelig.«

Gott, sie hat das tollste Lachen, das ich je gehört habe. Nichts anderes klingt so unglaublich fröhlich.

»Lass uns ausgehen.«

Ich ziehe die Augenbrauen hoch. »Ein Date?«

Sie nickt. »Nur wir beide.«

»Okay, aber nur, wenn du mein Wingman bist.«

Sie lacht. »Das muss unter uns bleiben. Wenn die Jungs das rausfinden, ketten sie mich eine Woche lang ans Bett.«

»Als ob dir das nicht gefallen würde.«

Sie grinst frech. »Naja, gibt tatsächlich Schlimmeres.«

»Hab ich mir gedacht.«

»Heute Abend?«

Ich nicke. »Mach dich sexy für mich.«

»Ich bin immer sexy, nur damit du es weißt«, feuert sie zurück.

Bevor sie geht, küsst sie mich auf den Mund. »Einer der Jungs wird unser Taxi spielen. Wir holen dich um acht ab.«


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 Mehr Infos über die Autorin auf : http://hannahsiebern.de/

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