Quasselwolke: Anja Buchmann

Quasselwolke: Anja Buchmann

Heute stellen wir euch die Autorin Anja Buchmann vor, sie ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

 

Zu deiner Person:

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Ich bin Anja, 33 Jahre alt und lebe mit Mann und Kind im mecklenburgischen Schwinkendorf. Vor ziemlich genau 2 Jahren hat es mich aus Berlin hierher verschlagen. In dörflicher Idylle schreibe ich Romane und Kurzgeschichten, vorrangig aus dem wundervollen Feld der Phantastik. Hauptsächlich bin ich als Selfpublisherin unterwegs, doch meine Kurzgeschichten finden immer wieder bei diversen Verlagen ein gemütliches Plätzchen. Diese Jahr wird außerdem ein Jugend-Fantasyroman im Verlagshaus elGato erscheinen.

Was meine Biografie betrifft: Ich will hier niemanden langweilen. Mein Ziel ist es, Unterhaltsames zu schreiben. Also lest lieber meine Romane.

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Offen, liebevoll, kreativ

Welches Sternzeichen bist du?

Widder

Welchen Fehler entschuldigst du am ehsten?

Jene, die aus Liebe begangen werden.

Wer ist dein Lieblingsheldinnen/ -helden in der Wirklichkeit?

Menschen mit einem großen Herzen und einem offenen Ohr für andere.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Mit meinem Sohn spielen

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Blau

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller?

Ralf Isau

Welche natürliche Gabe möchtest du besitzen?

Sofort und überall, wo sich die Möglichkeit ergibt, einzuschlafen, um so den maximalen Erholungseffekt zu erzielen.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

2012 habe ich einfach angefangen. Aus einer Kurzgeschichte wurde ein Roman, der dann das Prequel zu meiner Welten-Nebel-Tetralogie wurde.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Für ein gutes Buch müssen verschiedene Faktoren zusammenkommen, von denen nur ein Teil in der Hand des Autors liegt. Natürlich muss mich das Thema ansprechen. Der Schreibstil sollte passend zur Geschichte sein und idealerweise ein gewisses Niveau haben. Wobei ich einen eher einfachen Schreibstil eher bei Büchern verzeihe, die thematisch in die Kategorie “Seichte Unterhaltung” fallen. Ein gutes Buch darf durchaus gewisse Erwartungen wecken, sei es durch Cover, Genre, Klappentext oder die ersten Seiten. Diese sollten dann aber auch erfüllt werden oder aber auf gekonnte Weise durchbrochen.

Außerdem muss das Buch zum aktuellen Moment passen, etwas, was eindeutig in der Hand des Lesers liegt.

Wo liest du am liebsten?

Im Bett

Hast du ein Lebensmotto?

Nein, aber ein Schreibmotto: Eine Geschichte schuldet ihre Existenz dem, der sie niederschreibt, ihr Leben aber verdankt sie jenen, die sie lesen.

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

Alles, was mir in die Finger kam, vom Gullivers Reisen über Dolly bis zu Märchen.

Welches Buch MUSS man unbedingt gelesen haben?

Ich denke nicht, dass es das eine Buch gibt, welches man kennen sollte. Vielmehr sollte jeder so viele Bücher wie möglich lesen und idealerweise so ein paar besondere Buchschätzchen für sich finden, die sein Leben oder einen bestimmten Abschnitt begleiten.

Hast du ein Lieblingsbuch?

Bei Büchern halte ich nichts von Monogamie. Ich liebe viele.

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Kann man Ideen abstellen? Also ich kann es nicht. Daher ganz klare Antwort: Nein.

Wie sieht dein Alltag aus?

Alltag, was ist das? Als kreativer Freiberufler mit Kleinkind ist jeder neue Tag der Versuch, Chaos in kleine Zeitkästchen zu packen.

Was bringt dich zum Lachen?

Meistens mein Sohn.

Welches Hobbie hast du?

Schreiben und Lesen

Wie siehst du dich in 10 Jahren?

Keine Ahnung. Meine Glaskugel ist defekt.

Vervollständige folgende Sätze:

Ich bin süchtig nach

Büchern

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre…

Fantasy

Ich lese keine Bücher aus dem Genre…

Horror

Mein Lieblingsgetränk ist…

Pfefferminztee

Mein liebstes Liebeslied ist…

“Curse my name” von Blind Guardian

Wenn ich in einem Buch leben würde, wäre ich...

ziemlich angepisst, weil ich dann ja machen müsste, was der Autor/ die Autorin will.

Beim Schreiben esse ich….

nichts

Kommen wir nun zum Schreiben

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Ehrlich gesagt, keine Ahnung. Meistens sind sie einfach da. Häufig sind inspiriert von realen Ereignissen/ Situationen/ dem Weltgeschehen/ Menschen, doch das passiert in der Regel auf einer so unterschwelligen Ebene, dass es mir häufig erst im Nachhinein auffällt.

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines eigenen Buches?

Das ist sehr unterscheidlich. Es gab Rohmanuskripte, die in einem Monat fertig waren. Bei manchen Geschichten dauert es aber erheblich länger. Und dann kommt ja noch die eigentliche Arbeit: unzählige Korrekturgänge, Satz, Coverdesign, Vermarktungsstrategie …

Diese Prozesse sind dann zeitlich wesentlich konkreter zu beziffern als das Schreiben. Einzelne Korrekturgänge bewegen sich im Bereich von Tagen, Satz und Coverdesign im Stundenbereich.

Da immer mehrere Projekte parallel laufen, würde ich im Durchschnitt von insgesamt sechs bis zwölf Monaten von der ersten Idee bis zum fertigen Buch im Selfpublishing sprechen. Wenn ich mich nur auf ein Werk konzentrieren würde, wären auch zwei Monate machbar, aber solche Schnellschüße sind nicht unbedingt gut für die Qualität. Es braucht etwas zeitlichen Abstand zwischen Schreiben und Überarbeiten.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Davor eigentlich keine. Recherche betreibe ich parallel zum Schreibprozess. Hauptsächlich nutze ich Internetquellen, aber auch Bücher.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Eher praktisch als gemütlich. Ich mag es aufgeräumt. Eigentlich stört mich schon die nahezu unvermeidliche Ansammlung von Kabeln, Stiften und Schmierpapier.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Wie der Arbeitsalltag generell aussieht, kann ich nicht sagen. Ich glaube, dass ist eine individuelle Sache. Meiner richtet sich momentan nach den Vorgaben, die mein 1 1/2-jähriger Sohn macht. Einfach mal für ein paar Stunden sitzen und schreiben ist leider gerade nicht drin. Zum konzentrierten Schreiben nutze ich vorwiegend die Zeiten, in denen er schläft, also mittags circa 2 Stunden und abends noch mal 2 bis 3 Stunden. In den Zeiten, wo er lieb neben meinem Schreibtisch spielt, erledige ich dann eher Sachen, die ich leichter unterbrechen kann, wie beispielsweise Korrekturlesen, Coverdesign, Satz, Social Media.

Einen richtigen geregelten Arbeitsalltag gibt es also bei mir im Augenblick nicht.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Vorrangig nutze ich dafür meine facebook-Seite https://www.facebook.com/AutorinAnjaBuchmann, weil sich meine Internetseite auch im Aufbau befindet und ich außerdem die vielfältigen Interaktionsmöglichkeiten von facebook schätze. Gelegentliche Gewinnspiele und gemeinsame Aktionen mit anderen Autoren sowie Bloggern sind schon tolle Möglichkeiten, die allerdings auch ziemlich Zeit fressen. Deswegen bin ich nicht so aktiv, wie ich es wahrscheinlich sein sollte.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

Ich plotte selten komplett. Meistens notiere ich nur schnell die Grundidee und arbeite die Charaktere aus. In den seltenen Fällen, in denen ich einen kompletten Handlungsstrang, stelle ich hinterher meist fest, dass der Roman erheblich vom Plot abweicht, weil die Figuren eben ihren eigenen Kopf haben.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

Das ist ja wie die Frage nach dem Lieblingskind.

Ich mag sie natürlich alle.

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung heraus, ohne zu spoilern?

Häufig lese ich den Romananfang sowie eine spannende Stelle aus der ersten Hälfte des Buches, deren Ausgang ich dann offen enden lasse. So werden die Zuhörer in die Welt eingeführt und dann etwas Spannung aufgebaut, die nach Mehr verlangt.

Bei meiner Dystopie “Wer die Lüge lebt” gibt es dann immer noch zwei Zeilen von der vorletzten Seite, die nichts über den Ausgang, aber viel über die Intention/ das Hauptthema des Buches verraten.

Hast du in deinem Buch einen Lieblingscharakter?

Auch hier kann ich mich unmöglich für einen entscheiden.

Identifizierst du dich selbst mit einer deiner Figuren?

Nein. In fast jedem meiner Charaktere steckt ein Teilchen von mir, manche sind mir näher als andere, aber echte Identifikationsfiguren versuche ich bewusst zu vermeiden.

Gibt es reale Personen, die dich zu deinen Figuren inspirieren?

Keine konkreten, aber unbewusst fließt sicher die ein oder andere Person ein.

Hast du eine Lieblingsszene?

Nicht wirklich. Doch es gibt in meinem Fantasy-Roman “Singende Messer” eine Szene, auf die ich stolz bin, weil es Mut gekostet hat, sie zu schreiben.

Hast du reale Vorbilder für Szenen im Kopf gehabt?

Nein.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Ich arbeite zur Zeit an mehreren Projekten, die je nach Ideelage und Zeit unterschiedlich schnell vorankommen. Da wären ein etwas schräger Urban-Fantasy-Roman, eine Dystopie, ein klassischer Fantasy-Roman sowie ein kriminalistischer Briefroman als Gemeinschaftsprojekt mit Maxi Forteller. Außerdem schiebe ich immer noch Kurzgeschichten sowie Überarbeitungen älterer Projekte dazwischen.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Klar. Manchmal geht es einfach nicht voran. Aber da meine Arbeit ja nicht nur aus Schreiben besteht, suche ich mir dann einfach eine Überarbeitung oder ein Satzprojekt. Und im Bereich Werbung und Marketing ist auch immer was zu tun.

Wann und wo schreibst du?

Ich schreibe meistens mittags, während mein Sohn sein Mittagsschlaf macht, und abends, wenn er im Bett ist. Meistens sitze ich dabei am Schreibtisch. Da Ideen sich jedoch nicht an feste Zeiten halten, schreibe ich auch wenn ich unterwegs bin. Ohne Notizbuch oder Handy verlasse ich nicht das Haus.

Schreibst du einfach drauf los oder recherchierst du erst, planst, legst Notizen an, bevor du zu schreiben beginnst?

Das ist unterschiedlich. Kurzgeschichten schreibe ich einfach so runter, ohne vorher zu planen. Bei Romanen schreibe ich manchmal erst einige Kapitel, bevor ich zu plotten beginne. Während des Schreibprozesses mache ich mir dann auf jeden Fall Notizen zu Personen und Handlungssträngen und recherchiere, sobald sich da ein Bedarf ergibt.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Schreiben ist meiner Meinung nach nur zu einem gewissen Grad Handwerk.

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Es ist für mich viel mehr als ein Beruf. Das Schreiben passt einfach perfekt zu mir und meinem Leben. Ich habe die Möglichkeit, meinen Gedanken und Gefühlen Ausdruck zu geben und im besten Fall Leser damit zu unterhalten.

Angesichts der vielen AutorInnen ist es natürlich eine Herausforderung, die Leser auch zu erreichen und das Werben erfordert einen langen Atem und viel Zeit, die ich eigentlich gerne fürs Schreiben aufwenden würde. Wobei ich mir Lesungen und Messen, also der direkte Kontakt zu Lesern auch sehr viel Spaß machen.

Was denkst du, ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt?

Das kommt auf den Roman an. Manche Geschichten funktionieren nur, weil sie von einem tollen Protagonisten/ einer tollen Protagonistin getragen werden. Bei anderen steht die Story im Vordergrund. Idealerweise ist es ein Zusammenspiel aus beiden.

Weisst du noch, wo und wie du erfahren hast, dass dein Buch veröffentlicht werden soll?

Ich veröffentliche ich ja viel im Selbstverlag. Bei meinem Jugend-Fantasyroman, der voraussichtlich im Herbst beim elGato-Verlag erscheinen soll, habe ich die frohe Botschaft per Mail erfahren.

Ist eine Erscheinungstermin eines Buches genauso aufregend wie die Geburt eines Kindes, ist ja auch irgendwie ein Baby ?

Definitiv nicht so aufregend. Inzwischen ist eine Buchveröffentlichung für mich mehr oder weniger Normalität.

Wer darf als erstes dein Manuskripte testlesen?

Mein guter Freund Bert hat dieses Privileg.

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Meine Zählung hat 16 abgeschlossene Romane ergeben. Ich hoffe, ich habe mich nicht verzählt.

Hast du Mitspracherecht bei den Covern deiner Bücher?

Für die Selfpublishing-Titel mache ich die Cover größtenteils selbst oder gebe sie in Auftrag. Und auch bei meinem Projekt mit dem elGato-Verlag werde ich ein Mitspracherecht haben.

Wie hat deine Familie und dein Umfeld reagiert, als du das Schreiben von Büchern angefangen hast?

Am Anfang habe ich es erst einmal niemandem erzählt. Ich musste erst für mich selbst herausfinden, ob es das Richtige ist.

Wann kam erstmals der Wunsch auf, ein Buch schreiben zu wollen?

2012. Und da steckte ich eigentlich schon mitten im Schreibprozess, als ich entschied, dass die Geschichte ein Buch werden sollte.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

Nein. Sich für nur eines zu entscheiden, täte so vielen anderen tollen Zitaten unrecht.

©

Cover: Anja Buchmann

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