Quasselwolke: Autorenvorstellung Wolfgang Schwerdt

Quasselwolke: Autorenvorstellung Wolfgang Schwerdt

Heute stellen wir euch den Autor Wolfgang Schwerdt vor, er ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

Zu deiner Person:

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Kurz und schmerzlos: Bin 1951 in Berlin geboren, habe das eine oder andere studiert und mich dann zunächst dem freien Journalismus und schließlich, nach ein paar künstlerisch kreativen Ausflügen ganz dem Autorendasein gewidmet. Neben meinen Buchprojekten betreibe ich heute ein paar spezielle Blogs zu meinen Schwerpunktthemen Kulturgeschichte/Archäologie, Katzen, Seefahrtsgeschichte und natürlich Literatur mit Buchvorstellungen etc.

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

neugierig, ehrlich, ungeduldig

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Lesen, Schreiben, Bücher machen, also auch gestalten, layouten illustrieren etc.

Was verabscheust du am meisten?

Unerledigtes, Ungeklärtes

Wie bist du zum schreiben gekommen?

Das muss wohl über das Lesen gekommen sein. Immerhin habe ich seit ich lesen konnte (das war schon vor der Einschulung) Bücher verschlungen. Und schon früh war mir klar, dass ich Journalist werden und irgendwann auch „richtige“ Bücher schreiben wollte.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Natürlich muss es fesseln, sollte eine originelle, unverwechselbare Story haben und man sollte dem Buch anmerken, dass der Autor mit der Sprache umzugehen weiß.

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

Abenteuerromane, Moby Dick, die legendären Groschenhefte von Jerry Cotton bis zur schwarzen Fledermaus oder Kommissar X, Die schönsten Sagen des klassischen Altertums sowie andere Sagen und Märchen, Jules Verne, J.F. Cooper (also Lederstrumpf) und vieles vieles mehr.

Welches Buch MUSS man unbedingt gelesen haben?

Natürlich alle Bücher aus meiner Feder, vor allem die Rotbartsaga 😉

Aber ernsthaft, ich denke, so ein Buch gibt es nicht. Grundsätzlich möglichst viele und möglichst unterschiedliche.

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Das will ich doch hoffen 😉 Tatsächlich denke ich natürlich, dass ein leidenschaftlicher Autor immer an seine Geschichten, Figuren und Plots denkt. Das ist Arbeit und Freizeit gleichermaßen. Aber natürlich muss man sich hinsichtlich der konkreten Schreibarbeit auch Grenzen setzten, um sich seine Offenheit und Kreativität zu erhalten. Aber das Schreiben lebt eben von Anregungen und Ideen und dafür sind Freizeit und wenn man es sich leisten kann auch Urlaub wichtige Komponenten.

Was bringt dich zum lachen?

Situationskomik aber auch schwarzer Humor

Welches Hobbie hast du?

Im gewissen Sinne ist das Bloggen und Rezensieren eine Art ausgleichendes Hobby. Zum Modellieren mit Ton oder anderen kreativen Tätigkeiten wie der phantastische (im Sinne von frei gestaltet) Schiffsmodellbau aus Karton komme ich längst nicht mehr

Vervollständige folgende Sätze:

Ich bin süchtig nach

guten Geschichten

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre…

Fiction und Nonfiction zum Thema Seefahrt und Katzen

Mein Lieblingsgetränk ist…

Kakao

Wenn ich ein Geist wäre,…

hätte ich schon darüber geschrieben

Wenn ich in einem Buch leben würde, wäre ich...

wahrscheinlich irgendwo in vergangenen Jahrhunderten auf maritimer Forschungsreise.

Beim schreiben esse ich….

Salzbrezeln, Schokolade, Erdnüsse, Chips (und gerade im Moment Lebkucherherzen) . . . .

Kommen wir nun zum Schreiben

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Im gewissen Sinne drängen sie sich mir auf, zumal ich ja spezielle Interessensgebiete habe. Vor allem aber hilft dabei das Beobachten von allem, was mich interessiert und was für das Buch von Nutzen sein könnte.

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines eigenen Buches?

Das ist sehr sehr unterschiedlich und hängt vor allem von der jeweiligen persönlichen Situation und parallel laufenden Projekten ab. Für das erste Buch meiner Rotbartsaga-Romanreihe habe ich vielleicht ein knappes Jahr gebraucht, der zweite Band ist nun bereits seit zwei Jahren in Arbeit, wird aber voraussichtlich Anfang 2018 fertig sein.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Ich führe natürlich umfassende Internetrecherchen durch und verfüge zudem durch meine Rezensionstätigkeit über eine recht umfangreiche themenbezogene persönliche Bibliothek an Sach-und Fachbüchern.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Etwa so gemütlich wie das Cockpit eines Gabelstaplers 😉 Ist halt Arbeitsplatz, zweckmäßig.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Vor allem über meine Blogs, Facebook-Seiten und anderen social-network Plattformen. Hier „mobilisiere“ ich meine potenziellen Leser bereits während des Schreibens durch spezielle „Mitmachaktionen“ etc.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

In den Geschichten der Rotbartsaga, also dem Romanzyklus über die Abenteuer des legendären Schiffskaters Rotbart, der im 17. Jahrhundert mehrmals die Welt umsegelte, verselbständigen sich die Charaktere tatsächlich gelegentlich. Vor allem aber kommen im Laufe des Schreibens (bewusst!) auch für mich neue und unerwartete Figuren (z.B. im Rahmen der Mitmachaktionen) hinzu.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

Immer das aktuellste, also Rotbartsaga

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung herraus, ohne zu spoilern?

Um beim Rotbart zu bleiben: Da ist es nicht so schwer. Die Bücher haben ja rund 400 Seiten und bestehen aus einer großen Zahl von Abenteuern, aus denen ich mir einfach welche aussuche.

Hast du in deinem Buch einen Lieblingscharakter?

Offen gestanden sollte es eigentlich Rotbart, also die feline Hauptfigur sein. Aber da immer wieder neue originelle Katzentypen ihre Pfoten auf die Planken setzen, fällt es schwer, sich hier zu entscheiden. Das gilt auch für die zweibeinigen Protagonisten.

Identifizierst du dich selbst mit einen deiner Figuren?

Identifizieren wäre tatsächlich zuviel gesagt. Aber eine gewisse Nähe verspüre ich zu dem zweibeinigen Protagonisten, den Kapitän Carl Carlszoon. Der ist der einzige, der das Vertrauen des legendären Schiffskaters gewonnen und eine ganz besondere Beziehung zu ihm entwickelt hat. Habe ich schon erwähnt, dass ich Katzen liebe? 😉

Gibt es reale Personen, die dich zu deinem Figuren inspirieren?

Ja, tatsächlich. Zunächst natürlich die Katzen hinter deren Romanfiguren reale Exemplare der Gegenwart von Freunden, Bekannten, eigene und Streuner der Umgebung stecken. Und dann gibt es historische Figuren wie beispielsweise der Entdecker Abel Tasman und viele Andere. Denn die Rotbartsaga ist nicht nur ein Katzen-, sondern auch ein sorgfältig recherchierter historischer Roman.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Im Sinne klassischer Schreibblockaden nicht. Im Sinne von Zeitmangel, Konzentrationsschwäche oder einfach Müdigkeit natürlich schon. Aber da ich versuche, nichts zu erzwingen, geht dabei die kreative Seite nicht verloren.

Schreibst du einfach drauf los oder recherchierst du erst, planst, legst Notizen an, bevor du zu schreiben beginnst?

Bei dem beschriebenen Projekt geht es gar nicht ohne Planung und Vorabrecherche. Das Besondere ist hier jedoch, dass ich auch während des Schreibens ständig recherchieren muss. Sei es, dass ich überprüfen muss, ob bestimmte technische Gegebenheiten, Wetterverhältnisse oder andere Faktoren, mit denen sich die tapfere Katzencrew herumschlagen muss tatsächlich historisch belegbar und zeitgemäß sind, sei es, dass ich um historisch korrekte Ausdrücke und Beschreibungen ringe. Diese Details lassen sich nicht vorab planen.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Nun, ich denke tatsächlich, dass mir das exzessive Lesen ein Gefühl für Sprache und Stil vermittelt hat. Und natürlich war meine rund 40-jährige Tätigkeit als freier (Fach-)Journalist auch keine schlechte Schule. Ganz viel davon ist tatsächlich erlernbares Handwerk. In einem selbst muss allerdings eine gehörige Portion Selbstkritik und das persönliche Bedürfnis nach einem intensiven Verständnis von Sprache stecken. Es ist oft nicht das Problem, eine gute Geschichte zu erdenken, sondern diese Geschichte sprachlich und strukturiert fesselnd umzusetzen.

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Ich gehöre zu den 99 Prozent der Schriftsteller, die hart darum kämpfen müssen, vom Schreiben zu leben. Die Freuden sind natürlich, wenn es ein positives feedback für seine Arbeit gibt und wenn nach Abschluss eines Projektes das Gefühl entsteht, etwas Neues, Originelles geschaffen zu haben.

Was denkst du, ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt?

Für mich persönlich ist es die packende Geschichte mit dem eigenen Sog. Erst das bietet meines Erachtens überhaupt die Grundlage dafür, dass sich ein interessanter Charakter/Protagonist entwickeln kann.

Weisst du noch, wo und wie du erfahren hast, dass dein Buch veröffentlicht werden soll?

Ja tatsächlich. Für mich war das allerdings nicht ganz so aufregend, wie man meinen mag. Ich hatte bereits einige Publikationen im Eigenverlag herausgegeben, als mich die Anfrage eines kleinen Verlages erreichte, ein Sachbuch zum Thema „Drachen“ zu schreiben. Klar habe ich mich gefreut, als der Vertrag unterzeichnet wurde und am Ende des Publikationsprozesses die Belegexemplare bei mir eintrudelten. Aber mir war auch klar, dass das nicht der Beginn von Ruhm und Reichtum sein würde.

Hast du dich am Erscheinungstag in den nächsten Buchladen gestürzt um zu sehen, wie es dort präsentiert wird?

Außer bei den Spitzenautoren großer Publikumsverlage darf man als Autor nicht erwarten, dass sein Buch irgendwo im stationären Buchhandel präsentiert, geschweige denn, dass dort oder anderswo dafür geworben wird. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb ich mit meinen Buchprojekten nach mehreren Verlagsbüchern unter die sogenannten Selfpublisher gegangen bin.

Wer darf als erstes deine Manuskripte testlesen?

Vor allem die Leser, die bereits einen Bezug zum Projekt aufgrund der Mitmachaktionen haben. Aber natürlich bin ich auch für die Bewerbung ernsthaft interessierter Testleser offen.

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Derzeit sind es insgesamt 19 Taschenbücher (zum Teil auch als ebooks erhältlich) und 7 Publikationen die es nur als ebook gibt. In der berüchtigten Schublade liegen noch etwa 5 weitere Projekte, die aber hinter dem aktuellen Rotbartsagabuch „Schiffbruch vor Sumatra“ zurückstehen müssen.

Hast du Mitspracherecht bei den Covern deiner Bücher?

Als Verlagsautor nur bedingt, als Selfpublisher bin ich da natürlich Alleinentscheider.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

Ja, durchaus :

„Es gab nicht sonderlich viel Regeln (für Schiffskatzen), allerdings erforderte deren Einhaltung schon ein wenig Disziplin.

Erste Regel: Nicht in die auf der Poop (das oberste hintere Deck) angelegten Beete kacken.

Zweite Regel: Nichts aus der Kombüse klauen.

Dritte Regel: Egal, welche Regel sich gerade nicht einhalten lässt – nicht erwischen lassen.“

Meine URLs

Autorenseite: http://wolfgangschwerdt.wordpress.com/

Rotbartsaga-Projektblog: http://rotbartsaga.wordpress.com/

Amazon-Autorenseite: https://www.amazon.de/Wolfgang-Schwerdt/e/B0045BAYZG/

 

©
Cover: Autor Wolgang Schwerdt
Buchseiten: Autor Wolgang Schwerdt

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