Quasselwolke: Autorin Anja Fahrner

Quasselwolke: Autorin Anja Fahrner

Heute stellen wir euch die Autorin Anja Fahrner vor, sie ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

Zu deiner Person:


Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Ich würde ich mich als Berufsaussteigerin und Selbstversorgerin bezeichnen. Davor war ich viele Jahre als Neuropsychologin in einer Rehabiltationsklinik beschäftigt. Und davor habe ich eine Ausbildung zur Gärtnerin genossen.

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Naturverbunden, still, rebellisch

Welches Sternzeichen bist du?

Jungfrau

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Schreiben, Zeichnen und Natur.

Was ist deine Lieblingsfarbe?

blau

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller?

Eschbach, Brandhorst und Bradbury

Was verabscheust du am meisten?

Fehlendes Einsichtsvermögen und mangelnde Kritikfähigkeit.

Welche natürliche Gabe möchtest du besitzen?

Ich würde gerne heilen können, nicht die Menschen, sondern die Natur. Es schmerzt zu sehen, wie das Lebendige immer mehr weichen muss, um unserem übertriebenem Wohlstand Platz zu machen.

Wie bist du zum schreiben gekommen?

Das ist eine Frage, die ich schon oft beantwortet habe. Eines Nachts träumte ich ein Universum und danach musste ich es aufschreiben. Das war 2009, kurz vor Weihnachten. Der Beginn meines Schreibens war unbeholfen und holprig, dann, mit steigender Erfahrung und Wissen, wurde es immer besser.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Ein gutes Buch muss eine stimmige Handlung haben, einen Spannungsbogen und was für mich das Wichtigste ist, tiefgreifende Charaktere mit Stärken und Schwächen, die es schaffen, den Leser in ihren Bann zu ziehen.

Wo liest du am liebsten?

Ich bin jemand, der meist kurz vor dem Schlafen im Bett liest. Davor nutze ich die Zeit lieber zum Schreiben.

Hast du ein Lebensmotto?

Eigenverantwortung anstatt Fremdbestimmung. Weniger ist mehr und schenkt dir Freiheit.

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

Ich war völlig vernarrt in die “Seewölfe”, eine Groschenromanserie über Seeräuber, die wöchentlich erschien. Ich konnte es kaum erwarten, die nächste Ausgabe in den Händen zu halten. Sonst habe ich bunt gemischt alles gelesen, was mich angesprochen hat. Comics und Bücher aus der Bücherei.

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Ich glaube nicht. Die Muse kommt und geht, wann sie will. Oft fließen ja gerade die Ideen, wenn man frei von Druck und Problemen ist.

Wie sieht dein Alltag aus?

Mein Alltag wird überwiegend von den Jahreszeiten bestimmt. Da wir ja einen Großteil unserer Nahrung selbst anbauen, richten wir uns nach dem Wetter und dem Pflanzkalender. Es wird gearbeitet, wenn es nötig ist. Im Sommer mehr und im Winter weniger.

Wie siehst du dich in 10 Jahren?

Hm. Schwer zu sagen. Gerne würde ich mich dort sehen, wo ich jetzt schon bin. Mit meinem Leben bin ich recht zufrieden. Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich ein paar mehr Bücher verkaufen würde ;-), aber eine Bestsellerautorin will ich nie werden.

Vervollständige folgende Sätze:

 

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre…

Science Fiction, historischer Roman, Fantasy

Ich lese keine Bücher aus dem Genre…

Krimi, Liebesgeschichten, Tiergeschichten, Märchen, Politik

Mein Lieblingsgetränk ist…

Apfelsaftschorle mit einem Schuss Apfelwein

Ich grusel mich vor… 

den Geräuschen im Wald bei einer Nachtwanderung.

Kommen wir nun zum Schreiben

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Meine erste Idee kam im Traum. Diese Grundgeschichte hat ein Eigenleben entwickelt, eine Art Parallelwelt, in der meine Ideen nur so fließen. Manchmal reicht mir eine Begebenheit, um daraus eine ganze Geschichte zu spinnen.

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines eigenen Buches?

Etwa ein Jahr.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Ich durchforste eher beim Schreiben. Vorher kommt die Idee, dann die Recherche, der Weltenbau. Wichtig ist für mich, dass das, was ich schreibe, möglichst realitätsnah und wissenschaftlich begründet ist. Soweit das im SF-Bereich möglich ist.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Ich schreibe immer auf dem Sofa. An meinem Notebook, der schon langsam in die Jahre kommt.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus? 

Den Arbeitsalltag eines Schriftstellers gibt es wahrscheinlich nicht. Aufgrund unseres Lebensrhythmus schreibe ich im Sommer fast nur am Abend oder in der Nacht. Im Winter auch tagsüber.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam? 

Ich bin in einigen sozialen Medien vertreten. Auf Facebook etwa habe ich eine Autorenseite und poste regelmäßig in Bücher-, oder Werbegruppen. Zusätzlich habe ich eine Homepage. Gerne arbeite ich mit Buchbloggern zusammen.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

Ich plane klassisch nach dem Drei-Akte-Modell und nutze die Schneeflockenmethode. Bevor ich zu schreiben beginne, muss ich einen groben Rahmen, den Anfang, das Ende und wichtige Stationen haben. Auch die Prämissen der Figuren müssen stehen. Dann lasse ich meine Charaktere frei und sie beginnen, ein Eigenleben zu führen und mir so manch eine Planung über den Haufen zu werfen. Doch das ist in Ordnung, wirkt umso natürlicher, solange ich nicht den roten Faden verliere.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

Eigentlich mag ich “Alkatar – Der Erbe”, am Liebsten, meine Neuerscheinung. Beim Schreiben und beim Überarbeiten haben mich die Figuren ein ganzes Spektrum von Emotionen durchleben lassen und ich hoffe, dass meine Leser wenigstens einen Bruchteil davon ebenfalls spüren können.

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung heraus, ohne zu spoilern?

In einem Buch gibt es oft Teile, die interessant sind und nicht so viel verraten. Ich finde es schön, wenn man verschiedene Aspekte des Buches herausstellen kann. Etwa eine Liebesszene, etwas Spannendes und etwas zum Nachdenken.

Hast du in deinem Buch einen Lieblingscharakter?

Ja, den Kriegersklaven Alvan aus “Alkatar – Der Erbe”. Er ist eine starke Persönlichkeit mit Selbstzweifeln und Sehnsüchten. Im Verlauf der Handlung lernt er sich selbst kennen und entdeckt seine telepathischen Kräfte.

Identifizierst du dich selbst mit einen deiner Figuren?

Nein. Ich sehe sie eher als meine Freunde und Wegbegleiter an. So fühle ich mich nie allein. Das klingt seltsam, oder?

Gibt es reale Personen, die dich zu deinem Figuren inspirieren?

Nein. Es ist eher die Summe der Erfahrungen, die ich mit Menschen allgemein gemacht habe.

Hast du eine Lieblingsszene?

Ich habe eine, aber die kann ich nicht verraten, ohne zu spoilern ;-).

Hast du reale Vorbilder für Szenen im Kopf gehabt?

Nein, jedenfalls nicht bewusst. Meine Szenen entstammen meiner Fantasie.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Ich habe keine direkten Schreibblockaden, sondern manchmal eher scheinbare Sackgassen. Ich hänge dann an einer Szene, die sich für mich nicht stimmig anfühlt oder aus der ich keinen brauchbaren Ausweg finde. Manchmal benötige ich dann länger, um eine Lösung zu finden oder zu analysieren, warum ich gerade hänge.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Schreiben ist zu einem großen Teil Handwerk und zu einem kleineren Teil Talent. Es gibt beim Schreiben ein paar Grundregeln, die verhindern, dass man den Leser in einen undurchdringlichen Textdickicht schickt. Jede Szene sollte zum Beispiel handlungsführend sein und auf ein Ziel hin arbeiten. Auch die Figuren sollten nicht eindimensional sein, intelligent und zielführend agieren. Sie sollten eine Prämisse haben und sich im Laufe der Geschichte entwickeln, etwas lernen. Ich schreibe ja nicht nur für mich, sondern für die Leser, denen ich eine Geschichte mit Botschaft liefern möchte, die fesseln kann und das Beste ist, was ich zu diesem Zeitpunkt erschaffen kann.

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Für mich bedeutet Autor zu sein zweierlei Dinge: Zum einen, meiner Fantasiewelt eine Bühne geben zu können, auf der sie sich immer weiter entwickeln kann und zum anderen, Gesellschaftskritik auf einer Ebene auszuüben, die vielleicht manche nachdenklich macht.

Ich kämpfe manchmal mit mir selbst. Als Autorin benötigt man eine Menge Selbstdisziplin. Gerade, wenn die Handlung schwierig wird oder komplizierte Recherche ansteht, habe ich manchmal die Tendenz, mich von den sozialen Medien berieseln zu lassen. Das ist so verlockend.

Frustrierend ist der überladene Buchmarkt, auf dem man als Jungautor kaum eine Chance hat, wahrgenommen zu werden. Die Werbung und Präsenz in den sozialen Medien frisst viel Zeit und manchmal frage ich mich, ob es das wert ist.

Ich freue mich wahnsinnig über Rückmeldungen von Lesern. Wenn sie mein Buch berührt hat, dann hat sich das Schreiben für mich bereits gelohnt.

Was denkst du ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt? 

Ich schätze, die beste Geschichte reißt niemanden mit, wenn er die Protagonisten zum Gähnen langweilig oder unsympathisch findet. Da ist es vielleicht so ähnlich wie bei einem Film, der zwar eine gute Handlung bietet, bei dem aber die Schauspieler gruselige Laiendarsteller sind. Ein guter Protagonist kann über so manche Schwächen in der Handlung hinwegsehen lassen.

Wer darf als erstes dein Manuskripte testlesen?

Mein Mann. Er ist mein kritischster Leser und darf mir meine Fehler als Erster um die Ohren hauen.

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Ich habe mein Erstlingswerk, ein dreibändiges Werk, in der Schublade liegen, wo es auch gut aufgehoben ist. Das betrachte ich als mein Lehrstück.

Veröffentlicht habe ich bisher zwei Kurzgeschichten, einen Roman und der zweite erscheint gerade.

Wie hat deine Familie und dein Umfeld reagiert als du das Schreiben von Büchern angefangen hast?

Sie haben es als gegeben hingenommen und mich darin bestärkt und gestützt.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

Ja, einige sogar. Im Moment berührt mich dieses Zitat aus meinem aktuellen Werk “Alkatar – Der Erbe”, weil man es auch auf unsere heutige Zeit übertragen könnte. Meinem Protagonisten wurde unsägliches Leid zugefügt, aber er steckt als eine Art “Wolf im Schafspelz” mitten zwischen seinen Feinden und darf sich durch sein Verhalten nicht verraten. Die Feinde sind jedoch nicht alle böse und so bekommt er folgenden Rat:

“Der Hass ist ein Feind, der das Gute vernichtet, noch bevor es sich entfalten kann. Der Hass, dessen Samen nur Fäulnis und weitere Gewalt hervorbringt. Gib dich nicht der einengenden Macht der Rache hin. Wenn der Hass wächst und die Herrschaft übernimmt, wird es niemals Frieden zwischen den Völkern geben.«

29345593_944196805755138_975870151_n Quasselwolke: Autorin Anja Fahrner

 

©
Bild: Anja Fahrner
Unterschrift: Gimp //Svenja Glaser

 

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