Quasselwolke: Autorin Melanie Neubert

Heute stellen wir euch die Autorin Melanie Neubert vor, sie ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

Zu deiner Person:

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Hi! Ich bin Melanie, fast 31 und komme aus Sachsen (seit meiner ersten Videolesung kann ich das schlecht leugnen 🙂 ). Meinen Unterhalt verdiene ich in der Pflegebranche in einer großen Rehaklinik.

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Verpeilt, Dauerübermüdet, Lieb.

Welches Sternzeichen bist du?

Jungfrau.

Welchen Fehler entschuldigst du am ehsten?

Vergesslichkeit.

Wer ist dein liebster Romanheld?

Das bleibt mein Geheimnis. Ich bin noch nicht bereit diesen harten Kerl mit der Welt zu teilen. #verliebtindeneigenenCharakter

Wer ist dein (Lieblings)heldinnen/ -helden in der Wirklichkeit?

Jeder, der eine geliebte Person verloren hat und es schafft weiterzumachen. Vor allem, wenn es das eigene Kind ist.

Lieblingsheldinnen/-helden habe ich eigentlich nicht. Niemand ist perfekt, aber alle haben etwas besonders, was nur sie haben. (Wobei ich eine Kollegin sehr bewundere, die sich auf die Sterbebegleitung speziallisiert hat. Wenn ich, in vielen, vielen Jahren sterbe, möchte ich gern genau so jemanden an meiner Seite wissen. Empathisch, ehrlich, offen.)

Wer ist dein Lieblingsmusiker?

Akutell Faun. Es kommt aber darauf an in welcher Stimmung ich bin und was ich Schreibe. Am Liebsten habe ich es jedoch, wenn mein Freund mir eine Playlist erstellt.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Schlafen ist toll. Und Netflix. Und kuscheln. Und Naschen.

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Türkies.

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller?

Laura Resnick. Ihre Chronik von Sirkara lässt mich nicht los – es fehlt aber auch die deutsche Übersetzung des letzten Teiles …

Was verabscheust du am meisten?

Unaufrichtigkeit und Lästern.

Welche natürliche Gabe möchtest du besitzen?

Super-Konzentration (zählt das?)

Wie bist du zum schreiben gekommen?

Ich wollte nicht raus gehen. Und mir war langweilig. Ergibt: SCHREIBEN.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Emotionen. Einen guten Plot mit 1-2 Überraschungen. Nachvollziehbare Charakterentwicklungen und keine gestellte Gespräche, die darauf abziehlen bewusst unnötige (!) Konflikte zu erstellen.

Wo liest du am liebsten?

Tatsächlich in Bus und Bahn.

Hast du ein Lebensmotto?

Man muss nicht perfekt sein, aber andere so behandeln, wie man selbst behandelt werden will!

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

Animorophs (!) und die grünen Bände von Der Zauberer von Oz.

Welches Buch MUSS man unbedingt gelesen haben?

Klein von Stina Wirsén

Hast du ein Lieblingsbuch?

… Nein. Es wird niemand bevorteilt 😉

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Nein. Meist kommt gerade dann eine Idee. Aber die sind immer herzlich willkommen.

Wie sieht dein Alltag aus?

Viel zu früh aufstehen (4:30 Uhr), Arbeiten, Kind holen, Abendbrot, SCHREIBEN! Oder Plotten, oder auch einfach mal entspannen und die Musen im Hintergrund arbeiten lassen.

Meine Hauptschreibzeit ist aber wirklich abends. Und das obwohl es am Morgen leichter flutscht.

Was bringt dich zum lachen?

Mein Freund – er hat mir erst vor kurzem erzählt, dass es den Beruf des Pinguinaufstellers gibt. Die Pinguine sind anscheinend von Flugzeugen so sehr faziniert, dass sie immer wieder umfallen. Ich habe fünf Minuten am Stück gelacht. – Leider ist das eine Urbane Legende.

Welches Hobbie hast du?

Netflix. Aber eigentlich ist und bleibt es das Schreiben. Mit ganzem Herzen und mit Leidenschaft.

Wie siehst du dich in 10 Jahren?

Ich arbeite generell nur noch in Teilzeit in meinem Brotberuf und widme mich ansonsten, ganz frei vom schlechten Gewissen, an meinen Büchern.

Hier darfst du sagen, was du schon immer einmal sagen wolltest:

Je mehr Schokolade man auf einmal isst – desto weniger kann der Körper auf einmal aufnehmen! So!

Vervollständige folgende Sätze:

Ich bin süchtig nach

Schokolade.

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre…

Dystopie.

Ich lese keine Bücher aus dem Genre…

(Hyper-Super-Duper-)Romantik

Mein Lieblingsgetränk ist…

Cappuchino

Mein liebstes Liebeslied ist…

Das wechselt wöchentlich. Aktuell mag ich alles ohne Gesang, aber viel Drama.

Ich grusel mich vor…

Filmen, die beginnen mit “für unter 18 Jährige nicht geeignet”.

Wenn ich ein Geist wäre,…

dann wäre ich a) tot und b) würde ich immer meine Familie beschützen. Inklusive die neue Freundin meines Freundes – er soll gefälligst auch nach mir noch glücklich sein.

Wenn ich in einem Buch leben würde, wäre ich...

eine bogenschießende Magierin!

Beim schreiben esse ich….

im Idealfall nichts. Im schlimmsten Fall MuhKuh-Bonbons, Schokolade, Hauptsache es krümelt nicht.

Kommen wir nun zum Schreiben

ebook_cover_angus_haupt-118x177 Quasselwolke: Autorin Melanie Neubert ebook_cover_angus_vorge-118x177 Quasselwolke: Autorin Melanie Neubert

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Manchmal reicht ein Bild, das ein starkes Gefühl in mir auslöst. Manchmal eine Szene in einem Film, oder auch ein Lied. In seltenen Fällen reicht sogar nur ein Wort.

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines eigenen Buches?

Für Angus habe ich insgesamt 2,5-3 Jahre gebraucht. 2017 ging für die Überarbeitung drauf.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Die Bibliothek, Dokumentationen, ich durchforste die Zeitungsläden und suche im Internet. Aber manchmal schaue ich einfach auch Serien oder Filme, die ähnliche Emotionen hervorrufen.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Gemütlich ist relativ. Innerhalb von fünf Minuten sieht man keine Arbeitsfläche mehr, wenn ich alle meine Notizen verteile. Ansonsten sieht es “normal” aus – Topfpflanze, Lampe, Laptop, Mini-Kaffeemaschine, Notizbücher, Stifte …

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Wenn ich frei habe und mein Kind in der Kita ist, frühstücke ich meist mit meinem Freund, bevor er los muss. Danach setze ich mich an den Laptop. Im Idealfall schreibe ich zuerst. Meist jedoch ist FB vorher an … Böse Falle.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Ich schreibe Blogger an, versuche Rezensenten zu finden, die nach dem Lesen über Angus reden und es anderen im Internet zeigen. FB-Werbung hatte ich auch bereits versucht, aber ich hatte das Gefühl, dass nachfolgende Beiträge einfach “verschluckt” werden.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

Das Ändert sich interessanterweise je nach Projekt. Mittlerweile plane ich mehr. Aber die innere Entwicklung der Charaktere muss von allein kommen. Ich kann nur die Richtung vorgeben. Und ich LIEBE es, wenn ein, zwei Charaktere einfach mit mir “durchbrennen”.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

Das, was ich besonders mag, werde ich dieses Jahr zu überarbeiten beginnen. Die Protagonistin hat mich vor einigen Jahren durch eine schwere Zeit begleitet. Ihr Starrsinn hat mir geholfen durchzuhalten. Mein aktuelles Projekt #Meritiare gehört im übrigen auch dazu.

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung herraus, ohne zu spoilern?

Das finde ich immer schwierig und ich löcher dann auch immer meinen Schreibbuddy und frage um Rat. Nicht um Spoiler zu umgehen, sondern weil ich beim ersten Mal immer die unspannenden Stellen heraussuche. (Bei Youtube findest du übrigens zwei Videolesungen zu den beiden Angus Büchern.)

Hast du in deinem Buch einen Lieblingscharakter?

Ich habe unglaublich viel Respekt vor Angus und mag ihn ehrlich – auch wenn man das beim Lesen nicht merkt. Aber mein absoluter Lieblingscharakter kommt erst noch. Er/Sie ist in dem Roman, den ich überarbeiten werde.

Identifizierst du dich selbst mit einen deiner Figuren?

Nein. In manchen Punkten sind sie mir vielleicht ähnlich (lieb, verfressen, oder ungeschickt), aber mehr nicht.

Gibt es reale Personen, die dich zu deinem Figuren inspirieren?

Nein. Aber manche Charakterzüge von echten Menschen finden ihren Weg in meine Geschichten. Dennoch versuche ich komplett eigenständige Figuren zu entwickeln.

Hast du eine Lieblingsszene?

Auch hier: Nein. Zumindest beim Schreiben. Ich liebe Kampfszenen genauso wie die ruhigen.

Hast du reale Vorbilder für Szenen im Kopf gehabt?

Nein. Und bei “Angus” bin ich froh! Aber ein, zwei Hintergrundideen haben (leider) einen realen Bezug.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

An #Meritiare. Es wird eine Kurzgeschichten-Trilogie. Zwischen den Teilen werden zwei Romane erscheinen. Man kann alles (bis auf die Trilogie) unabhängig voneinander lesen, aber es gehört zu einer Reihe. Und ich freue mich auf die Arbeit daran! Es wird bombastisch!

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Ja. Aber dann hat irgendetwas nicht gestimmt. Der Plot war nicht rund, oder ein Charakter lief gegen eine Wand, meist bin ich dann aber einfach auch zu faul und meine Musen verlangen eine Pause.

Wichtig ist nur eines: Weitermachen!

Wann und wo schreibst du?

Abends. In den wärmeren Jahreszeiten im Schlafzimmer am Schreibtisch. Im Winter immer im Wohnzimmer im Sessel. Letzteres ist jedoch gefährlich, weil Netflix so schön nebenbei laufen kann.

Schreibst du einfach drauf los oder recherchierst du erst, planst, legst Notizen an, bevor du zu schreiben beginnst?

Es kommt auf das Projekt an. Bei Angus musste ich jeden Abschnitt planen und im letzten auch (für meine Verhältnisse) extrem Recherchieren. Notizen mit dem groben Plot sind aber stets das Minimum.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Ich habe es nicht gelernt. Ich hab es einfach gemacht. Alles was man braucht, um besser zu werden, ist Kritikfähigkeit, ehrliche Testleser und gute Ratgeber in Richtung Schreiben. Und niemals aufzuhören.

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Es bedeutet für mich Freiheit vom Alltag. Und der Kampf mich mir selbst. Manchmal auch um jedes einzelne Wort. Ich liebe das Feedback von meinen Testlesern – auch, vor allem, die konstruktiven Kritiken! Ich mag den Austausch mit den Lesen, neue Rezensionen zu entdecken und, das Wichtigste, beim Schreiben mit meinen Charakteren zu wachsen.

Was denkst du, ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt?

Wichtiger ist die packende Geschichte. UND eine vielschichtige Prota. Das eine trägt das andere. Will man eine gute Geschichte, oder eine die sehr gut ist? Beides harmonisch hinzubekommen ist Arbeit. Aber eine, die sich lohnt.

Weisst du noch, wo und wie du erfahren hast, dass dein Buch veröffentlicht werden soll?

Ja. Ich saß zuhause und habe beschlossen, dass “Angus” mein Debüt werden soll 😉

(Der Vorteil am SP.)

Hast du dich am Erscheinungstag in den nächsten Buchladen gestürzt um zu sehen, wie es dort präsentiert wird?

Nein, da es via Amazon gedruckt wird und somit nicht in Buchläden ausliegen kann.

Ist eine Erscheinungstermin eines Buches genauso aufregend wie die Geburt eines Kindes, ist ja auch irgendwie ein Baby ?

Ja, aber weniger schmerzhaft 😀

Wer darf als erstes dein Manuskripte testlesen?

Meine Testleser.

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Kürzere Geschichten mitgezählt, die in Anthologien veröffentlicht wurden: 6

Hast du Mitspracherecht bei den Covern deiner Bücher?

Zu 100%.

Wie hat deine Familie und dein Umfeld reagiert als du das Schreiben von Büchern angefangen hast?

Da ich schon mit ungefähr 11 angefangen habe mit Schreiben, hat es sie nicht verwundert. Meine Oma kauft sich jedes meiner Bücher und solange ich nicht einfach meinen Brotjob schmeiße um “nur” zu schreiben, sind sie unglaublich beruhigt und stolz auf mich.

Kannst du dich noch daran erinnern, wie es war als dein erstes Buch von einem Verlag angenommen wurde?

Na ja, es war eine Kurzgeschichte, die ich bei einem Wettbewerb eingereicht habe (sofern das zählt) und ich war unfassbar nervös. Ich konnte es ewig nicht glauben, dass ich tatsächlich gut genug war.

Wann kam erstmals der Wunsch auf, ein Buch schreiben zu wollen?

Mit 11.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

Aus Angus (und auch nur, weil ich immer für mich Ausreden suche, was Sport betrifft):

»Verdammt, ich sterbe!« Mikko hielt sich die Seite und verzog das Gesicht. »Was?«, fauchte er Angus atemlos an. »Gute Schmuggler müssen nicht rennen. Und ich bin hervorragend, verdammt!«

©
Cover und Bild : Melanie Neubert

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.