Quasselwolke: Autorin Nadja Losbohm

Heute stellen wir euch die Autorin Nadja Losbohm vor, sie ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

Zu deiner Person:

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Ich bin Nadja, 35 Jahre alt, lebe und schreibe in Berlin Märchen, Abenteuer und romantische Geschichten. Mit dem Lesen habe ich mich anfangs schwer getan, sodass sich Lehrer und Eltern damals Sorgen machten, ich würde es niemals lernen. Mithilfe einer berühmten Maus platzte dann aber doch noch der Knoten. Heute wie gesagt schreibe ich selbst Geschichten. Mein erstes Buch erschien in 2012. Seitdem hat sich viel getan: Eine fünfteilige Fantasy-Romance-Reihe entstand, zu der sich hoffentlich bald einer sechster Band dazugesellt, ein Kinderbuch erschien ebenso wie ein englischsprachiges Buch, ein historischer Fantasy-Roman und die für den Deutschen Phantastik Preis 2017 nominierte Anthologie “Die Magie der Bücher”.

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Verträumt, ein Kind im Innern, nachdenklich. (Ups, mehr als drei Wörter. 🙂 )

Welches Sternzeichen bist du?

Schütze

Wer ist dein liebster Romanheld?

Faramir aus “Der Herr der Ringe”.

Wer ist dein Lieblingsmusiker?

Jared Leto

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Schreiben und Lesen.

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Keine bestimmte, aber mir gefällt die Kombination aus Schwarz/ Rot sehr.

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller?

Da gibt es mehrere: Robin LaFevers, Brent Weeks, Peter v. Brett.

Was verabscheust du am meisten?

Lügen.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Gefühle sind mir wichtig in einem Buch, die für mich nachvollziehbar sind, und Überraschungsmomente.

Wo liest du am liebsten?

In meinem Schaukelstuhl in meiner Leseecke.

Hast du ein Lebensmotto?

Nicht aufgeben. Leicht gesagt und es fällt mir oft auch sehr schwer, aber dennoch: nicht aufgeben.

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

Genau kann ich mich nicht mehr daran erinnern, aber ich weiß, ich habe viele Pferdebücher gelesen und häufig die Märchen der Gebrüder Grimm.

Hast du ein Lieblingsbuch?

Die Trilogie von Robin LaFevers bestehend aus “Grave Mercy”, “Dark Triumph” und “Mortal Heart”.

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Nein, denn Inspiration lässt sich nicht auf eine Arbeitszeit 9-17 Uhr oder so festlegen. Sie kommt, wie sie kommt. Ob morgens, mittags abends im Büro, zuhause oder am Strand einer Insel.

Was bringt dich zum lachen?

Comedy-Serien wie “King of Queens” oder “The Big Bang Theory”.

Welches Hobbie hast du?

Lesen. Seit neuestem auch Lesezeichen zu Büchern basteln.

Hier darfst du sagen, was du schon immer einmal sagen wolltest:

Hmm, da gibt es bestimmt einiges, allerdings fällt mir im Moment dazu nur das Zitat von Georg Brandes, ein dänischer Schriftsteller, der eigentlich Morris Cohen hieß, ein, der sagte: „Demjenigen, der zu lesen versteht, wird das Buch in der Regel weit mehr von dem inneren Leben des Autors enthüllen, als es irgendwelche erklärenden Äußerungen aus seinem Munde vermöchten.“

Vervollständige folgende Sätze:

Ich bin süchtig nach…

…Stracciatella-Cappuccino.

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre…

…Fantasy.

Ich lese keine Bücher aus dem Genre…

…Thriller, Krimi, Sachbücher.

Mein Lieblingsgetränk ist…

…Stracciatella-Cappuccino.

Mein liebstes Liebeslied ist…

…”The Reason” von Hoobastank.

Ich grusel mich vor…

…Spinnen.

Wenn ich ein Geist wäre,…

…würde ich ganz viele Streiche spielen.

Wenn ich in einem Buch leben würde, wäre ich...

…gern ein Hobbit.

Beim schreiben esse ich….

…nichts. Ich bin dann so vertieft in den Prozess, dass ich das Essen vergesse.

Kommen wir nun zum Schreiben

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Manchmal sind es Dinge, die jemand sagt, oder ein Bild, das ich sehe. Oft sind es auch Ereignisse aus dem wahren, meinem Leben, die mich auf Ideen bringen.

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines eigenen Buches?

Das ist sehr unterschiedlich. Der erste Teil von “Die Jägerin” war innerhalb von 6 Wochen fertig, während der fünften Band ein Jahr brauchte. Mein historischer Fantasy-Roman “Die Tagebücher des Michael Iain Ryan (Band 1)” brauchte 2 Jahre, bis er fertig war, einfach weil es sehr viel Recherche zu tun gab. Es kommt also auf verschiedene Faktoren an, und auch die Lebensumstände spielen eine Rolle.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Ich konzentriere mich zumeist auf das Internet und auf Bücher – entweder auf die, die ich zuhause habe oder in der Bibliothek finde.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Er ist das reinste Chaos. 🙂 Nur Zettelkram schwirrt auf ihm herum.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Hauptsächlich bin ich auf Facebook und Twitter unterwegs, bin aber auch bei Lovelybooks und Google+ vertreten. Ich habe mit einigen Bloggern zusammengearbeitet, Blogtouren gemacht, Gewinnspiele veranstaltet, oder auch mit anderen Autoren zusammengearbeitet.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

Ich plane nie. Meine Arbeitsweise ist da wohl ebenso chaotisch wie mein Schreibtisch. Ich habe eine Grundidee, fange an und warte ab, wohin mich der Weg führt. Geschichten entwickeln ab einem bestimmten Punkt ein Eigenleben. Dann führst nicht mehr du sie, sondern sie dich. Nicht jeder mag das. Ich persönlich komme gut damit zurecht und mag es, dass es auf diese Weise spannend bleibt und hier und da Schreibwunder geschehen.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

Da gibt es zwei: “Die Tagebücher des Michael Iain Ryan” und “Die Magie der Bücher”. Michael ist einer der Hauptprotagonisten aus “Die Jägerin”. Er hat ein sehr, sehr, seeeehr langes Leben geführt und viel durchgemacht, sodass sich für ihn eine eigenständige Buchreihe anbot. Allerdings hatte ich vor diesem Buch einen riesengroßen Respekt. Ich habe lange Zeit nicht damit angefangen, es zu schreiben, weil ich nicht wusste, wie. Aber dann wurde es auf eine Weise ganz anders, als ich dachte und letzten Endes wurde es zu meinem “Überlebensbuch”, da ich es in der schwersten Zeit meines Lebens geschrieben habe, in der ich unsagbar große Ängste durchlebte. Viel davon ist in das Buch mit eingeflossen und nun sind meine Ängste Michaels. “Die Magie der Bücher” mag ich, weil es einfach eine süße, kleine Sammlung von knuffigen Märchen ist, von denen ich selbst überrascht bin, woher sie kommen. Sie sind die zuvor erwähnten Schreibwunder. 🙂

Hast du in ideinem Buch einen Lieblingscharakter?

Ich persönlich mag Ada und Michael aus “Die Jägerin” sehr. Ada ist quirlig. Sie redet, wie ihr der Mund gewachsen ist und sorgt damit für jede Menge Schmunzler und Lacher. Michael ist melancholisch, nachdenklich, ruht aber auch in sich selbst. Die beiden ergänzen sich hervorragend, auch wenn es nicht immer leicht für sie ist.

Identifizierst du dich selbst mit einen deiner Figuren?

Identifizieren nicht unbedingt, aber es stimmt, dass meine Hauptfiguren viel von mir haben.

Gibt es reale Personen, die dich zu deinem Figuren inspirieren?

Eine ganz bestimmt. Wer das ist, sag ich aber nicht. Das bleibt mein Geheimnis bzw. das von mir und den drei anderen Personen, die davon wissen.

Hast du eine Lieblingsszene?

Meine Lieblingsszene aus einem meiner Bücher stammt aus “Die Tagebücher des Michael Iain Ryan”. Darin geht es um einen madigen Apfel. Mehr sag’ ich dazu nicht. Ich hatte jedenfalls viel Spaß daran, sie zu schreiben. grins

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Derzeit sitze ich am sechsten Band von “Die Jägerin” und am zweiten Teil von Michaels Tagebüchern.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Oh ja. Seit dem letzten Jahr ist es ganz besonders schlimm. 2017 war das schlimmste Jahr meines Lebens, das mir auch viel Freude am Schreiben genommen hat. Nur mühsam kam sie zurück und bleibt auch nicht dauerhaft. Ich kämpfe um jede einzelne Zeile. Daher dauert es auch derzeit länger, bis es ein neues Buch gibt. Ich danke aber meinen lieben Lesern, die so geduldig und verständnisvoll sind und sagen: “So lange wie es dauert, dauert es eben.”

Wann und wo schreibst du?

Die Zeiten sind unterschiedlich. Manchmal abends, manchmal morgens. Je nach dem wie es sich ergibt. Am liebsten schreibe ich auf dem Sofa sitzend.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Ich denke, einiges kann man durchaus lernen, anderes nicht. Eine gute Geschichte besteht nicht nur aus Technik. Wichtig ist, dass man selbst viel liest. So entwickelt man ein Verständnis für Sprache. Emotionen sind sehr wichtig. Sie bringen Leben und Authenzität in das Buch. Wenn ich das nicht habe, was nützen mir dann die tollsten Regeln und Werkzeuge?

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Eigentlich mag ich die Bezeichnung “Autor” nicht so. Wenn ich lese, wie das jemand über mich schreibt, dann denke ich: “Ich bin doch nur Nadja und nicht DIE AUTORIN.” Das war vor sechs Jahren so und hat sich bis heute nicht geändert. Fakt ist aber, das Schreiben, das bin ich. So vieles ergibt plötzlich Sinn durch das Schreiben. Womit ich kämpfe? Mit mir selbst wohl am meisten. Ich habe oft Selbstzweifel und Zweifel, ob ich weitermachen soll oder nicht und wozu. Dann aber habe ich wieder eine neue Idee und mache weiter. Es ist ein ständiges Auf und Ab, was viele Autoren, glaube ich, kennen. Meine Freude sind die wunderbaren Reaktionen meiner Leser, wie z.B. wenn sie mir schreiben, eine Geschichte hat sie zu Tränen gerührt und sie haben mitgelitten. Das sind die schönsten Komplimente, die man bekommen kann. Dann weiß man, dass man etwas richtig gemacht hat. Freude bereiten mir auch die – na was? – Schreibwunder, genau. 🙂

Was denkst du, ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt?

Beides ist wichtig. Es muss ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden geben.

Ist eine Erscheinungstermin eines Buches genauso aufregend wie die Geburt eines Kindes, ist ja auch irgendwie ein Baby ?

Das ist schwer zu sagen, da ich keine eigenen Kinder habe. Aber es ist definitiv wahnsinnig aufregend, wenn es das eigene Werk endlich schafft und das Licht der Welt erblickt. Man hat hohe Erwartungen, aber auch Ängste: “Wie kommt es an? Wird es gefallen?”

Wer darf als erstes dein Manuskripte testlesen?

Meine Mutter. Sie hat immer alles als Erste zu lesen bekommen.

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Bisher sind es insgesamt zehn Bücher, die alle veröffentlicht wurden: ein Fantasy-Abenteuer, die fünfteilige Fantasy-Romance-Reihe “Die Jägerin”, die englische Ausgabe vom ersten Band der Jägerin, das Kinderbuch “Hamster Stopfdichvoll & seine Freunde”, “Die Magie der Bücher” und der historische Fantasy-Roman “Die Tagebücher des Michael Iain Ryan (Band 1)”.

Wie hat deine Familie und dein Umfeld reagiert als du das Schreiben von Büchern angefangen hast?

Die meisten fanden es toll und aufregend und waren überrascht, dass ich das mache. Ich habe es nämlich niemand erzählt, bis es hieß, mein erstes Buch erscheint bald.

Wann kam erstmals der Wunsch auf, ein Buch schreiben zu wollen?

Da war ich neunzehn Jahre alt.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

“Nicht in den guten, sondern in den schlechten Zeiten wachsen wir” – Michael Iain Ryan.

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©
Bild:Nadja Losbohm
Unterschrift: Gimp //Svenja Glaser

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