Quasselwolke: Autorin Simone Dorra

Heute stellen wir euch die Autorin Simone Dorra  vor, sie ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

Zu deiner Person:

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Ich bin ausgebildete Buchhändlerin, Journalistin und Geschichtenerzählerin. Außerdem bin ich seit 26 Jahren verheiratet, habe drei erwachsene Kinder, lese leidenschaftlich gern (obwohl mir im Moment oft die Zeit dazu fehlt) und gehe gerne ins Kino.

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Fantasievoll, neugierig, stur

Welches Sternzeichen bist du?

Widder

Welchen Fehler entschuldigst du am ehsten?

Schusseligkeit

Wer ist dein liebster Romanheld?

Frodo Beutlin

Wer ist dein Lieblingsheldinnen/ -helden in der Wirklichkeit?

Das ändert sich täglich. Weil Menschen fehlerhaft sind und von Helden sehr rasch zu Schurken mutieren können.

Wer ist dein Lieblingsmusiker?

Schwierig. Ich entdecke ständig neue. Im Moment ist “Work Song” von Hozier ganz oben auf meiner Favourites List. Der Mann schreibt großartige Songs.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Ganz ehrlich? Schreiben. Wenn man einmal so richtig im “Flow” ist und die Geschichte einen mitnimmt, gibt es nichts Besseres.

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Orange

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller?

Wo fange ich an? Da ist J.R.R. Tolkien (wegen dem “Herrn der Ringe”), da ist Ellis Peters, die so großartige Klosterkrimis geschrieben hat, da ist Diana Gabaldon mit ihrer grandiosen “Outlander”-Buchreihe, die ich begeistert lese, seit der erste Band erschienen ist. Es kommen immer wieder neue Autoren dazu.

Was verabscheust du am meisten?

Heuchelei

Welche natürliche Gabe möchtest du besitzen?

Ich wünschte, ich könnte fliegen. (Geschichten erzählen kann ich schon. )

Wie bist du zum schreiben gekommen?

Ich hab schon als Kind Geschichten geschrieben und als Teenie die üblichen Story-Katastrophen verbrochen. Ich hab als Fan vom “Herrn der Ringe” und “Harry Potter” Fanfiction geschrieben und bin dann vor sechs Jahren meinem Agenten begegnet, der unbedingt wollte, dass ich ein Buch schreibe. Und der einen Verlag dafür fand. Bei dem bin ich heute noch, obwohl ich auch schon ein Buch im Selfpublishing herausgebracht habe.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Dass es mich in die Geschichte hineinzieht, dass ich die Figuren mag (oder auch ganz im Gegenteil), dass ich immer mehr wissen will und mitfühlen kann.

Wo liest du am liebsten?

Im Zug. 🙂

Hast du ein Lebensmotto?

Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut wird, dann ist es noch nicht das Ende. (Oscar Wilde)

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

“Anne von Green Gables”, die Reihen von Enid Blyton (ich wollte unbedingt in das gleiche Internat wie Dolly), sowie alles, was unsere Bücherei in meiner Heimatstadt zu bieten hatte.

Welches Buch MUSS man unbedingt gelesen haben?

Den “Herrn der Ringe”. Ich hab die drei Bände als 17jährige in fünf Tagen “gefressen”.

Hast du ein Lieblingsbuch?

Viele. Aber spontan würde mir jetzt außerdem “Das letzte Einhorn” von Peter S. Beagle einfallen (ich wünschte, ich könnte so schreiben!) und die Erdzauber-Trilogie von Patricia A. McKillip. Ich lese heutzutage nicht mehr so viel Fantasy, aber diese Bücher haben mir gezeigt, wie man mit Sprache wahre, verwunschene Wunder vollbringt. Auch großartig: Salman Rushdies “Haroun und das Meer der Geschichten”. Und bei Krimis “Fräulein Smillas Gespür für Schnee”.

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Wenn ich nicht gerade an einem Projekt mit knapper Deadline sitze, hab ich beides. Meine Familie würde sich beschweren, wenn es anders wäre.

Wie sieht dein Alltag aus?

Wenn ich schreibe: am Computer sitzen von neun bis vier, eine Pause eingerechnet. An die “Muse” glaube ich nicht. Wenn man eine Geschichte erzählen will, muss man anfangen, dann nimmt sie einen irgendwann mit. Und wenn ich mein Tagespensum durch habe, muss ich ganz normal staubsaugen, Wäsche bügeln und Essen kochen.

Was bringt dich zum lachen?

Am meisten unfreiwillige Komik. 🙂

Welches Hobbie hast du?

Ich interessiere mich für Reisen, komme aber selten dazu. Ich bin ein Riesenfan des Hindi-Kinos (das viel mehr ist als die überlangen, songlastigen Bollywood-Schnulzen), und ich will unbedingt nach Indien.

Wie siehst du dich in 10 Jahren?

Ich habe mein 20. Buch herausgebracht (und es waren drei bis vier ausgewachsene Bestseller dabei). Ich habe auf einem Hausboot auf dem Dal-See in Kashmir geschrieben, und ich habe das Taj Mahal und die Chinesische Mauer mit eigenen Augen gesehen. Abgesehen davon sitze ich am Laptop unf schreibe Buch Nr. 21. 🙂

Hier darfst du sagen, was du schon immer einmal sagen wolltest:

Ich weiß, die Welt ist kein friedlicher Ort. Aber ich liebe sie.

Vervollständige folgende Sätze:

Ich bin süchtig nach  

guten Geschichten. Immer.

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre...

inzwischen aus (fast) allen. Hauptsache, sie sind gut.

Ich lese keine Bücher aus dem Genre… 

Hm. Was ich sehr selten lese: Chicklit. Die meisten Vertreter daraus wirken, als hätte sie jemand nach dem “Was verkauft sich am besten”-Baukastensystem zusammengeschustert. Das ist strunzöde und der Tod jeglicher Kreativität.

Mein Lieblingsgetränk ist...

ein kalter, halbtrockener Weißwein.

Mein liebstes Liebeslied ist...  

im Moment der “Work Song” von Hozier.

Ich grusel mich vor…  

engstirnigen Ignoranten.

Wenn ich ein Geist wäre…  

würde ich gern in Schottland spuken.

Wenn ich in einem Buch leben würde, wäre ich…

die verrückte Alte mit der Riesenbibliothek.

Beim schreiben esse ich….

so wenig wie möglich.

Kommen wir nun zum Schreiben

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Manchmal ist es ein Film, der mich inspiriert, manchmal ein Zeitungsartikel oder eine kurze Meldung. Die Ideen kommen von überall her.

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines eigenen Buches?  

Kommt darauf an, wie lang es werden soll (außerdem bin ich inzwischen schneller und routinierter als früher). Im Schnitt dauert es vier Monate (das Schreiben, jedenfalls). Der Verlag braucht zu Herstellen dann immer noch ein bisschen länger.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Ich kaufe mir (wenn nötig) Fachbücher zum Thema, ich recherchiere im Internet und in Büchereien, ich besuche Fachleute und frage sie aus.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Ich habe keinen. Ich schreibe entweder im Wohnzimmer am Esstisch oder in der Küche. Und je weniger um mich herumsteht (außer dem Material, das ich brauche, einem Trinkbecher für Kaffee oder einer Wasserflasche), desto besser.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?  

Schreiben von neun bis vier – manchmal auch länger, dann ist meine Familie auf TK-Pizza angewiesen. (Aber die kennt das schon.) Pausenloses Vor-mich-hin-murmeln von Dialogen und Formulierungen. (Kennt meine Familie auch, aber manchmal erschrecke ich die Nachbarn damit)

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?  

Ich habe eine Website (www.simonedorra.de), und ich bin auf Facebook. Wo ich versuche, die Leute auf dem Laufenden zu halten.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

Ich plane den Plot (fast) aller meiner Bücher. Aber meine Charaktere haben ständig ihren eigenen Kopf. Ich habe gelernt, auf sie zu hören, sonst schieße ich mich schriftstellerisch gesehen selbst ins Knie.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

“Das Haus des Friedens”. Das ist der erste Band der “Kashmir-Saga”, die als Einzelgeschichte anfing, und die ich gemeinsam mit meiner guten Freundin Ingrid Zellner geschrieben habe, als ihre Geschichte über das dramatische Schicksal eines Mannes aus Indien und meine über einen alten Agenten in Kashmir, der ein Waisenheim eröffnet, zusammenfanden (insgesamt sind es sieben Bände mit einer Familiengeschichte, die sich über fast vierzig Jahre erstreckt, zwei Bände sind bereits erschienen, der dritte kommt im September heraus). Wahrscheinlich mein verrücktestes Projekt, aber bei manchen Sachen kann man einfach nicht anders, da geht es Herz über Kopf.

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung herraus, ohne zu spoilern?

Indem ich versuche, die Szenen zu finden, die Appetit machen, ohne den Leuten zuviel zu verraten. Hat bis jetzt ganz gut geklappt. Und wenn man mit einem Buch mehrere Lesungen veranstaltet hat, weiß man allmählich, was die Zuhörer besonders mögen.

Hast du in deinem Buch einen Lieblingscharakter?

Mehrere. Und da mein Herz besonders an “Das Haus des Friedens” hängt (obwohl ich alle meine Bücher wirklich mag), ist es wohl mein verwitterter, desillusionierter Agent Vikram Sandeep. Aber ich hab auch meinen Kommissar Malte Jacobsen aus “Nachtruhe” sehr gern, meine Nonne Fidelitas aus dem Historienkrimi “Schierlingstod” und Ralf Markward aus meinem Fantasy-Buch “Fluchmond”.

Identifizierst du dich selbst mit einen deiner Figuren?

Nein. Eigentlich nie.

Gibt es reale Personen, die dich zu deinem Figuren inspirieren?

Manchmal. Aber die Figuren entwickeln sich beim Schreiben und werden irgendwann ganz und gar “meine”.

Hast du eine Lieblingsszene?

Viele. Da kann ich ganz schlecht auswählen.

Hast du reale Vorbilder für Szenen im Kopf gehabt?

Manchmal. In einigen meiner Bücher gibt es erotische Liebesszenen. Und als ich die Liebesszene zwischen Brad Pitt und Claire Forlani in “Rendezvous mit Joe Black” gesehen habe, habe ich gemerkt, dass man sowas auch filmisch unheimlich lyrisch und schön erzählen kann. Seither habe ich bei jeder intimeren Szene diese “Bildsprache” im Kopf.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Im Moment überarbeite ich den dritten Band der “Kashmir-Saga”, “Ein Geschenk der Götter”. Außerdem feile ich am Plot eines Krimis, den ich mit meinem partner in crime Ingrid Zellner zusammen schreiben will, und in der “ihr” Kommissar und “meiner” gemeinsam in einen Mordfall geraten.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Tage, an denen man sich nicht aufraffen kann (oder nicht so richtig will), gibt es immer. Aber eine Schreibblockade hatte ich nur einmal. Da habe ich versucht, den Plot meines ersten Romanes “Fluchmond” radikal zu ändern, und die Geschichte hat sich strikt geweigert, mitzuspielen.

Wann und wo schreibst du?

Normalerweise tagsüber und im Wohnzimmer. Und wenn die Familie zu “aktiv” wird, mit Kopfhörern. 🙂

Schreibst du einfach drauf los oder recherchierst du erst, planst, legst Notizen an, bevor du zu schreiben beginnst?

Recherchieren tu ich immer vorher, auch wenn es noch keinen festen Plot gibt. Und bei Krimis muss die Handlung immer vorher stehen. Wenn man da als Autor mitten in der Geschichte falsch “abbiegt”, kann das fatale Folgen für das Buch haben.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Wenn man für das Schreiben gar keine Begabung hat, sollte man die Finger davon lassen, Aber es ist trotzdem ein Handwerk, das man mit dem entsprechenden Talent erlernen kann. Ich habe als Fanfiction-Autorin ein halbes Dutzend englischsprachiger Beta-Leserinnen gehabt, alles sehr begabte Erzählerinnen. Die haben nicht nur mein Englisch auf Muttersprachen-Level gehoben, die haben mir auch beigebracht, wie man gute Bücher schreibt und Geschichten “richtig” erzählt.

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Es bedeutet, dass ich das, was ich am liebsten tue, zum Beruf gemacht habe. Ich würde mir (natürlich) wünschen, einen Bestseller nach dem andere zu landen. Bis das passiert, versuche ich einfach, bei jedem Buch immer ein bisschen besser zu werden und so gut zu schreiben, wie ich irgend kann. In die Story einzutauchen, an der man gerade sitzt und sie “aufzuzeichnen”, während sie vor dem inneren Auge abläuft wie ein Film, das ist das Schönste, was es gibt.

Was denkst du, ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt?

Unbedingt beides.

Weisst du noch, wo und wie du erfahren hast, dass dein Buch veröffentlicht werden soll?

Bei meinem ersten Buch rief mich die Frau an, die mittlerweile meine Lektorin ist. Sie wollte wissen, ob das Manuskript, dass auf ihrem Schreibtisch lag, von mir sei. Und dann sagte sie, ihr Verlag würde es gerne veröffentlichen. Mir ist buchstäblich die Spucke weggeblieben.

Hast du dich am Erscheinungstag in den nächsten Buchladen gestürzt um zu sehen, wie es dort präsentiert wird?

Nein. Aber als mein erstes Vorabexemplar im Briefkasten lag, habe ich es gestreichelt, ungläubig darin geblättert und daran geschnuppert. Neue Bücher riechen wundervoll.

Ist eine Erscheinungstermin eines Buches genauso aufregend wie die Geburt eines Kindes, ist ja auch irgendwie ein Baby ?

Absolut.

Wer darf als erstes dein Manuskripte testlesen?

Mein Mann und meine beste Freundin und Co-Autorin Ingrid Zellner.

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Veröffentlicht sind vier, geschrieben habe ich insgesamt elf. Dazu gehören die noch unveröffentlichten fünf Bände der “Kashmir-Saga”, der “Nachtruhe”-Nachfolger “Römermaske” (offizielles Erscheinungsdatum: 4.6.2018) und “Kuckuckssohn”, eine schwedisch-schwäbische Lovestory, die ich (mal wieder) mit Ingrid Zellner geschrieben habe und die hoffentlich irgendwann in den nächsten zwei Jahren erscheint.

Hast du Mitspracherecht bei den Covern deiner Bücher?

Zum Glück ja.

Wie hat deine Familie und dein Umfeld reagiert als du das Schreiben von Büchern angefangen hast?

Sie haben sich gefreut.

Kannst du dich noch daran erinnern, wie es war als dein erstes Buch von einem Verlag angenommen wurde?

Siehe oben. 🙂

Wann kam erstmals der Wunsch auf, ein Buch schreiben zu wollen?

Ich glaube, da war ich acht.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

Schwierig. Aber da gibt es einige.

29345593_944196805755138_975870151_n Quasselwolke: Autorin Simone Dorra

©

 Bild:Autorin

Unterschrift: Gimp //Svenja Glaser

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