Quasselwolke : Timo Koch

Heute stellen wir euch den Autor Timo Koch vor, er ist auf die Quasselwolke gestiegen und hat sich unseren Fragen gestellt.

Zu deiner Person:

Wer bist du? Wie würdest du deine Biographie erzählen?

Mein Name ist Timo Koch, ich bin 39 Jahre alt und in einem technischen Beruf. Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder und einen Hund. Ich schreibe seit vielen, vielen Jahren, allerdings erst seit wenigen Jahren so „richtig“. Ich leite einen literarischen Verein und stehe mit mehreren literarischen und kulturellen Vereinen in Kontakt. Ich habe die Welt noch nie gerettet (also außerhalb meiner Geschichten), aber ich arbeite daran ;-).

Wenn du dich mit 3 Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Willensstark, liebevoll, pedantisch

Welches Sternzeichen bist du?

Fisch

Welchen Fehler entschuldigst du am ehsten?

Vergesslich zu sein

Wer ist dein liebster Romanheld?

Da gibt es zwei: Havald aus „Das Geheimnis von Askir“ und Sherlock Holmes

Wer ist dein Lieblingsheldinnen/ -helden in der Wirklichkeit?

Jeder, der in der Lage ist, neben sich selbst auch andere Menschen wahrzunehmen.

Wer ist dein Lieblingsmusiker?

Da gibt es zu viele, ich lege mich da nicht fest. Hauptsache es ist kein Mainstream.

Was ist deine Lieblingsbeschäftigung?

Rätsel lösen (nicht unbedingt Kreuzworträtsel)

Was ist deine Lieblingsfarbe?

Ganz klar, Purpur (ersatzweise Violett)

Wer ist dein Lieblingsschriftsteller?

Edgar A. Poe, Richard Schwartz, Cornelia Funke, Paolini, Hohlbein, King, Lovecroft…

Was verabscheust du am meisten?

Lügen, Eitelkeit, Egoismus

Welche natürliche Gabe möchtest du besitzen?

Essen können ohne Zuzunehmen (ja, das ist eine Gabe 😉 )

Wie bist du zum schreiben gekommen?

Durch eine Wette in der 7. Klasse. Es ging darum, wer die längste Geschichte schreiben könnte. Der erste Preis, war ein Kuss von der „Klassenschönheit“. Ich verlor damals, aber gewann eine Leidenschaft.

Was macht für dich ein gutes Buch aus?

Emotionen. Und dabei ist es nebensächlich, was für welche. Na gut, außer vielleicht Ärger über die gegebenenfalls verschwendete Zeit (was ich allerdings erst zwei Mal hatte).

Wo liest du am liebsten?

Auf meiner Couch, oder auf der Terrasse in meinem Relax Sessel.

Hast du ein Lebensmotto?

Ja. Lebe so, dass du für andere Menschen wichtig bist und am Ende sagen kannst: „Ich habe mehr hinterlassen, als ein gefülltes Bankkonto“

Welche Bücher hast du als Kind gelesen?

Leider nicht viel von Wert

Welches Buch MUSS man unbedingt gelesen haben?

Da habe ich keine Meinung zu.

Hast du ein Lieblingsbuch?

Auch hier, kann ich mich nicht auf eins festlegen. Ich liebe die Bücher von Richard Schwartz, Cornelia Funke, Paolini, Tolkien, Rowling…

Hat ein Schriftsteller je Feierabend oder Urlaub?

Definitiv NEIN!!

Wie sieht dein Alltag aus?

Zuallererst natürlich zur Arbeit gehen. Dann, wenn nichts am Haus oder Garten zu tun ist, schreiben. Abends die ein oder andere Serie schauen und am Wochenende Familie und Freunde (und schreiben, natürlich).

Was bringt dich zum lachen?

Intelligenter und gern auch feinfühliger Humor. Selbstironie, schräge Typen und schräge Situationen. Was bei mir gar nicht funktioniert, ist Klischee – oder Gossenhumor.

Welches Hobbie hast du?

Schreiben sehe ich nicht als Hobby, insofern ist es wohl die Technik (im Augenblick versuche ich mich am 3D – Druck). Ich musiziere aber auch und fahre Fahrrad.

Wie siehst du dich in 10 Jahren?

Hoffentlich etwas entspannter und (irgendwo) angekommen.

Hier darfst du sagen, was du schon immer einmal sagen wolltest:

Da ich das meistens sowieso tue, gibt es hier nichts hinzuzufügen

Vervollständige folgende Sätze:

Ich bin süchtig nach

Gesellschaft und gutem Wein (wenn ich wählen müsste, dann eher Gesellschaft)

Ich lese am liebsten Bücher aus dem Genre…

Fantasy

Ich lese keine Bücher aus dem Genre…

Splatter, Romantasy, Politik

Mein Lieblingsgetränk ist…

Rotwein

Mein liebstes Liebeslied ist…

Eternal Flame von den Bangels (ja, ja, ich weiß )

Ich grusel mich vor…

Insekten die größer als ein Golfball sind.

Wenn ich ein Geist wäre,…

hätte ich verdammt viel Spaß!! Da gibt es so einige Leute, die meine Heimsuchung verdient hätten und so manches Geheimnis, was mich interessieren würde.

Wenn ich in einem Buch leben würde, wäre ich...

Wohl eher Watson als Sherlock.

Beim schreiben esse ich….

grundsätzlich nichts.

Kommen wir nun zum Schreiben

CoverFront Quasselwolke : Timo Koch CoverBack Quasselwolke : Timo Koch

Woher bekommst du die Ideen für deine Romane und Geschichten?

Aus dem Alltag. Ich beobachte gerne andere Menschen und lausche ihren Gesprächen. Der Rest ist eine Mixtur aus Fantasie und Dingen die ich irgendwo mal aufgeschnappt habe.

Wie lange brauchst du für die Herstellung eines eigenen Buches?

Für das Rohmanuskript in der Regel etwa 4 bis 5 Monate. Dann kommt noch Lektorat, Korrektorat und Satz. In Summe ist das dann etwa 1 Jahr. An manchen Skripten arbeite ich aber auch deutlich länger.

Welche Medien durchforstest du vor dem Bücher schreiben?

Hauptsächlich das Internet. Seltener Bücher oder Filme/Dokumentationen.

Wie gemütlich ist dein Schreibtisch eingerichtet?

Mein Schreibtisch ist ein Arbeitsplatz und kein Platz für Kreativität. Deshalb schreibe ich auch nicht am Schreibtisch. Meistens schreibe ich am Esstisch oder unter freiem Himmel. Auch ein Café ist ein schöner Ort zum Schreiben.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Schriftstellers aus?

Zunächst mal einsam. Ich kann zwar in lauten Umgebungen schreiben (und mache das auch häufig), bin aber dann völlig in meiner eigenen Welt und nicht wirklich kommunikativ. Gerade während der Schlussphase eines Buches schreibe ich bis zu 10 Stunden am Tag.

Ich gehöre zu den Autoren, die nur wenig im Voraus plotten und viel während des Schreiben korrigieren.

Wie machst du auf deine Werke im Web aufmerksam?

Über Facebook, Instagram, Twitter und über meine Homepage.

Planst du deine Bücher immer von Anfang bis Ende oder verselbstständigt sich ein Charakter auch mal?

Ich Plotte für jedes Kapitel ein bis zwei Sätze. Dann erarbeite ich die Charaktere. Der Rest wird von den Protagonisten geschrieben.

Welches deiner Bücher magst du besonders?

Eines, dass noch in Arbeit ist (sorry, darf nicht drüber reden)

#IchMacheMichBesondersInteressant 😉

Wie suchst du passende Passagen für eine Lesung heraus, ohne zu spoilern?

Das ist eine der schwierigsten Aufgaben. Oft berate ich mich darüber mit meiner Lektorin, dem Verlag und meiner Frau.

Hast du in deinem Buch einen Lieblingscharakter?

Ja. Im Augenblick ist es Maron aus Aaranai 2 (Titel ist noch nicht fest).

Identifizierst du dich selbst mit einer deiner Figuren?

Ja, manchmal etwas zu sehr.

Gibt es reale Personen, die dich zu deinen Figuren inspirieren?

Unbedingt!

Hast du eine Lieblingsszene?

Es gibt welche, die mir ganz gut gelungen sein sollen. Ich persönlich mag die Szenen, in der ein Protagonist an einer Schwelle steht und er sich entscheiden muss, ob er sie übertritt, denn es gibt kein zurück. In Aaranai 2 gibt es am Ende gleich mehrere davon.

Hast du reale Vorbilder für Szenen im Kopf gehabt?

In der Regel ja. Zum Beispiel, das kleine Dorf „Frånvarande“ aus Aaranai, ist von einem kleinen französischen Dorf aus dem Mittelalter inspiriert. Wenn in meinen Geschichten ein realer Ort vorkommt, so ist er bis ins kleinste Detail recherchiert.

An welchem Projekt arbeitest du gerade?

Aaranai 3 und einem größeren Projekt, was den Leser über mehrere Kontinente und durch mehrere Jahrhunderte führen wird.

Hast du auch mal Schreibblockaden, also Tage an denen gar nichts mehr geht?

Blockaden nein. Tage an denen es nicht so gut läuft leider häufiger.

Wann und wo schreibst du?

Vor – und nachmittags. Abends geht bei mir gar nicht. Am Esstisch, auf der Terrasse, im Café oder irgendwo draußen.

Schreibst du einfach drauf los oder recherchierst du erst, planst, legst Notizen an, bevor du zu schreiben beginnst?

Ich recherchiere (manchmal Tagelang) und lege Notizen an. Planen mache ich allerdings nicht so gern, da meine Protagonisten IMMER ein Eigenleben entwickeln.

Es gibt diverse Angebote, kreatives Schreiben zu lernen, sei es an Unis oder bei Schriftstellern. Ist alles Handwerk, kann man alles daran lernen oder sitzt es in einem? Wie hast du gelernt, zu schreiben?

Ich glaube, dass beinahe jeder das Schreiben von Texten mit Kursen, Ratgebern (Büchern) und dergleichen erlernen kann. Wie in der Frage schon genannt, ist es ein Handwerk. Aber „richtiges“ Schreiben (und ich meine nicht zwangsläufig „erfolgreiches“) ist von ganz anderen Dingen abhängig: Leidenschaft, Gefühl und nicht zuletzt Talent. Mit Leidenschaft sollte man alle Dinge im Leben tun (oder sonst besser lassen), aber das kann man lernen. Gefühl in seine Texte zu bringen, geht nur, wenn man selbst in der Lage ist, diese zu erkennen und nachzuempfinden. Aber auch das kann man durch gute Lektoren, viele Gespräche (am besten reale) und einfach durch das Leben erlernen. Talent ist leider etwas, das man hat oder nicht. Es ist das „Quäntchen“, was oft fehlt.

Ich weiß, dass ich mit Leidenschaft schreibe. Vielleicht gelingt es mir nicht immer, genügend Gefühl in meine Texte einzubauen, aber ich arbeite daran. Ob ich Talent habe, sollen andere entscheiden.

Was bedeutet es für dich, Autor zu sein? Womit kämpfst du als Schriftsteller, was sind die Freuden?

Autor zu sein bedeutet ein Stück seiner Fantasie, seiner Gedanken und Gefühle mit anderen zu teilen. Ich kämpfe oft mit den klassischen Vorurteilen: „Was, DU schreibst Bücher? So richtige, mit Text?“ oder „Wieviel hast du denn schon verkauft? Du musst ja stinkreich sein!“. Es gibt aber auch die andere Richtung, wenn die Leute automatisch annehmen, du siehst dich als etwas Besseres an, nur weil du jemand bist, der Bücher schreibt. Ich freue mich immer sehr darüber, wenn ich mit anderen über meine Werke reden kann. Wenn sich jemand die Zeit nimmt, eine Rezension zu schreiben oder mich auf Messen oder im Alltag darauf anspricht. Auch Autogramme gebe ich ganz gerne, auch wenn ich mich dabei irgendwie seltsam fühle (Was? Eine Unterschrift? Von MIR? Und auch noch eine Widmung?? Oh Gott, was schreibe ich bloß?).

Was denkst du, ist wichtiger für einen guten Roman: Eine interessante Protagonistin, so dass der Leser mit ihr durch die Geschichte gehen will, oder aber eine packende Geschichte, die ihren eigenen Sog entwickelt?

Ich glaube, dass es in allen Geschichten, egal welchen Genres, immer und nur um die Protagonisten geht. Natürlich braucht es auch eine Geschichte, denn schließlich können die Protagonisten ja nicht die ganze Zeit nur an die Decke starren, aber eigentlich geht es uns doch um die Reaktionen und Emotionen der Figuren in den Geschichten. Ich denke, eine mittelmäßig spannende Story kann durch tiefgründige, witzige oder einzigartige Charaktere trotzdem lesenswert sein, wobei die wunderbarste Geschichte ohne interessante Protagonisten nichts wert ist.

Weißt du noch, wo und wie du erfahren hast, dass dein Buch veröffentlicht werden soll?

Oh ja! Meine Verlegerin rief mich an und sagte mir, dass sie das Skript ihrer Korrektorin gegeben hatte. Nach ausführlicher Prüfung sei diese aber noch nicht restlos überzeugt. Ich war am Boden zerstört. Im nächsten Augenblick höre ich dann wie sie sagt: „…Ich bin es aber! Der Vertrag ist schon auf dem Weg zu dir…“ => „Whohooo!“

Hast du dich am Erscheinungstag in den nächsten Buchladen gestürzt um zu sehen, wie es dort präsentiert wird?

Nein, denn es wurde auf der BuCon zum ersten Mal präsentiert und dort hielt ich es dann auch zum ersten Mal in meinen Händen.

Ist eine Erscheinungstermin eines Buches genauso aufregend wie die Geburt eines Kindes, ist ja auch irgendwie ein Baby ?

Es ist sehr aufregend und wunderbar. Aber KEIN Vergleich zu einer Geburt. Glaubt mir, ich war bei zwei Geburten dabei, DAS ist ein ganz anderes Level!

Wer darf als erstes deine Manuskripte testlesen?

Als Ganzes, tatsächlich meine Lektorin. Ich habe keine Testleser. An der ein oder anderen Stelle frage ich ganz gerne mal meine Frau um Rat.

Wie viele Bücher hast du schon insgesamt geschrieben, wenn auch nicht veröffentlicht?

Drei.

Hast du Mitspracherecht bei den Covern deiner Bücher?

Ja, sogar recht viel. Das letzte Wort hat aber der Verlag.

Wie hat deine Familie und dein Umfeld reagiert als du das Schreiben von Büchern angefangen hast?

Meine Frau hat mich von Anfang an unterstützt. Sie verschafft mir oft die notwendige Zeit. Ich finde es immer wieder spannend, wie die Leute auf so eine Nachricht reagieren. Autor zu sein ist ja nun doch noch relativ selten, dementsprechend scheinen die meisten Leute relativ geflasht zu sein, einen Autor vor sich zu haben

Kannst du dich noch daran erinnern, wie es war als dein erstes Buch von einem Verlag angenommen wurde?

Siehe oben.

Wann kam erstmals der Wunsch auf, ein Buch schreiben zu wollen?

In etwa, 2005.

Hast du ein Lieblingszitat aus deinem Buch?

Ja, und ihr dürft raten, aus welchem Buch es ist (keines von meinen):

„…Das Buch wird anfangen, deine Erinnerungen zu sammeln. Du wirst es später nur aufschlagen müssen und schon wirst du wieder dort sein, wo du zuerst drin gelesen hast. Schon mit den ersten Wörtern wird alles zurückkommen: die Bilder, die Gerüche, das Eis, das du beim Lesen gegessen hast… Glaub mir, Bücher sind wie Fliegenpapier. An nichts haften Erinnerungen so gut wie an bedruckten Seiten…“

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